Alkohol

Alkohol ist ein sehr interessantes Thema.
Ich kann nicht sagen, dass ich keinen Alkohol vertrage, aber seit der Magen-OP stellt sich der vernebelte Zustand sehr viel schneller ein.
Sicher, es kommt ein wenig auf den Alkoholgehalt des einzelnen Getränkes an, aber dennoch geht es sehr viel schneller als vor der Operation.
Sehr lange habe ich mich nicht ran getraut, weil ich Angst vor der Wirkung hatte.
Die Ärzte haben immer gesagt, dass Alkoholkonsum möglich ist, dies sich aber verändern wird. Deswegen war ich da sehr ängstlich. Bei all sich gebotenen Gelegenheiten, wie Familienfeiern zum Beispiel, habe ich immer auf alkoholfreie Getränke zurückgegriffen. Schnell war dann alkoholfreier Wein auf dem Tisch. Oft wurde dies von vielen belächelt und als Traubensaft bezeichnet, aber ich fand ihn wirklich lecker und ich fand nicht, dass er wie „einfacher“ Traubensaft schmeckte.

Irgendwann kam dann aber doch der Tag und die Gelegenheit, und ich hatte den Mut, ein Glas Alkohol zu trinken. Leider erinnere ich mich nicht mehr daran, was es war. Das liegt nun schon eine Weile zurück. Ich weiß aber schon noch, dass der Alkohol sehr schnell seine Wirkung zeigte. Gut, nun kann es natürlich auch damit zusammenhängen, weil ich davor eine sehr lange Pause hatte. So genau kann ich das also gar nicht beschreiben. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich durchaus Alkohol trinken kann, ich davon keine Bauchschmerzen bekomme oder es mir auf eine andere Art und Weise schlecht damit ging. So konnte ich die Angst davor ablegen.

Dennoch gehört Alkohol nicht zu meinem täglichen Verzehr.
Vor einigen Wochen war ich mit meiner Familie mexikanisch essen. Wenn ich schon beim Mexikaner sitze, gehört ein Caipirinha für mich dazu. Hui machte es am Köpfchen. Das war sehr schnell sehr lustig – aber eben auch sehr lecker. So lecker, dass ich noch einen zweiten getrunken habe und mein Mann dann direkt alle Zutaten dafür eingekauft hat. So kann ich jederzeit, wenn ich Lust und Appetit darauf verspüre, einen Cocktail haben.
Vor ein paar Tagen habe ich es allerdings übertrieben. Mein Mann und ich waren mit dem Hund spazieren. Erst haben wir einen Trödelmarkt besucht und weil das Wetter an diesem Tag so schön mitspielte, sind wir noch durch den Park gelaufen. Dort tat sich plötzlich ein Biergarten auf, und wir haben uns spontan dazu entschlossen, dort eine Rast einzulegen.
Ich hatte so gute Laune, dass ich mir einen Aperol Spritz gönnte.
Was soll ich sagen … auch dieser verfehlte seine sofortige Wirkung nicht.

Als wir dann wieder zu Hause waren, hatte ich Lust auf einen weiteren Drink und so trank ich einen Caipirinha. Und weil eben noch eine halbe Limette übrig war, dachte ich mir, ich könnte noch einen Caipirinha trinken.
Das konnte ich dann aber ganz plötzlich nicht mehr. Mir ging es gar nicht gut.
Selbstverständlich hatte ich zwischendurch auch etwas gegessen. Ich bekam so schreck-liche Bauchschmerzen, wie schon lange nicht mehr. Leider ist es mir seit der OP nicht mehr möglich, mich zu übergeben. Mir war fürchterlich schlecht und da musste ich durch.

So lag ich gut und gern eine Stunde zusammengerollt auf der Couch und habe versucht, das alles durchzustehen.
Immer wieder ereilten mich Gedanken an Essen, was in mir solch einen Ekel auslöste, was gleich wieder den nächsten Schub an einem Bauchkrampf in mir auslöste.


Nach einer guten Stunde ging es mir dann wieder einigermaßen gut. Die Bauchschmerzen waren zwar weg, aber ich war völlig fertig. Das hat wieder einmal so viel Kraft und Energie gekostet, dass ich danach richtig fertig und kaputt war.
Ich konnte dann aber recht schnell ins Bett gehen und bin schnell eingeschlafen.
Nach solchen Attacken, egal, durch was ausgelöst, kann ich doch meist recht gut schlafen, was mir meine Energie wieder zurückbringt und ich am nächsten Morgen aufwache und ich nichts mehr von Krämpfen oder Schmerzen spüre.

Mein Fazit ist jedenfalls, dass ich Alkohol trinken kann, wenn ich es möchte, aber darauf achten muss, wie viel und es nicht mischen sollte. Habe ich mit Wein angefangen, sollte ich auch dabei bleiben.

Lustigerweise wird immer noch alkoholfreier Wein gekauft, angeboten und getrunken – nur nicht mehr unbedingt von mir. Man hat also doch ein wenig Gefallen an dieser Alternative (diesem Traubensaft) gefunden.

Schmerzen nach dem Essen

Wann lerne ich es endlich? Warum lerne ich nicht endlich, dass mir gewisse Dinge, Speisen, Lebensmittel einfach nicht gut tun? 
Was heißt, nicht gut tun? 
Sie tun weh! 
Sie verursachen Schmerzen. 
Sie verursachen Übelkeit 
Sie verursachen Unwohlsein. 

Ich weiß es eigentlich ganz genau. 
Ich esse es trotzdem. 
Warum? 
Wer kann mir das sagen? 
Wer kann mir das erklären? 

Ich sehe es vor mir. Ich weiß, dass es mir nicht gut tut. Ich weiß, dass es mir schlecht gehen wird, wenn ich es esse. 
Ich weiß aber auch, dass es mir schmeckt. 
Und darauf kommt es an. Ich möchte es schmecken. Ich möchte es lecker finden. 
In dem Moment, in dem ich es mir in den Mund stecke, ist alles gut und wunderbar. Es schmeckt so gut, dass ich noch weitermache. Noch tut nichts weh. Vielleicht bleibt es ja so. Die Hoffnung ist da. Das tut es noch ein paar Minuten lang. Und dann schlägt er doch zu, der Hammer. 
Das Sättigungsgefühl schlägt in Bauchschmerzen um. 
Wenn ich Glück habe, passiert nichts weiter. 
Wenn ich kein Glück habe, wird es schlimmer und schlimmer. Das kann sich zu einer ausgewachsenen Übelkeit entwickeln, die den Wunsch in mir auslöst, mich übergeben zu wollen. Das könnte mir eine Erleichterung verschaffen, denn ob ich will oder nicht, mich beschleichen, dann auch noch Gedanken an Essen. So wird aus Übelkeit sogar Ekel. Jetzt habe ich ein riesiges Problem. Seit der Magen-OP kann ich mich nicht mehr übergeben. Es ist mir einfach nicht mehr möglich.

Vor ca. 1,5 Jahren hatte ich eine Magen-Darm-Verstimmung. Mir war so schlecht – die ganze Familie war davon betroffen. Der Würgereiz war da, aber es war nicht möglich, mich zu übergeben. 
Ich brauche mir dann also den Finger nicht in den Hals stecken, um zu versuchen, mir Erleichterung zu verschaffen. 
Leider muss ich dann dadurch. Wie schaffe ich das? 
Ich lege mich hin, kauerte mich zusammen, wenn es mir gut tut, schließe die Augen und warte darauf, dass es mir wieder besser geht. 
Meist dauert das so ca. eine Stunde. 
Danach geht es mir dann wieder besser. Allerdings bin ich dann richtig geschafft. Solche Aktionen kosten richtig viel Kraft und Energie. Ich bin dann fertig und total kraftlos. 

Solch blöde Aktionen fahre ich meist am Abend, so dass ich dann recht schnell ins Bett gehen kann, um mich dann von den Strapazen zu erholen. 
Die Nachtruhe macht dann alles wieder gut und ich kann den Akku wieder aufladen. 
Am nächsten Morgen merke ich dann nichts mehr von dem Quatsch am Abend zuvor. 
Ist das gut? 
Ich weiß es nicht. 

Als ich diesen Blog angefangen habe, wollte ich eigentlich Tipps geben, wie man sich nach einer Magen-OP verhalten sollte. 
Dieses Verhalten ist definitiv kein Tipp von mir. Sich sehenden Auge und wohlwissend, was passieren wird, in solche Lagen zu bringen, ist einfach dumm und kann man nun wirklich nicht weiter empfehlen. 

Warum schreibe ich das dann auf? Nun, in erster Linie soll dieser Blog mir helfen, mit gewissen Dingen und Situationen umzugehen. Und manchmal kann man das nur, indem man es aufschreibt. So erhoffe ich mir, meine Gedanken dazu, zu verschriftlichen und daraus für mich Schlüssel zu ziehen, die mir helfen und mir gut tun.

Was ist also mein Fazit daraus? 
Auf der einen Seite bin ich dumm, dass ich das immer wieder mache. Ich hasse mich regelrecht dafür. Bringt mich das weiter? 
Nein, sicher nicht. Hat es noch nie. Also muss was anderes her. Mein Mann hatte die Idee, dass ich mir aufschreibe, was ich gegessen habe und wie es mir danach ging. Eigentlich ja nichts Neues. Ich muss wirklich die Disziplin aufbringen, das gewissenhaft zu machen, wenn ich herausfinden möchte, was und wie viel davon ich essen kann und mir gut tut, bzw. ab welchem Punkt ich mir selbst Schaden hinzufüge.

Einkaufsverhalten

Es gibt einen Unterschied zwischen einkaufen und shoppen. Das muss ich doch gleich als erstes einmal hier festhalten – jedenfalls für mich. 
Wenn ich einkaufe, kaufe ich Lebensmittel ein. Meistens, was auf dem Einkaufszettel oder -App steht. So kann man sich auch darauf einstellen, was zu Hause ankommt. 
Gehe ich aber shoppen, weiß keiner, was ich am Ende des Tages mit nach Hause bringe.
Selbst ich bin da völlig unwissend. 
Was meine neu erfahrenen Shoppingerlebnisse waren; darüber habe ich ja schon mal berichtet. Durch die nicht unerhebliche Gewichtsabnahme, habe ich aktuell Klamotten im Schrank, von denen ich zwar schon mal geträumt habe, aber nie dachte, dass ich sie mal anziehe, trage und Mein nennen darf. 
Erst letztens war ich schlendern und bin mit gleich zwei Kleidern aus dem Laden raus. 
Mittlerweile habe ich eine so große Auswahl, dass ich zugeben muss, gar nicht mehr weiß, was ich anziehen soll. Und schlimmer noch, was nehme ich mit in den Urlaub. Am liebsten alles. Leider ist mein Urlaub nicht so lang, dass ich auch alles anziehen könnte.
Andererseits ist es so, dass ich manchmal vor dem Schrank stehe und nichts zum anziehen finde. 
Es ist verflixt. Aber darum geht es in diesem Beitrag eigentlich gar nicht. 

Ich wollte von meinem Einkaufsverhalten berichten, bzw. welche Schwierigkeiten sich doch manchmal ergeben.
Okay, es gibt den Grundsatz, dass man nicht hungrig einkaufen gehen soll. Alles klar, ist geritzt. Wobei das manchmal schwierig ist, wenn man erst in der Mittagspause sein Mittagessen kaufen gehen kann. Und so richtig würde das auch mein Problem gar nicht beschreiben. Denn selbst wenn ich hungrig einkaufen gehe und mir dann auch wahllos etwas in den Mund stecken würde, kann ich gar nicht alles essen, was ich gekauft habe, denn wenn ich satt bin, geht da nichts mehr rein. Das einzige Problem besteht darin, dass es hochkalorische Dinge sind, die ich dann verzehren würde.


Der nächste Grundsatz ist, dass man nur das kaufen sollte, was auf der Einkaufsliste steht. 
Mindestens einmal pro Woche mache ich mir Gedanken darüber, was es zu essen geben könnte. Ich nehme mir meine Rezeptsammlung zur Hand und blättere alles durch oder aber ich lasse meine Familie entscheiden. Dazu habe ich Eisstäbchen aus Holz mit allen Gerichtsnamen beschriftet und in ein Gefäß gesteckt. So kann jeder per Zufallsprinzip „bestimmen“, was auf den Tisch kommt. Soweit so gut.
Nach dieser Auswahl bestücke ich dann die Einkaufsliste. Zusätzlich finden dann noch ein paar Dinge ihren Platz, die alltäglich benötigt werden, z. B. für das Frühstück oder die Schulbrote.
In aller Regel geht mein Mann einkaufen. Was er dann noch rechts und links zusätzlich in den Einkaufswagen packt, das bekomme ich nicht mit. 
Aber manchmal gehe ich mit oder sogar ganz allein, weil ich die Zeit habe und ich auch mal ganz gern einkaufen gehe – gerade beim Discounter. Neben Lebensmitteln gibt es ja doch mal die Möglichkeit hier und da zu stöbern. 
Klar finde ich auch mal Sachen, an die man beim Erstellen der Liste nicht gedacht hat. 


Das kaufen all dieser Sachen, ob es sich dabei um Lebensmittel oder Non-food handelt, ist kein Problem. Das Problem ergibt sich erst dann, wenn ich dann doch anfange, sie zu essen. 
Leider handelt es sich dabei auch nicht gerade um gesunde Dinge. 
Und das ist nun wirklich schwierig, weil sich das dann auch auf der Waage zeigt. Mein niedrigstes Gewicht war knapp unter 73 kg. Ich hatte mir als Obergrenze 75 kg gesetzt. Aktuell bin ich seit mehreren Wochen bei knapp 78 kg. 
Das ist mir zu viel. 
Ich kann mich immer mal zwei, drei Tage am Stück disziplinieren und nur drei Mahlzeiten essen und auf Zucker verzichten. 
Aber dann setzt bei mir etwas aus und ich greife dann ständig zu irgendwas. Viel kann ich immer gar nicht essen, aber hier einen Keks, da ein Gummibärchen, dort ne Erdbeere. Ich trickse mich selbst aus und überliste mein Hungergefühl bzw. Sättigungsgefühl. Das geht auch nur, weil das Zeug halt da ist und es somit möglich ist, dass alles zu essen.
Hinzukommt, dass ich nicht allein lebe. Es sind also immer Lebensmittel da, die für mich eigentlich nicht gut sind. 
Ich muss mir für mich eine Strategie einfallen lassen, wie ich damit umgehe, bzw. Wege finden, mich nicht selbst auszutricksen. 

Was mir bislang ganz gut gelingt, ist, dass ich mich auf Arbeit anders verhalte als früher. In meinen Schubladen befindet sich nichts zu essen oder zu naschen. Auch ist es mir bislang noch nicht wieder passiert, dass ich fremdgesteuert los renne und mir wahllos etwas hole. Wenn ich mir etwas hole, dann denke ich vorher darüber nach – auch über Wahlmöglichkeiten – und hole mir dann ganz gezielt eine Sache, aber nicht zwei oder drei – so wie früher – und esse dann alles, weil es ja da ist.

Es ist manchmal wirklich sehr schwierig. 
Wahrscheinlich sollte ich alles insgesamt etwas bewusster machen. Somit fallen einem, die Fallen schneller auf und man kann ihnen ausweichen. 
Letztlich muss man sich aber auch vor Augen führen, dass man sich an seine eigenen Regeln hält. 

Habt ihr Regeln, an die ihr Euch haltet oder eben auch nicht? 
Fällt es Euch schwer? 
Was sind das für Regeln?  Und wie schafft ihr es doch, Euch daran zu halten?

Aminosäuren

Dieses Projekt ist großartig gescheitert.

Ich hatte ja den Plan, etwas von meinen Nahrungsergänzungsmittel abzusetzen. Nachdem mein Hausarzt meinte, dass er dazu nichts sagen kann, weil er davon keine Ahnung hat, habe ich auf eigene Faust beschlossen, die zwei täglichen Kapseln Aminosäuren nicht mehr zu nehmen, da ich der Meinung war, dass ich ausreichend Eiweiß zu mir nehmen und ich im März eine Blutuntersuchung haben werde, die mir sagt, ob das in Ordnung ist. 

Bereits nach zwei Wochen habe ich eine Rolle rückwärts gemacht. Um die Wirkung der Aminosäuren streiten sich ja die Geister. Ich kann nur sagen, dass sie mir helfen, mein Gewicht zu halten.

In den zwei Wochen, in denen ich sie nicht nahm, habe ich mein Essverhalten nicht geändert und ich habe zugenommen. Merklich zugenommen. Ich habe da ja sonst leider kein so gutes Gespür dafür, aber hier habe ich gemerkt, dass sich etwas verändert hatte. Ich brauchte wirklich nicht lange herumraten und nachforschen. Es waren die fehlenden Aminosäuren. Aus der Panik heraus, dass ich noch mehr zunehme, habe ich sie also sofort wieder genommen und siehe da … Mein Gewicht hat sich wieder reguliert und ich habe das dazu gewonnene Gewicht wieder verloren.

Es kann schon sein, dass ich genug und ausreichend Eiweiß über die Nahrung zu mir nehme. Aminosäuren unterstützen und helfen beim Muskel- und Zellenaufbau und Kollagenbildung. Die Muskeln brauchen wir zur Fettverbrennung. Aminosäuren sind ja nicht nur Eiweiß.

Ich werde diese Kapseln also nicht absetzen, selbst wenn ausreichend Eiweiß in meiner Nahrung vertreten ist.

Außerdem war es die zwei Wochen schon komisch, die Kapseln nicht zu nehmen. Die dafür vorgesehenen Uhrzeiten haben sich doch schon sehr in die innere Uhr integriert. So nehme ich sie also, wie gewohnt, weiter. Ein anderes Mittel, welches ich absetzen könnte, fällt mir nicht ein. Ich muss auch sagen, dass ich sehr gut mit allem klarkomme. Klar darf ich meinen Dispenser nicht vergessen und ja, die Tabletten sind mein ständiger Begleiter, aber es ist kein Opfer, dass ich erbringe. Es hilft und dient meiner Gesundheit und die ist mir das alles wert.

Fuß-OP

Es ist geschehen. Ich habe mich am Fuß operieren lassen. 

Ich war im Vorfeld so aufgeregt und nervös; beinahe wäre ich noch vom OP-Tisch gesprungen. Wobei das nicht ganz einfach geworden wäre, denn ich habe mich für eine Spinalanästhesie entschieden und war somit von der Hüfte an abwärts gelähmt und gefühllos. Mit dieser Entscheidung habe ich mich durchaus schwergetan und bis zur letzten Minute gewartet. Vorher hatte ich mit meiner Mutter und meiner Schwester gesprochen, die das schon mal gemacht haben und davon begeistert waren.

Aufgrund meiner Magen-OP wurde mir auch von ärztlicher Seite her dazu abgeraten. Bei einer Vollnarkose wird einem ein Tubus gesetzt, der zu Schwierigkeiten führen kann. Es besteht dann die Möglichkeit, dass Magensäure in die Lunge dringt, was sehr unschön enden könnte. 

So lag ich also auf dem OP-Tisch und habe zugesehen, wie mein Bein desinfiziert wurde. Dabei wurde es angehoben und das hat mich schockiert. Wenn ich es nicht gesehen hätte, hätte ich es nicht mitbekommen, dass da was gemacht wurde. Die absolute Gefühllosigkeit. Das war sehr merkwürdig. Während der OP habe ich auch ein Tuch vor die Nase bekommen, so konnte ich nichts sehen. Zusätzlich hatte ich Kopfhörer auf. Die Schwestern waren wirklich nett und sehr bemüht. Etwas kalt war mir währenddessen, und ich habe sofort eine Wärmedecke bekommen. Meine Kopfhörer bzw. die Musik konnte allerdings nicht ganz die Geräusche der Geräte übertönen. Nach etwas mehr als zwei Stunden wurde ich dann in den Aufwachraum gebracht und konnte direkt von dort aus meiner Familie mitteilen, dass es mir gut geht. Der Vorteil dieser Narkoseart ist, dass sie nicht im Kopf ankommt und man deswegen nicht so schläfrig und matsche ist. Der Nachteil ist, dass man einige Stunden lang nicht aufstehen kann und auch die Blasenkontrolle darunter leidet. Der Narkosearzt sagte mir dann noch, dass das Gefühl zuerst kommt, aber die Kraft erst ganz zum Schluss. Es war irgendwie lustig, zu beobachten, wie so ganz langsam das Gefühl und die Bewegung wieder zurückkamen. Ich habe mir den Luxus gegönnt und mir ein Einzelzimmer geleistet. Wenn ich Besuch bekomme, störe ich keinen anderen und umgekehrt. Außerdem kann ich mich so verhalten, wie ich es möchte und gehe sonst niemanden damit auf die Nerven.

Ein wenig Sorge hatte ich, was das Essen angeht, denn das Essen im Krankenhaus ist nicht gut und zusätzlich kann ich nicht alles essen mit meinem Magen. Da habe ich aber etwas vorgesorgt und mir mein eigenes Brot mitgebracht. Mein erstes Frühstück dort war allerdings der Knaller: es gab Croissant, ein Ei, ein Brötchen, Apfelsaft und eine Zeitung.

Meine Tochter war im gleichen Krankenhaus, auch auf der gleichen Station. Das bekam sie nicht. Auch wenn ich das so nicht alles essen konnte und es mir im Grunde darauf auch nicht ankam, würde ich mir doch immer wieder ein Einzelzimmer gönnen. Ja, es kostet mehr, aber der Genesung ist es zuträglich und so zu rechtfertigen.

Nach zwei Tagen Aufenthalt durfte ich dann nach Hause. Da wollte ich auch unbedingt hin, denn zu Hause und in gewohnter Umgebung heilt man ja am besten. Es stellte sich dann allerdings nur so dar, dass ich doch eine größere Belastung war, als gedacht, denn die Erkältung meines Mannes stellte sich als eine Lungenentzündung heraus. So ein Mist! Da habe ich im November meine OP wegen Weihnachten verschoben und dann ist der neu gewählte Zeitpunkt noch schlechter. Ich konnte nichts machen. Die ersten zwei Wochen nach der OP durfte ich den Fuß absolut nicht belasten. Egal was ich machen wollte, ich brauchte immer Hilfe. Das war wirklich blöd.

Nach zwölf Tagen sollten die Fäden gezogen werden. Also bin ich zum Arzt gefahren. Ich kam in einen kleinen Raum mit einer Liege, auf die ich mich setzen sollte. Neben meinem Mann waren dann dort noch zwei ganz frische Azubis, ein fortgeschrittener Azubi und ein Arzt in dem Raum – mit mir also sechs Personen. Vor dem Ziehen der Fäden hatte ich Angst. Der Fuß wurde also ausgepackt und es ging los. Ein Schnitt hier, ein Schnitt dort, dann wurde gezogen, festgezogen, so dass es mir weh tat. Ratlosigkeit machte sich breit und mir wurde schwindlig. Mein Kreislauf drohte zusammenzubrechen. Es wurde mir ein Wasser gebracht du ich legte mich hin. Es wurde viel rumgedoktert und gerätselt und Fäden wurden gesucht. Nach einigem Hin und Her wurde mir eine Einweisung ins Krankenhaus gegeben, damit die Ärzte dort die verbliebenen Fäden herausholen sollten. Auf direktem Wege ging es dann also ins Krankenhaus. Es war aber kein Tag, an dem die Fußsprechstunde stattfand. Erst wollte man mich in die Rettungsstelle schicken, dort war es aber so voll, dass ich in der Ambulanz bleiben konnte, um dort auf einen Arzt zu warten. Nach guten 2 Stunden kam eine Ärztin, die aber keine Fäden gesehen hat und mir anbot, am nächsten Tag wieder zu kommen, denn dann seien die Ärzte da, die den Fuß operiert und die Wunden genäht haben. Ich bin also, völlig fertig mit den Nerven, nach Hause gefahren und am nächsten Tag wieder hin. Tatsächlich erwartete mich dort eine der Chirurginnen, die mich operiert hatte. Der habe ich dann die ganze Geschichte erzählt und sie schaute sich den Fuß an.

Schorf und getrocknetes Blut haben die Sicht etwas versperrt, aber sie wollte unbedingt wissen, ob dort noch Fäden waren. Also hat sie mir zwei Betäubungsspritzen gegeben und so lange gesucht, bis sie zwei Fäden à 3 cm gefunden hat. Mein Mann hat ihr mit seinem Handylicht dabei assistiert und sagte mir dann, dass die Nähte doch ganz schön wieder geöffnet wurden. Sie wurden dann aber nicht genäht, sondern nur mit Klebestreifen fixiert. Dazu hat sie mir dann noch ein Antibiotikum verschrieben, dass ich vorsorglich nehmen sollte, da nun so viel an dem Fuß gemacht wurde und sie Angst hatte, dass jetzt auch noch eine Infektion dazu kommen könnte. Meine Erleichterung und Dankbarkeit war so groß, dass ich das Medikament nun auch gerne nehme.

Den Orthopäden, der mir das angetan hat, werde ich nie wieder aufsuchen – ganz sicher nicht. Ich habe mir einen anderen gesucht, der zwar auch nicht der Beste ist, aber Fäden braucht er ja auch nicht mehr ziehen. 

Mein Fuß heilt. Ich brauche schon keine Gehhilfen mehr. Zwar muss ich noch einen Spezialschuh tragen, aber so weit komme ich sehr gut zurecht. Meine Familie kann ich auch wieder unterstützen.

Man merkt ja immer erst, wie gut es einem geht, wenn einem etwas fehlt oder man es nicht benutzen kann. Selbst ein Schnitt im kleinen Finger oder Daumen schränkt einen schon ein. Wenn ein Fuß ausfällt, auch wenn gewollt und geplant, ist es eine wirklich heftige Einschränkung. Deswegen werde ich mir eine Operation am anderen Fuß sehr genau überlegen. Das ist kein Spaziergang.

Ich habe eine tolle Familie um mich herum, die mir hilft und mich unterstützt und auch die räumlichen Gegebenheiten bieten Platz für solche Einschränkungen. Dennoch bin ich dankbar dafür, dass dies keine dauerhafte Beeinträchtigung ist. 

Mit der Hilfe von Physiotherapie, eigenem Willen und Einsatz habe ich dieses Projekt hoffentlich in ein paar Wochen hinter mir. Ich freue mich schon auf meinen Urlaub, zu Ostern, in der Toskana.  Worüber ich sehr erleichtert bin, weil ich mir schon Sorgen darüber machte, ist, dass ich nicht zugenommen habe. Durch die wenige Bewegung, die ich zwangsläufig hatte, befürchtete ich dieses. Aber ein – umständlicher – Gang auf die Waage hat alle Befürchtungen und Zweifel schmelzen lassen.

Blaue Flecke

Ich habe einen Hund, einen großen Hund. Einen Labradoodle gibt es in verschiedenen Größen, wir haben die Megaversion abbekommen. Ich liebe es! Ich liebe diesen Hund. Er hat ein so liebes Gesicht, so tolle Augen, er ist so lieb und gutmütig, verschmust und kuschelig.
Er kann aber auch toben und verrückt sein. 

Manchmal, nachdem ich ihn fast kahl gestreichelt und gekuschelt habe, sitzt mir dann der Schalk im Nacken und ich fange an, den Hund etwas zu necken und zu ärgern. Er macht dann meist auch sofort mit und wir schaukeln uns gegenseitig hoch, bis es irgendwann in einer wüsten Schlägerei zwischen uns endet.
Das sieht dann so aus, dass er mich anfällt und mir in die Unterarme beißt. Aber niemals so doll, dass er mir wirklich ernsthaft Schaden zufügt oder mich verletzt. Auch wenn ich es beenden möchte, kann ich das jederzeit tun. Es macht uns beiden richtig Spaß, mal durchzudrehen und uns einen Kampf zu liefern. Meine Familie sieht dann auch gern zu, wie Hund und Frauchen sich gegenseitig anstacheln und was für ein Knäuel wir beide bilden.

Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich seit der Magenoperation sehr viel schneller dazu neige, Blaue Flecken zu bekommen.
Nach solch einer Session sind meine Unterarme grün und blau und sehr empfindlich.
Der Hund beißt mich nicht immer, bzw. ist mein Unterarm nicht immer zwischen seinen Zähnen, manchmal stoßen wir auch einfach nur aneinander und schon habe ich einen Blauen Fleck. 

Vor der Operation habe ich da viel mehr ausgehalten. Da hat mir das alles nicht so viel ausgemacht. Einmal war ich mit dem Hund spazieren und wir haben ein wenig herumgealbert. Dabei ist es passiert, dass ich mit meinem Handrücken gegen seinen Eckzahn gestoßen bin. Ja, das tat in dem Augenblick weh, ging dann aber auch recht schnell wieder. Als ich einige Minuten später wieder zu Hause war, mir meine Hände wusch, verspürte ich plötzlich wieder einen Schmerz. Auf meinem Handrücken hatte sich eine riesige blaue Beule gebildet. Ich habe mir sofort Heparinsalbe drauf geschmiert und gekühlt, gekühlt und gekühlt.

Es ist schon sehr erstaunlich, wie sich das verändert hat. Ein bisschen erschreckend vielleicht. 

Wer glaubt, dass ich die Tobereien mit meinem Hund deswegen sein lasse, hat sich geirrt. Vielleicht mache ich sie nicht unbedingt vor einem gesellschaftlichen Event, bei dem die Unterarme in den schönsten und buntesten Farben erstrahlen, aber nehmen lasse ich mir diese tollen Momente, die mir auch sehr viel Spaß machen, nicht.
Auch hat mein Hund sehr viel Spaß daran und er macht das alles ja nicht mit Absicht oder Böswilligkeit. 

Gerade schaut er mich mit seinen lieben braunen Augen an und ich schmelze dahin.
Es ist Zeit für eine Kuschelrunde.

Große Herausforderung, das Gewicht zu halten

Ein leidiges und wiederkehrendes Thema. Was heißt wiederkehrend … es besteht irgendwie dauerhaft. Mit der Magen-Operation dachte ich, oder erhoffte ich mir, dass die Gedanken, die ständig um Essen, Gewicht, Kalorien etc. kreisen, weg sind.
Nein!
Sind sie nicht!
Ob sie schlimmer sind? Vielleicht?!
An sich sind die Gedankengänge eventuell gleichgeblieben, aber es sind definitiv neue Gedanken dazu gekommen. Gedanken, wie „Versau es dir doch nicht!“ „Streng Dich an!“ „Mach das richtig!“

Nachdem ich eine Phase hatte, in der ich merklich mehr gegessen habe und ich am Ende der Woche, an meinem Wiegetag, mehr als zwei Kilo zugenommen hatte, habe ich mich geschämt und war mehr als von mir selbst enttäuscht.
Ich habe mich vor dem Spiegel gestellt und mich ausgeschimpft. Ich war wirklich richtig böse mit mir und konnte mich selbst nicht ausstehen. Im Konflikt mit einer anderen Person wäre ich gegangen, hätte sie stehen lassen und hätte einige Zeit nicht mit ihr geredet.
Schlecht, wenn man selbst diese Person ist. Ich musste mich also mit mir selbst auseinandersetzen.
Gut, normalerweise hat das Schimpfen mit mir immer dazu geführt, dass ich zum Essen gegriffen habe. Das durfte diesmal nicht so sein.
Ich muss es doch schaffen können, auf meine Mahlzeiten zu achten, nicht zu übertreiben und mich selbst unter Kontrolle zu bringen. Andere können das doch auch. Die Chance, die ich durch diese Operation erhalten habe, muss ich doch nutzen und nicht alles wieder kaputt machen.
Das wäre doch so schade.
Das wäre so enttäuschend.

Nachdem ich mich also vor dem Spiegel ausgeschimpft habe, habe ich angefangen, mir Mut zuzusprechen und mich zu motivieren. Ich habe mich mit mir selbst verschworen. Es muss doch wieder in den Griff zu bekommen sein.

Also habe ich mich jeden Tag auf die Waage gestellt, morgens und abends. Ich habe strengstens darauf geachtet, nur drei Mahlzeiten am Tag zu essen. Ich habe komplett auf Süßigkeiten, Snacks etc. verzichtet.
Hart aber was sollte ich machen. Auf mein Gefühl kann ich mich nicht verlassen. Das täuscht mich sehr und so waren böse Überraschungen plötzlich da. Für mich funktioniert nur Kontrolle und Überwachung. Anders geht es nicht. Ich würde es mir anders wünschen, aber dafür bin ich zu schwach und nicht gemacht. Jahrelange Gewohnheiten lassen sich nicht so einfach ändern und wegoperieren.
Sicher ist es hilfreich, sich zu notieren, was man am Tag gegessen und getrunken hat.
Kurz nach der Operation war ich auch diszipliniert dabei, aber das ist leider nicht mein Ding. Ich vergesse das Notieren, verschiebe es auf später und Tage später weiß ich nicht mehr, was ich gegessen und getrunken habe.
Dies ist leider nicht zur Routine für mich geworden.

Im Grunde sind meine Mahlzeiten ja auch gleich. Morgens esse ich immer ein Overnight-Oat mit Haferflocken, Chia-Samen, Banane, Himbeeren, Milch und Joghurt. Mittags gibt es oft Reste vom Abendessen und abends dann etwas Selbstgekochtes. Wenn ich mich nur an diese drei Mahlzeiten halten würde, wäre alles nicht so schlimm und ich bräuchte mir keine Gedanken über irgendetwas machen. Leider bleibt es nicht dabei. Mein Mann sagt mir immer, dass ich Snacks planen soll. Ja und nein. Er hat schon recht damit, dass wenn es denn sein muss, es wenigstens richtig und vernünftig geplant sein sollte. Aber eigentlich will ich das ja gar nicht. Allerdings ist es auch so, dass ich manchmal etwas essen möchte, es aber zu den geplanten Mahlzeiten gar nicht schaffe. So bleibt mir eigentlich nichts anderes übrig, als es später zwischendurch zu essen, wenn es denn unbedingt sein muss.
Muss es das? 
Nein! Muss es sicherlich nicht. Nur manchmal freue ich mich so sehr darauf – gerade am Wochenende.
Es gibt Momente, in denen schaffe ich es, ganz genau darüber nachzudenken, was jetzt zu tun ist. Ich wäge dann ab, was ich tun kann und was jetzt clever wäre. 
Es gelingt mir recht häufig, mir entweder einen Tee oder einen Latte Macchiato zu machen.
Oft hilft mir das über die schlimmsten Gefühle hinweg und lässt mich noch warten, bis ich die nächste Mahlzeit zu mir nehmen kann. 

Es ist mir leider noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen, bzw. habe ich es noch nicht im Gefühl. Mein Mann ist einmal nach sehr langer Zeit selbst auf die Waage gegangen und sagte vorher noch, was diese anzeigen wird. Es war so erstaunlich, dass es gestimmt hat. Das könnte mir nicht passieren. Selbst mit einer Woche voller Disziplin und selbst wenn ich mich jeden Tag wiege, könnte ich keine Zahl nennen, die in der Anzeige erscheint. Keine Ahnung, ob es mir jemals gelingen wird, da ein richtiges Gefühl zu entwickeln. 

Bis sich das eventuell einmal entwickelt und einstellt, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich zu kontrollieren und mir eben Gedanken dazu zu machen.

Vitamine & Mineralien

Seit der zweiten Woche nach der Operation nehme ich Nahrungsergänzungsmittel. Von den Ärzten ist ein Multivitamin- und ein Kalziumpräparat angeordnet worden.
Jeden Tag nehme ich also seither eine Multivitamin- und zwei Kalziumtabletten.
Das reicht aber noch nicht. Nach der ersten Blutuntersuchung wurde festgestellt, dass ein Vitamin K Mangel besteht und Vitamin B12 sollte ich auch nehmen. Das sind also zwei weitere Tabletten, sind wir schon bei fünf. Da ich leider die Eiweiß Shakes nicht vertragen habe, decke ich meinen Bedarf mit täglich zwei Aminosäurekapseln. Das macht dann sieben Tabletten. Als es mit dem Haarausfall los ging, riet mir die Ärztin zu Kollagen, Biotin und Zink. Zehn! Zehn Tabletten, Kapseln und Pillen schlucke ich nun seither jeden Tag. Dazu habe ich mir einen Zeitplan ausgearbeitet und diesen in meinem Handy verewigt. Zehnmal am Tag bekomme ich eine Erinnerung, welches Mittel nun zu schlucken ist, denn alle gleichzeitig geht nicht. Manche sollen vor, mit oder nach dem Essen eingenommen werden. Die Präparate, die ich zweimal am Tag nehme, sollten auch eine Lücke haben, damit sie kontinuierlich wirken können.
Mein Pillendöschen habe ich immer griffbereit bei mir.
Alle drei Wochen fülle ich meine Dispenser auf und verursache damit eine Menge Müll. Leider bleibt mir nichts anderes übrig. Bei Amazon habe ich für meine Mittel auch jeweils ein Abo abgeschlossen, damit ich nicht immer an die Besorgung denken muss. Teuer ist der Spaß alle Mal. Aber was soll´s. Ich schaffe es nicht, alle notwendigen und erforderlichen Vitamine mit der Nahrung zu mir zu nehmen.

Nun ist es ja so, dass mir zu einigen Mitteln geraten wurde, weil mir die Haare ausfielen. Diese sind also nicht zwingend notwendig, damit mein Vitamin- und Mineralienhaushalt ausgeglichen sind.
Vielleicht ist es möglich, etwas wegzulassen oder zu reduzieren.
Bei der Biotinkapsel bin ich mir absolut sicher. Die ist wirklich nicht weiter wichtig, da sich Biotin auch in der Kollagentablette befindet. So werde ich meine Biotinvorräte noch aufbrauchen und dann ist das erledigt.

Meine Überlegungen treffen eher Zink, Vitamin K und Vitamin B12. Wobei ich mir beim B12 wirklich unsicher bin, denn hier sprach man schon vor Operationen davon, dass man sich das auch spritzen lassen kann. Es scheint also so, dass Mängel öfter auftreten.

Bei meinen ganzen Überlegungen kam mir dann auch noch in den Sinn, dass es ja kontrolliert werden muss, bzw. wie stelle ich denn einen Mangel fest und wie schlimm kann sich dieser dann auswirken?

Im ersten Jahr nach der Operation finden drei Blutuntersuchungen statt, die alle Werte sehr genau dokumentieren. Danach wird solch eine genaue Blutuntersuchung nur noch einmal im Jahr durchgeführt. Muss ich dann ein Jahr darauf warten, bis ich weiß, ob sich ein Mangel bei mir eingestellt hat? Und was ist, wenn ich einen Mangel habe? Kann man ein Jahr lang damit leben, ohne sich damit nachhaltig Schaden zuzufügen?

Nachdem ich mit meinem Mann darüber gesprochen habe, ist folgende Schlachtplan entstanden. Im März steht die nächste Blutuntersuchung an. Ich werde also im Dezember dieses Jahres zu meinem Hausarzt gehen und in mein Vorhaben schildern. Der kann mir auch sagen, welches Präparat ich weglassen kann, ohne dass ich allzu großen Schaden davontragen werde. Drei Monate sollten doch reichen, um herauszufinden, ob gewisse Mittel sein müssen oder weggelassen werden können.

Allein würde ich mich das nicht trauen. Ich werde mir ärztliche Unterstützung und Begleitung holen.

Es ist ein Versuch. Wenn er mir zeigt, dass es nicht so geht, wie ich es mir vorstelle und meine Werte in den Keller geben, bzw. sich verschlechtern, dann ist dieses Experiment gescheitert und dann wird alles wieder rückgängig gemacht.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, welche Erkenntnisse sich daraus ergeben werden.

Inkontinenz

Vor über einem Jahr habe ich mich einer magenverkleinernden Operation unterzogen und mir einen Magenbypass legen lassen. Es wird eine etwa 15 bis 20 ml kleine Magentasche (Magenpouch) am Mageneingang gebildet. Der größte Teil des Magens wird verschlossen und bleibt in seiner unveränderten Lage im Bauch.

Der Dünndarm wird durchgeschnitten. Die oberen Abschnitte vom Zwölffingerdarm und vom oberen Teil des Leerdarms werden umgeleitet. Hier fließen die Verdauungssäfte aus der Bauchspeicheldrüse und die Gallensäuren zusammen. Der Teil des Darms, der unterhalb dieser Durchtrennung liegt, wird hochgezogen und mit der Magentasche verbunden.

Alle Nahrungsmittel und Getränke geraten somit durch den kleinen Magen auf direktem Wege in diesen Abschnitt des Darms.

Es findet eine Veränderung der Hormone statt.

Wer unter Diabetes und/oder Sodbrennen leidet, wird von dieser OP-Variante besonders profitieren, da sich beide Leiden durchaus in Luft auflösen können. Auch können sich Schilddrüsenwerte verbessern.

Mein Leidensdruck war irgendwann einfach so hoch, dass ich nur noch diese Operation als Ausweg für mich sah. Letztens las ich einen Kommentar: „Warum OP? Hast Du keinen Willen?“ Wenn es doch nur so einfach wäre. Wer sich nicht selbst in dieser Situation befindet oder auch nur annähernd sich damit beschäftigt, kann das nicht verstehen. Ich mache diesen Menschen keinen Vorwurf. Auch mir ging es so. Vor Jahren hat eine Freundin, sich einer Magenoperation unterzogen. Ich war davon nicht begeistert, weil auch ich dachte, dass sie faul ist, keinen Willen hat, sich nicht anstrengen möchte und den Weg des geringsten Widerstandes gehen will. Einige Jahre später fand auch ich mich in dieser Situation wieder und ich habe nur noch diesen Weg wählen können. Ich habe so viel gemacht und versucht, mich so sehr angestrengt und gekämpft, aber dennoch immer wieder verloren und versagt. Ja, manchmal sehe ich noch heute meine Operation als eine Kapitulationserklärung, aber mir blieb nichts anderes mehr übrig, als mich für diesen Weg zu entscheiden. Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Ich würde es immer wieder tun. Wenn man sich für eine Operation entscheidet, bedeutet es nicht, dass alles ganz einfach wird. Der Weg zum Operationssaal ist lang und man hat so einige Hürden zu überwinden.

Warum schreibe ich das alles? Niemals würde ich versuchen, jemanden zu einer Magenoperation zu überreden, aber ich möchte jeden dazu ermutigen, diesen Schritt zu gehen, wenn man sich damit schon auseinandergesetzt hat und selbst auch diesen Weg gehen möchte oder für sich gehen muss. Diese Entscheidung muss für sich selbst getroffen werden. Ich kann sagen, dass es absolut richtig war für mich. Es ist einfach zu viel Zeit vergangen, in der ich mich nicht wohl gefühlt und mich verachtet habe. Nein, selbstverständlich sind mit solch einer Operation nicht alle Selbstzweifel weg und die absolute Zufriedenheit ist eingekehrt, daran arbeite ich noch. Aber Stück für Stück merke ich Veränderungen an mir – die körperlichen sind recht schnell zu merken und zu sehen – auch von anderen. Es gibt aber auch vieles, was meine Mitmenschen nicht sehen können. Da spreche ich nicht nur von psychischen Dingen, die unweigerlich auch kommen. Zum Beispiel spreche ich hier von einer Inkontinenz, unter der ich vor der Operation durchaus litt. Okay, ich bin Mutter und habe ein Kind bekommen und ja, daher kann auch eine Inkontinenz entstehen und vor der Operation hätte ich mein Übergewicht auch nicht unbedingt damit in Verbindung gebracht. Aber heute tue ich das. Gut, wenn ich ganz nötig auf die Toilette muss, die Blase richtig voll ist und ich dann husten oder niesen muss, passiert es mir heute noch. Seit einiger Zeit beobachte ich aber, dass es mir nicht mehr ständig passiert, wie noch vor der Operation. Ich vermisse es nicht! Es ist mir nur jetzt einmal aufgefallen.

Niemand kann einem vor der Operation sagen, welche Veränderung erwartet werden können. Dafür sind sie ja auch zu unterschiedlich. Ich habe Beiträge gelesen, in denen stand, dass solch eine Operation gar nicht geholfen hat und keine Abnahme erfolgte. Für mich nicht vorstellbar, aber wenn man nicht selbst drin steckt…

In meinen bisherigen Beiträgen habe ich geschildert, was sich bei mir alles verändert hat und wie wohl ich mich nun endlich wieder fühle. Ich habe die richtige Entscheidung getroffen und bin so froh darüber. Hätte ich gewusst, welch positive Veränderungen mich erwartet hätten, hätte ich es schon viel früher gemacht. Ja, es ist nicht immer alles ein Zuckerschlecken, aber das ist es ja nie.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, wer sich für diese Operation entscheidet, braucht einen starken Willen. Es sind einige Unwegsamkeiten zu überwinden, was die Antragstellung betrifft. Wenn man aber an die richtigen Stellen gelangt, die einem helfen und unterstützen, lohnt sich oft die ganze Mühe und Arbeit.

Gern bin auch ich dazu bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Das große Glück ist manchmal ganz klein

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich über meinen Haarausfall berichtet habe. Bereits vor einigen Wochen ist mir aufgefallen, dass am Haaransatz über der Stirn so ein Flaum entstanden ist, der sich irgendwie selbstständig machte und nur einige Zentimeter lang war. Der Haaransatz im Nacken bestätigte, dass meine Haare endlich wieder in voller und gewohnter Stärke nachwachsen.

Ich hatte ja beschrieben, dass durch den Haarausfall, die übrig gebliebenen Haare sehr dünn geworden sind. Das sah ein wenig wie Gespensterhaar aus – so durchsichtig. Beim Friseur ließ ich sie mir ja dann abschneiden. So dünn die Haare aber auch waren, sind sie dennoch in die Länge gewachsen. Immerhin.

Durch den nun wieder dichteren Haaransatz sah man den Unterschied doch sehr deutlich, und die langen, dünnen Haare sahen sehr fippsselig aus. Also bin ich zum Friseur gegangen und habe sie mir wieder abschneiden lassen. Sie durften aber nur so kurz werden, so dass ich mir noch einen Zopf machen kann und es mir grundsätzlich steht. Denn was nützt es mir, dass ich die dünnen Haare abschneiden lasse, mir aber die Kurzhaarfrisur nicht steht. Also, nicht um jeden Preis.
Die Friseurin hat das aber sehr gut gemacht. Ich bin wirklich glücklich und mit einem Lächeln gegangen. Das passiert mir nicht oft.

Auch wenn ich mir so durch die Haare mit den Fingern fasse, merke ich den Unterschied sehr deutlich. Das Zopfgummi brauche ich auch nur noch dreimal herumwickeln und es sitzt fest.

Es geht aufwärts und ich habe Hoffnung. Diese Problematik hat mich doch schon sehr beschäftigt. Seit einem Jahr bin ich mit dieser Thematik nun schon beschäftigt.

Wenn es Euch auch so geht, dann lasst Euch nicht entmutigen. Es wird wieder besser. Es braucht nur seine Zeit, und die lässt sich nicht beschleunigen. Mit Biotin und Kollagen könnt ihr aber zur Stärkung des Wachstums etwas beitragen. So wächst das Haar gestärkt und kräftiger wieder nach.