Pantoprazol

Im März war die dritte Blutuntersuchung nach der Operation. Beim Auswertungsgespräch mit der Ärztin der MIC-Klinik sagte sie mir, dass es nicht so gut sei, dass ich noch immer Pantoprazol nehmen würde.

Während der ganzen Operationsvorbereitungszeit habe ich es so verstanden, dass nach einer Magenbypass-Operation das Sodbrennen aufhören könnte, während bei einer Schlauchmagen-Operation dieses noch verstärkt werden könnte. Aus diesem Grund habe ich mich für die Bypass-Variante entschieden, denn schlimmeres Sodbrennen hätte ich nicht haben wollen.

Ca. drei Monate nach der Operation bin ich auf die Suche nach einem neuen Hausarzt gegangen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Pantoprazol abgesetzt. Einige Tage danach stellten sich Bauchschmerzen ein und der neue Arzt hat daraufhin für einige Tage meine Dosis von 20mg auf 40mg verdoppelt. Seither nehme ich dieses Medikament weiter. Darüber war ich schon etwas enttäuscht, denn ein Medikament weniger, ist ein gutes Medikament. Nach dem Telefonat mit der Ärztin und auch schon einige Zeit davor habe ich mir also nun wieder intensiver Gedanken über diese Einnahme gemacht. Ganz unumstritten ist Pantoprazol ja nicht.
Ich fasste also den Entschluss, mir einen Tag auszusuchen, an dem ich dieses Medikament nicht mehr nehme. Gesagt getan – einfach so. Gar nicht so einfach. Der Schritt dazu wurde von vielen Gedanken und Zweifeln begleitet. Aber, wenn ich es nicht versuche, finde ich es nie heraus.

An Tag eins war alles in bester Ordnung. Mir ging es gut, und das, obwohl es sogar Kuchen gab. Von meinem Magen bekam ich keine negative Rückmeldung. So startete ich guter Hoffnung in Tag zwei. Dieser verlief auch ruhig und ohne Beschwerden. Vielleicht hatte ich am Abend ein ganz leichtes Drücken gemerkt, aber darüber machte ich mir keine weiteren Gedanken. Ich war doch sehr froh, wie einfach und komplikationslos das alles von statten ging.
Tag drei war ein Montag und ich ging ins Büro. Über den Tag hinweg setzten Bauchschmerzen und Übelkeit ein. Zum Abend hin waren das richtige Krämpfe. Ich konnte kaum etwas essen und/oder mich bewegen. Die Schmerzen ließen dann doch wieder etwas nach und ich konnte die letzte Gassirunde mitgehen. Als ich ins Bett ging, nahm ich dann doch wieder eine Pantoprazol-Tablette. Die Nacht konnte ich doch recht gut schlafen. Ich hatte mir allerdings noch überlegt, ob das abrupte Absetzen so clever war und dachte mir, dass ich die Tabletten vielleicht alle zwei Tage nehmen sollte und nach einer gewissen Zeit, den Abstand eventuell auf drei Tage erhöhen kann.

Also nahm ich am nächsten Morgen eine Tablette und ich muss sagen, dass es eigentlich ganz gut ging. Zum Nachmittag hin wurden die Bauchschmerzen dann doch wieder etwas doller und am Abend waren sie so schlimm, dass ich nur zwei Bissen vom Abendessen hinunter bekam. Komischerweise hat mir mein Wassereis dann doch mein Magen gerettet und diesen etwas beruhigt. Das klingt wirklich komisch, aber es wirkt bei mir tatsächlich wie ein Kräuterschnaps.

Meine Schmerzen lassen sich am besten mit einem Brennen und Drücken beschreiben. Sodbrennen im klassischen Sinne, dass die Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt war es nicht. Meine Körpermitte hatte so viel damit zu tun, dass viel Energie dabei verwendet wurde. Ich war direkt richtig erschöpft.

Als ich so mit meinen Schmerzen auf der Couch lag, fasste ich den Entschluss, mich bei der MIC zu melden. Die sollten mir helfen. Ich habe sofort eine Mail mit meinem Zustand geschrieben und um Hilfe gebeten.

Am nächsten Morgen gegen 09:00 Uhr klingelt mein Handy und die Ärztin war an der anderen Leitung. Sie sagte mir, dass ich für die nächsten Tage die Dosis von 20mg auf 40mg erhöhen und die sogar morgens und abends einnehmen soll. Danach dann nur noch morgens, einmal 40g, um dann wieder auf 20mg zu reduzieren. Die höhere Dosis soll dazu dienen, dass sich jetzt erst einmal alles wieder beruhigt. Ich fragte sie, warum das bei mir so ist und weshalb ich diese Tabletten nicht absetzen kann?

Und dann räumte sie mein Missverständnis auf. Nach einer Magenbypass-Operation verschwindet in aller Regel der Reflux, d.h. das Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre. Die vermehrte Produktion der Magensäure wird dadurch nicht geändert. Die kann also weiterhin ungehindert Probleme und Schmerzen verursachen. Der Protonenhemmer Pantoprazol hält das im Griff. Deswegen muss ich dieses Medikament also weiterhin und auch dauerhaft nehmen.

Nachdem mir das nun also ausführlich und nach mehrmaligem Nachfragen sehr deutlich erklärt wurde, war ich sehr erleichtert. Ich dachte schon, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ein paar Sorgen habe ich mir da schon gemacht. Ich werde nun also in den nächsten Tagen, den vorgegebenen Fahrplan einhalten und hoffe dann auf schnelle Besserung.

Diese Situation hat mich ein weiteres Mal darin bestärkt, dass ich mir die richtige Klinik für meine Operation ausgesucht habe. Von der ersten Minute an, als ich dort die Räume des Adipositaszentrums betrat und ich den ersten Kontakt zu einer Mitarbeiterin hatte, habe ich mich dort einfach nur wohl und sehr gut aufgehoben gefühlt. Es ist nun das zweite Mal, dass ich nach der Operation mit Bauchschmerzen zu tun hatte. Beide Male habe ich mein Anliegen per E-Mail geschildert und bekam sofort einen Rückruf mit der entsprechenden Hilfe. Auch werden nicht einfach nur die Mitarbeiter vorgeschickt, um eine Antwort zu übermitteln, nein, die Ärzte höchst selbst nehmen das Telefon in die Hand und sprechen mit ihren Patienten. Ich für mich kann nur immer wieder sagen, dass ich die absolut richtige Entscheidung getroffen habe, mich dort behandeln und operieren gelassen zu haben. Ich kann für diese Klinik, deren Ärzte plus das gesamte Personal eine 100-prozentige Empfehlung aussprechen und einen großen Dank aussprechen.

Spontanes shoppen

Zum Geburtstag meines Sohnes wollte ich etwas ganz Spezielles einkaufen.
In der Nähe meines Büros ist ein großes Einkaufszentrum, welches ich früher mit meiner Kollegin viel öfter besucht hatte Da sie leider nicht mehr bei mir ist, macht der Ausflug dorthin auch nicht mehr so viel Spaß. Oft sind wir dort auch einfach essen gegangen. Da ich noch nicht wieder alles essen kann, fällt dieser Grund also für mich auch weg.

Jedenfalls bin ich dort in ein Geschäft gegangen, welches gerade Ausverkauf hatte und ich somit den gesuchten Gegenstand für meinen Sohn dort nicht mehr bekommen konnte.
Auf dem Weg nach draußen zog ein Kleiderständer mit Klamotten, die gerade einsortiert wurden, meine Aufmerksamkeit auf sich.
Momentan liebe ich Pullover mit Fledermausärmeln und die etwas kürzer sind. Auf dem Kleiderbügel sah das Oberteil top aus. Kurzerhand entschloss ich mich, das Teil anzuprobieren. Ich habe mir die nächste Umkleidekabine gesucht und mich umgezogen. Es passte! Ich habe mich im Spiegel von allen Seiten angeschaut, habe es wieder ausgezogen, habe die Kabine verlassen, bin direkt zur Kasse gelaufen und habe bezahlt. Und dann wäre ich fast in Tränen ausgebrochen.

Wann ist mir DAS denn das letzte Mal passiert? Außer ein spontaner Schuh- oder Krimskramskauf habe ich schon jahrelang nicht einfach mal so ein neues Kleidungsstück gekauft und schon gar nicht, nur weil es mir gefiel. Hallo?!
Total verrückt!

Das ist wirklich etwas Besonderes. Die Kirsche war dann noch, dass der Preis von knapp 65 € auf 48 € gesenkt war, wegen des Ausverkaufs. Das steigerte die Freude gleich noch mal, zu dem andere Anbieter, auch online, durchaus mehr als 65 € haben wollten. Einziger Nachteil, wenn man es so nennen möchte, ist, dass der Pullover weiß ist. Hier ist also besondere Vorsicht geboten. 😉
Sehr gern hätte ich ihn auch in einer anderen Farbe genommen, gab es aber leider nicht.
Ich weiß gar nicht, ob ich das Gefühl hier richtig wiedergeben kann. Häufig haben mir die Klamotten im Schaufenster gefallen, es war aber ausgeschlossen, dass ich sie mir einfach so gekauft hätte. Das soll nicht heißen, dass ich das immer so machen möchte, aber es wäre möglich. Für mich ist das eine sehr emotionale Angelegenheit und eine krasse Veränderung meines Lebensgefühls.

Habt ihr auch solche Erlebnisse gehabt? Schildert sie mir hier gerne in den Kommentaren.
Ich freue mich darauf.

Be bright. Be happy. BE YOU

Mein Chef hatte Geburtstag. Er ist 60 Jahre alt geworden.
Aufgrund seiner langen Zugehörigkeit und seiner verschiedenen Posten, die er in den letzten Jahrzehnten innehatte, wurde für ihn ein Empfang gegeben. Dazu wurde mit sehr offiziellen und förmlichen Karten eingeladen. Es bedurfte einiger Organisationen dieser Veranstaltung.

Ganz spurlos ging das auch nicht an mir vorbei, denn es stellte sich die Frage, was ich denn anziehen sollte für diese Gelegenheit. Der Empfang war von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr angesetzt. Es musste schon mal keine Abendgarderobe sein. Allerdings musste ich in meine Überlegungen mit einbeziehen, dass ich bis 14:00 Uhr im Büro arbeiten muss.

In den letzten Monaten war ich selbstverständlich schon auf einigen Festen und Feiern, wie z. B. die Taufe meiner Nichte. Hier passten mir noch vorhandene Klamotten, die ich in der Vergangenheit getragen habe. Mittlerweile sind mir diese aber zu groß geworden und da die Freude am Shoppen ja wieder da ist, hatte ich mir bereits vor einiger Zeit eine Hose und ein Oberteil gekauft, die sich gut kombinieren ließen und für diesen Anlass perfekt waren. Die Hose stand fest, die Schuhe auch. Ich liebe ja Schuhe von Tamaris, weil ich die einfach nur bequem finde. Und dieser Trotteur hat einfach sehr gut gepasst.

Nun ist es ja so, dass ich aktuell eher sehr eng anliegende Kleidungsstücke trage. Ja, sie betonen meine neue Figur, aber ich fühle mich auch sehr wohl darin. Hinzukommt, dass durch das enganliegende ich das Gefühl habe, dass meine überschüssige Haut komprimiert wird. Gerade Hosen, die weiter geschnitten sind, geben den Oberschenkeln mehr Bewegungsfreiheit. Finde ich momentan nicht so schön Allerdings konnte ich nicht in einer Leggins auf dem Empfang meines Chefs auftreten.

Zusätzlich habe ich den Glauben entwickelt, dass mich weite Klamotten verstecken. Aber bitte probiert es mal aus. Ich zog also diese Hose an und ein etwas weiter geschnittenes Oberteil. Dieses habe ich vorn ganz leicht und locker in den Hosenbund gesteckt. Ich habe eine andere Person im Spiegel gesehen. Die locker sitzenden Klamotten haben meine Figur noch stärker betont. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich sah so gut aus und ich habe mich so gut, so beschwingt gefühlt.
Bis über beide Ohren habe ich mein Spiegelbild angegrinst.
Meine Tochter bat mich um ein Foto von meinem Outfit, da ich das Haus vor ihr verlasse. Auch sie war absolut begeistert.

Was meint ihr, mit wie viel Selbstvertrauen und auch Selbstliebe ich ins Büro gefahren war. Hatte ich das schon einmal? Keine Ahnung! Wenn ja, ist es so lange her, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Das war unglaublich. Ich war den ganzen Tag auf den Absatzschuhen unterwegs und mir haben selbst abends die Füße nicht weh getan.

Vorsichtshalber hatte ich noch ein Paar flache Schuhe mitgenommen, die waren aber überhaupt nicht notwendig. Einfach nur toll. Nicht nur meine Seele, sondern auch meine Füße müssen diese schwere Last nicht mehr tragen.

Der Empfang selbst war gut. Es waren viele Leute da, die ich kannte. Meinen Hauptgesprächspartner hatte ich allerdings im Mann eines Arbeitskollegen gefunden. Unsere Hunde boten viel und abwechslungsreichen Gesprächsstoff. So war es dann doch gar nicht so langweilig, wie ich anfangs befürchtet hatte.

Aber auch hier hatte ich Selbstvertrauen in mich und es beschlich mich nicht der Gedanke, was andere eben eventuell über mich denken könnten. Es wäre mir auch egal gewesen. Noch vor wenigen Monaten undenkbar.

Dieses, mein neues Leben, hat so viel verändert, wofür und worüber ich wirklich dankbar und glücklich bin.

Schulungen – Arbeitgeber

Während der Vorbereitungszeit für die Operation wurde einem immer wieder gesagt, dass man mehr Sport machen müsse, bzw. mehr Bewegung in den Alltag einbauen soll. Dies gilt nicht nur für die Zeit vor der Operation, sondern speziell für danach. Für mich kommt ein Fitnessstudio oder Joggen nicht infrage, da mir dazu einfach die Zeit fehlt. Wenn ich den ganzen Tag herumsitzen und nichts tun würde, hätte ich etwas ändern müssen, aber ich habe immer etwas zu tun. Okay, wenn ich im Büro bin, sitze ich meist am Schreibtisch, aber meine Aufgaben kann ich nicht während des Laufens erledigen. Gut, ich kann darauf achten, dass ich öfter eine Pause mache und in der Mittagspause rausgehe, um einen Spaziergang zu machen.
All das tue ich.
Aber ansonsten geht nicht mehr. Noch vor der Operation hatten wir uns einen Hund angeschafft, der auch mehr Bewegung mit sich bringt. Ich musste mit meinem Büro umziehen und so hat sich mein Fußweg von der Bahn zum Büro verdreifacht. Ich musste mir also nicht mehr Bewegung suchen, sondern sie kam von allein.  😊

Hinzu kommt mein Arbeitgeber, der schon immer ein tolles Fort- und Weiterbildungsangebot hatte. Als ich vor mehr als zehn Jahren hier anfing, habe ich an so vielen Maßnahmen teilgenommen, dass ich sogar eine Prüfung abgelegt und bestanden hatte. Man wird immer auf dem neuesten Stand gehalten.

Seit einigen Jahren ist auch der Gesundheitsaspekt hinzugekommen. So gab es eine „aktive Pause“, bei der mit einigen Übungen etwas Bewegung in den Büroalltag gebracht wurde. Dafür konnte ich mich leider nicht erwärmen.
Jetzt steht aber „Yoga-Walking“ auf dem Programm. Am Anfang werden ein paar Atemübungen gemacht, um dann einen meditativen Spaziergang zu machen. Bei diesem ist man in Stille ganz bei sich und kann ein Mantra “SaTaNaMa“ mithilfe seiner Finger abzählen, bzw. atmen. Dieser Kurs geht knapp eine Dreiviertelstunde. Frische Luft und Bewegung, wann macht man das einfach mal so zwischendurch?

Ich denke, es ist der Corona Zeit zu verdanken, dass viele Schulungsangebote auch online durchgeführt werden können. Es kann schon mal schwierig sein, sich für einen ganzen Tag von seinem Schreibtisch loszureißen, um an einer Bildungsmaßnahme teilzunehmen – gerade was die Gesundheit angeht.
Es kommt einem merkwürdig vor, sich für diese Thematik von seinem Schreibtisch zu lösen. Und so findet in einigen Tagen ein digitales Seminar zum Thema: „Balance Food – entspannt essen im Stress“ statt. Das kommt ja wie gerufen.
Denn auch ich esse am Schreibtisch. Ich nehme mir zwar immer vor, das Telefon zu missachten und keine Mails zu lesen oder zu beantworten, aber wenn plötzlich die Bürotür auffliegt und mir eine Frage gestellt oder einfach nur eine Info gegeben wird, dann ist das mit dem Abschalten vorbei.
Ich bin gespannt, was bei dem Seminar für Tipps gegeben werden und welche ich davon umsetzen kann.
Jedenfalls freue ich mich schon darauf. Mal schauen, ob es in Zukunft noch mehr solch Angebote geben wird.

Schnarchen

Das viele Übergewicht hat viele Nachteile mit sich gebracht.
Auch gesundheitliche Aspekte spielten natürlich eine Rolle, ob Diabetes, Bluthochdruck oder Fettleber.
Aber auch zwischenmenschlich gab es hier und da Einschränkungen.
Mein Mann und ich haben oft getrennt voneinander geschlafen, weil ich fürchterlich geschnarcht hatte. Manchmal bin ich morgens aufgewacht und hatte nicht nur einen trockenen Mund, sondern auch Hals. Es dauerte dann eine Weile, bis ich mit Flüssigkeit wieder ein normales Gefühl hatte.
Ich hatte mein Schnarchen mit Schlafapnoe verwechselt. Also Atemaussetzer hatte ich nicht, aber die Wände ließ ich wackeln. Das ist jetzt weg. Die Fettmassen haben so sehr gedrückt, dass ich andere ständig um ihren wohl verdienten und wertvollen Schlaf gebracht hatte. Heute schnarche ich nur noch, wenn ich eine Erkältung habe.

Langeweile und Stress

Herzlich willkommen zurück!
Da sind sie wieder meine Trigger:
Langeweile und Stress

Vor meiner Magenbypass-Operation haben mich die Zwillinge, Langeweile und Stress permanent dazu gebracht, etwas zu essen. Entweder haben sie mich meine Schreibtischschublade öffnen lassen, in der ich immer etwas zu essen hatte, oder aber sie haben mich losgeschickt, damit ich mir etwas hole und somit die Nerven und der Bauch endlich Ruhe geben. Eine sehr lange Zeit haben die zwei auch Ruhe gegeben. Nun aber melden Sie sich wieder. Erst ganz leise und nur ab und zu. Mittlerweile scheinen sie doch wieder Freude daran gefunden zu haben, mich immer öfter zu behelligen.
Mit allem, was mir zur Verfügung steht, versuche ich, die beiden zu ignorieren und sie aus meinem Kopf und meinem Leben zu verdrängen.
Es kommt vor, dass ich ihre Anwesenheit körperlich spüre, bzw. den Versuch, sie zu ignorieren. Das kribbelt dann fast im ganzen Körper und ich bin versucht, Ihnen doch nachzugeben, denn das Schlimmste ist, in der Schreibtischschublade befinden sich Süßigkeiten und zu Hause ist auch immer etwas zu essen da. Wenn ich der Versuchung, nach einem langen Kampf, dann doch nachgeben, hasse ich mich dafür. Ich bin von mir selbst so sehr enttäuscht, dass ich dann sogar noch weitermache. Das ist doch verrückt. Mit welchem Ergebnis? Ich glaube, dass sich mein Magen schon wieder geweitet hat und deshalb wieder größere Mengen hineinpassen. Ich verachte mich dafür, schäme mich und bin verdammt traurig darüber. Jetzt kommt es aber…noch ist dieses Verhalten nicht auf der Waage zu bemerken. Ich nehme nicht zu, aber auch nicht ab. Aktuell stagniert mein Gewicht. Könnte ich mich also drüber freuen und fragen, worum ich mir dann solche Gedanken mache? Ich wollte dieses Verhalten nicht mehr und schon gar nicht durch Langeweile und Stress, denn diese werde ich immer wieder haben. Ich kann doch dann nicht immer zum Essen greifen. Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis mir das wieder auf die Füße fällt. Dass ich etwas tun muss, weiß ich. Ich weiß aber nicht WAS! Psychiater – gute Idee, ich bekomme aber kein Therapieplatz, der durch die Kasse bezahlt wird. Ich gelange an den Rand einer Verzweiflung. Ich kann momentan nur mit reiner Willenskraft versuchen, Versuchungen zu widerstehen und stark zu bleiben.

Das ist verdammt noch eins nicht leicht.

Osterurlaub in Österreich

Wir waren knapp zwei Wochen in Österreich zum Wandern. Das Salzburger Land ist wirklich schön und so früh, wie wir dort waren, kam uns auch kein Weidevieh in die Quere. So konnten wir den Hund auch viel freilaufen lassen. Der ist ein absolutes Phänomen. Die Strecke, die wir einmal laufen, läuft er bestimmt vier Mal, weil er immer vorläuft, ihm dann einfällt, er muss mal nach seinem Rudel schauen, dann wieder zurückkommt, um dann aber schnell wieder los zu rauschen, weil er als erster ankommen möchte.  Wo auch immer das sein mag. 😉 Die Berge und die Wälder sind sein Ding. Die Tage dort haben wir uns so eingeteilt, dass wir am Vormittag eine größere Tour gemacht haben. Und am Nachmittag sind mein Mann und ich meist allein losgezogen und haben noch einen Spaziergang in einem schönen Tal gemacht.

So kamen wir täglich auf Strecken von rund acht Kilometern. Es ist aber noch zu sagen, dass man die Höhenmeter dazu rechnen muss, denn kein Weg verlief dort eben und flach. Ein Ausflug führte uns zu einer Treppe, die mehr als 350 Stufen haben sollte. Meine beiden Männer sind samt Hund davon gestürmt. Ich habe mir meine Zeit genommen, tief Luft geholt und bin Stufe für Stufe gelaufen. In meinem ganz eigenen Tempo. Ich kam nicht drum herum, die Stufen zu zählen. So kam ich auf 464 Stufen, die ich bezwungen hatte und als ich oben ankam, brauchte ich kein Sauerstoffzelt. Wir hatten in Österreich wirklich eine schöne Zeit. Auch das Wetter hat uns nicht im Stich gelassen. In der gesamten Zeit hatten wir nur einen Regentag.

Schon in der Vorbereitung auf diesen Urlaub haben mein Mann und mein Sohn eine Liste aufgestellt, was sie unbedingt vor Ort essen wollten. Dazu gehörte ein Wienerschnitzel, Sachertorte, Kaiserschmarrn und einen Apfelstrudel.

Beim Apfelstrudel war ich dabei und er war großartig. Mich plagte danach allerdings ein wenig das schlechte Gewissen, eine solche Kalorienbombe verspeist zu haben. Was allerdings fast noch schlimmer war, war, dass ich ihn komplett aufgegessen hatte. Da wurde mir bewusst, dass meine Portionen doch schon wieder recht groß geworden sind. Erschreckend! Gut, danach plagt mich dann auch ein paar Bauchschmerzen – geschah mir recht.

Überhaupt ist mir aufgefallen, dass ich wieder viel häufiger esse. Ständig stecke ich mir irgendetwas in den Mund und selbst wenn es mir bewusst ist, kann ich damit nicht aufhören. Noch schlimmer ist, dass es sich dabei sogar (fast) immer um Süßigkeiten handelt. Ich habe die fruchtigen Mentos für mich entdeckt und die verdrücke ich, als wenn es kein Morgen mehr gebe. Auch mache ich das wieder heimlich, nur um nichts abgeben zu müssen. Das ist doch krank. Momentan kann ich das auch nicht stoppen. Mich wundert nur, dass ich zum Verbleib der vielen Mentos-Stangen noch nicht befragt oder angesprochen werde. Dieses, mein Verhalten, stört mich sehr, aber ich kann es gerade nicht ändern, obwohl ich mir doch sehr bewusst darüber bin. Schrecklich! Ich muss etwas tun, weiß aber nicht was.

Im Urlaub ist die Planung meiner Mahlzeiten überhaupt immer sehr schwierig. Oft sind wir gerade um die Mittagszeit unterwegs, da bleibt oft nur ein Fastfood-Restaurant übrig. Es ist mir allerdings nicht möglich, einen Burger zu essen, da ich das Brot der Buns nicht vertrage. Davon bekomme ich Bauchschmerzen und mir wird schlecht. Salate esse ich dort auch nicht mehr, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier eine Unverschämtheit und schmecken tun Sie auch nicht. Der „Rasthof zum Goldenen M“ hat in seiner Speisekarte mittlerweile Wraps mit aufgenommen. Diese kann ich recht problemlos essen. Mit einem richtig guten Gefühl esse ich dort aber nie.

Auf der Heimfahrt haben wir dort auch wieder angehalten. Ich hatte diesmal nur überhaupt keine Lust auf einen Wrap und habe stattdessen ein Softeis mit Karamellsoße gegessen. Das war der größte Fehler, den ich machen konnte. Kaum hatte ich das Eis aufgegessen, bekam ich Bauchschmerzen und mir ging es überhaupt nicht gut. Mein Mann musste erst einmal weiterfahren, obwohl wir eigentlich einen Fahrradtausch machen wollten.

Wenige Kilometer später musste ich ihn darum bitten, an einem Rasthof anzuhalten. Es gibt für mich fast nichts schlimmeres, als eine öffentliche Toilette zu benutzen, diesmal blieb mir aber nichts anderes übrig. Ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft. Glück gehabt. Danach brauchte ich noch einen Moment, um mich zu sammeln, aber dann ging es mir wieder gut. DAS liebe Leute war der absolut klassische Fall eines Dumpings. So und nicht anders sieht er aus und macht sich bemerkbar. Wahnsinn! Brauch ich nicht noch einmal.

Das war mir eine Lehre.

Zu Hause habe ich es tatsächlich mal mit einem anderen Milcheis probiert und siehe da, mir ist das gleiche passiert. Daraus lerne ich, dass ich mich an Wassereis und Sorbet halten sollte. Milcheis scheint überhaupt gar nicht gut für mich zu sein. Milch hingegen geht, denn den Latte Macchiato vertrage ich ohne Probleme.

Meine Erfahrungen und Erkenntnisse haben mich jedenfalls dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie viel Zucker ich so zu mir nehme und wie ich das reduzieren kann. Überall liest man von „Zuckerfrei-Challenges“. Das möchte ich auch probieren und deshalb werde ich meine eigene Challenge erarbeiten und starten. Ich weiß noch nicht ganz genau wie ich das anstellen werde, aber irgendwas werde ich da schon machen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Ein Jahr Post OP

Vor einem Jahr habe ich einen Schritt gewagt, der mein Leben verändert hat.
Vor einem Jahr brachte ich 55 Kilo mehr auf die Waage.
Vor einem Jahr war ich unglücklich. Wobei ich das ein wenig differenzieren muss, denn ich war nur in Bezug auf mein Gewicht und mein Aussehen nicht glücklich, bzw. sehr belastet.
Und jetzt? Jetzt ist alles anders.
Ich habe ein gesundes Gewicht und einen gesunden BMI. Ich bin beschwingter und lebenslustiger. Ich habe viel mehr Freude, an allem. Klar, es ist (noch) nicht alles perfekt, aber muss es das sein? Wenn ich daran denke, dass ich vor einem Jahr noch Probleme hatte mit meiner Kondition bzw. ich kurz vor einer Diabetes stand und womöglich Tabletten gegen Bluthochdruck nehmen müssen, dann ist es jetzt perfekt.
Die dritte Blutuntersuchung nach der Operation stand an. Alle Werte sind im grünen Bereich, beziehungsweise so, dass sich keiner Sorgen um irgendetwas macht, weil es zu hoch oder zu niedrig ist. Mit meinen Ergänzungsmitteln bin ich super eingestellt. War der Vitamin D Wert bei der zweiten Blutuntersuchung etwas zu hoch, bin ich jetzt genau richtig eingestellt. Ich bin wirklich glücklich und zufrieden und auch erleichtert, denn die Thematik hatte bei mir vor der Operation tatsächlich einige Bedenken ausgelöst. Die Zahl der Tabletten und Kapseln, die ich jeden Tag nehme, ist doch recht hoch, aber mittlerweile komme ich sehr gut damit zurecht. Mein Mann fragte mich, ob ich denn noch immer die Erinnerungen brauchen würde, und ich bejahte das. Den Zeitplan und wann welche Tablette/Kapsel dran ist, kenne ich auswendig. Nur manchmal kommt es vor, dass ich die Uhr nicht im Blick habe. Wenn dann mein Handy diesen einen kleinen Ton von sich gibt, dann greife ich sofort zum richtigen Mittel und nehme es ein. Diese Erinnerungen sind schon noch ein sehr willkommenes Hilfsmittel.

Was mir und auch der Ärztin von der MIC etwas Sorgen macht, ist die dauerhafte Einnahme von Pantoprazol. Dies sollte eigentlich nicht mehr nötig sein nach einer Magenbypass-Operation. Ich muss gestehen, dass ich sie aus guter alter Gewohnheit nehme und mich nicht traue, sie abzusetzen. Kurz nach der Operation hatte ich das mal gemacht und ich hatte noch Sodbrennen und bekam Bauchschmerzen. Mein Arzt meinte, dass ich die Dosis für einen gewissen Zeitraum sogar noch erhöhen sollte, was ich tat, aber bislang habe ich es nicht geschafft, sie ganz wegzulassen. Da muss ich wohl mal meinen Mut zusammennehmen und es einfach wagen. Im schlimmsten Fall muss ich sie dann eben wieder nehmen, bzw. eine Magenspiegelung machen lassen – so die Ärztin. Aber wenn ich dieses Mittel auch noch absetzen könnte, dann wäre wieder etwas noch besser. Die Medikamente für die Schilddrüse haben sich leider nicht verändert. Hier dachte ich auch, dass sich durch den Gewichtsverlust eventuell etwas verbessern könnte, dem ist aber nicht so. Ist aber auch nicht so schlimm – Hauptsache, es verschlechtert sich nicht. Weiterhin werde ich von den Schwindelanfällen begleitet, die durch schnelle Lageänderungen hervorgerufen werden.
Hier bat mich die Ärztin weiterhin um Geduld, denn bei einer Abnahme von 55 Kilo braucht der Körper noch ein wenig Zeit, um sich daran zu gewöhnen.

Das finde ich so super interessant. Mein Bewusstsein bekommt alle Veränderungen mit – sieht und spürt sie, aber das Unterbewusstsein ist noch lange nicht so weit.
Das zeigt einem, dass man sich Zeit geben muss und soll. Die rasante, sehr bemerkenswerte Abnahme und die immer kleiner werdenden Zahlen auf der Waage sind nicht alles. So viel mehr hängt daran. Selbst wenn man gewisse Prozesse beschleunigen möchte, weil man ungeduldig ist, wird es nicht funktionieren, weil der Körper sich die Zeit nimmt und sich die Prozesse, die stattfinden, eben nicht beschleunigen lassen. Sie lassen sich durch bestimmte Dinge/Taten/Handlungen begünstigen, aber nicht beschleunigen und erzwingen.
Das muss ich mir immer wieder bewusst machen, denn ich bin die Ungeduld in Person und kann es kaum erwarten, bzw. fühlt es sich wie ein Rückschlag an, wenn mir mein Körper ein Zeichen gibt, das unerwünscht oder nicht mehr vorhanden zu glauben scheint. Plötzlich werde ich von der Realität dann nämlich wieder eingeholt und daran erinnert. Das ist nicht immer schön und zu verstehen, macht aber nichts, denn:
Es ist, wie es ist und daran lässt sich so einfach und spontan nichts ändern.

So bleibt es aber weiterhin spannend und ich freue mich darauf, was ich noch so für Überraschungen für mich auf Lager habe. 

😉 Ich muss es nur bewusst begleiten und wahrnehmen.

Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können. (George Eliot)

Tja, ich weiß gar nicht, wie ich genau anfangen soll.
Mir schoss letztens ein Gedanke durch den Kopf, den ich gern mit Euch teilen möchte:
„Ich sehe endlich so aus, wie ich mich immer gefühlt habe.“

Mir fällt es schwer, mich selbst als dünn oder schlank zu bezeichnen.

In dieser Hinsicht spreche ich gern von „vor der Operation“ und „nach der Operation“. Mit dem Operationstag hat irgendwie eine neue Zeitrechnung begonnen.

Vor der Operation habe ich versucht, möglichst jeder Kamera aus dem Weg zu gehen. Wenn ich mich auf Fotos gesehen habe, ist mir schlecht geworden. So geht es mir heute immer noch, wenn ich die früheren Bilder sehe. Ich kann mich mit dieser Person nicht identifizieren und finde sie sogar abstoßend.

So ging es mir immer. Ich habe mich immer anders gesehen und gefühlt als das, was mich im Spiegel ansah und Realität war. Deswegen habe ich auch viele alte Klamotten von früher aufgehoben und mir immer wieder gesagt, dass ich da irgendwann noch einmal hineinpassen werde. Ohne diese Operation wäre das allerdings niemals passiert.

Ich habe nie akzeptiert, wer ich bin, bzw. war. Ich habe mich schlank gefühlt und war umso enttäuschter, als ich in den Spiegel sah und sich mir ein ganz anderes Bild zeigte.
Heute sieht es ganz anders aus.
Ich bin die, die ich mir immer herbeigesehnt habe.
Ich sehe endlich so aus, wie ich es mir immer vorgestellt habe.
Ich fühle mich gut und rund um wohl.
Das macht alles Spaß.
Fotos dürfen gern von mir gemacht werden und wenn ich mich auf einem entdecke, auf dem ich zufällig bin, dann schäme ich mich nicht mehr für mein Aussehen und dass ich es ruiniert habe.
Das ist alles so toll. Ein ganz anderes Gefühl. Eine ganz andere Einstellung habe ich zu mir selbst entwickelt.

Niemals würde ich jemanden zu dieser Operation überreden. Die Entscheidung, diesen Weg zu gehen, muss wirklich jeder für sich selbst treffen.
Wenn aber der Entschluss getroffen wurde, seinen Leidensweg – und den hat man hinter sich – zu beenden und die Lösung in einer Magenverkleinerungs-Operation sieht, würde ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Kräfte, meine Unterstützung anbieten.
Solch eine Operation macht man nicht einfach so und von heute auf morgen. Der Weg ist lang und das ist gut so. Man muss sich die Zeit nehmen, um sich darauf vorzubereiten.
Es kann nicht alles bedacht werden. Jeder ist einzigartig in seinem Sein und Handeln. Einer verträgt das eine besser, der andere das nächste schlechter. Es lässt sich keine Schablone drüberlegen und eine Blaupause anfertigen. Aber der Weg zur Operation ist für alle gleich. Wobei ich mich da selbst etwas korrigieren muss. Ab einem bestimmten BMI muss der Weg über die Antragstellung nicht gegangen werden. Genauer kenne ich mich da aber auch nicht aus.

Gerne biete ich meine Hilfe und Unterstützung an, sollte sie gebraucht werden. Egal, ob es sich dabei um den Ablauf und welche Unterlagen für die Genehmigung handelt oder ob ich durch meine selbst gemachte Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Ob ich auf alles eine Antwort habe, kann ich nicht versprechen, ich kann es nur versuchen.

Ansonsten wünsche ich allen, die sich für diesen Weg entschieden haben, alles Gute und Glück dieser Erde. Kurz nach der Operation tut es noch ein bisschen weh und man braucht Zeit für die Umstellung, aber dann wird vieles schöner und immer leichter. Das zumindest, kann ich versprechen.

Streu Glück in Dein Leben

Kennt ihr das?
War das in Eurer Jugend oder früher auch so?

Ich würde behaupten, dass alle meine Freundinnen, damals Pullover, Hoodies oder Jacken von ihren Freunden an hatten.
Wir saßen früher oft bei jemandem im Garten und spielten Karten. Es wurde spät, dunkel und kalt. Daraufhin sind die Mädels aufgestanden und haben sich eine warme Klamotte von ihrem Freund übergezogen. Für mich war das nicht möglich, weil ich schon immer fülliger als mein Freund war. Seine Klamotten haben mir schlichtweg nicht gepasst. Ich war dann schon etwas neidisch, denn ich fand das irgendwie romantisch, sich etwas von ihm anzuziehen. Irgendwie hatte das was.

Es scheint sich über die vielen Jahre, beinahe Jahrzehnte, nicht geändert zu haben, denn auch meine Tochter zieht sich die Klamotten von ihrem Freund an.

Bis vor ca. einem halben Jahr wäre ich auch nie auf den Gedanken gekommen, mich am Kleiderschrank meines Mannes zu vergreifen, wenn er mir nicht seinen Hoodie angeboten hätte. Ich schlüpfte hinein und das Ding passt mir. Wahnsinn!
Unfassbar!

Ich weiß nicht, wie viele Jahre es her ist, da war ich im Skiurlaub und brauchte eine neue Skijacke. Es war nicht einfach etwas passendes, aber auch schönes zu finden. Es waren einfach nicht die richtigen Größen da. Ich dachte mir, ich könnte ja dann einmal ein Herrenmodel probieren, sind ja schließlich größere Zahlen. Was war ich gefrustet, als mir selbst diese Jacken nicht passten.

Und jetzt?!
Es war nicht mein Ziel, bzw. hatte ich nicht den Wunsch, in die Klamotten meines Mannes zu passen, aber eine Jugenderinnerung geht in Erfüllung. Irgendwie ist das einfach schön.

Da gibt es sogar noch einen Kleiderschrank, an dem ich mich bedienen könnte. Das ein oder andere, allerdings oversizige Teil meiner Tochter passt mir auch. Ihr strenges Verbot hat sie für das ein oder andere Teil etwas gelockert. Allerdings braucht keiner der beiden Angst haben, dass ich mich von nun an, ständig und andauernd an ihren Klamotten bedienen werde. Ich geh gerne shoppen.

Es ist nur einfach…ich weiß ja auch nicht…lustig, dass es geht.