14 Tage pOP

Nun sind 14 Tage seit meiner Operation vergangen. In dieser Zeit habe ich 10,3 Kg abgenommen. Mittlerweile reichen zwei Liter Wasser am Tag nicht mehr aus. Das Essen klappt ganz gut. Ab heute gibt es Brei. In meinem Heftchen von der Ernährungsberatung habe ich zwei Rezepte gefunden, die mir zusagen. Einmal ein Brokkoli-Kartoffelbrei Und ein Kartoffel-Kürbisbrei. Bei beiden Rezepten ist noch ein Fisch oder Putenfleisch aufgeführt. Ich kann mir nur leider sehr schwer vorstellen, dieses zu pürieren. Deswegen habe ich es weggelassen. Mein erster Versuch, den Broccoli-Kartoffelbrei herzustellen, ging gründlich in die Hose. Daraus wurde eine Suppe, da ich die Flüssigkeit nicht abgeschöpft habe. So musste mein Mann dann noch einmal los, um meinen Faux Pas zu beheben. In der zweiten Runde hat es dann geklappt. Für die Abwechslung werde ich mir noch den Kartoffel-Kürbisbrei machen. Zum Frühstück gibt es Quark mit Milch und Wasser verdünnt und dazu Fruchtmus. Das alles gut verrührt, ist sehr lecker. Allerdings muss ich gestehen, dass ich weder mein Frühstück noch mein Abendessen voll aufgegessen habe. Es war mir einfach zu viel und ich war satt.

Womit ich ganz erhebliche Probleme habe, ist der Stuhlgang. In den letzten 14 Tagen ging das nur unter erheblichen Anstrengungen. Und zwar nur dreimal. Ich habe dann Bauchschmerzen gehabt und mir war leicht übel. Ein richtiges Abführmittel oral wollte ich aber nicht nehmen. Wir haben aber auch Zäpfchen zu Hause und damit hat es wunderbar geklappt. Nun hoffe ich, dass ich keine Hilfe und Unterstützung mehr benötige.

Am Wochenende war ein Freund meiner Tochter bei uns. Dessen Vater hatte sich auch einer Magenbypass-Operation unterzogen. Es gab selbstgemachte Pizza. Darum habe ich ihn gefragt, ob sein Vater denn auch schon wieder solche Dinge essen würde und wie viel davon. Seine Antwort war, dass sein Vater mittlerweile wieder eine ganze TK-Pizza essen könne. Seine Operation war im September 2021. Ich bitte darum, mich nicht falsch zu verstehen. Es ist definitiv nicht mein Ziel, wieder eine ganze Pizza essen zu können, es ist nur so, dass mir feste Nahrung fehlt.

Ich habe ein Buch mit tollen Rezepten, von denen ich sehr viele ausprobieren möchte und auf die ich mich sehr freue. Wahrscheinlich ist wirklich die Sehnsucht danach so groß, wieder etwas beißen zu können. Einmal habe ich mir einen Apfel aufgeschnitten und diesen gekaut. Den Saft habe ich geschluckt, das Fruchtfleisch ausgespuckt. Das Kauerlebnis war super. So etwas können nur Menschen bestätigen, die nun seit zwei Wochen nur Flüssiges zu sich genommen haben und nichts anderes essen dürfen. Ich halte weiterhin durch und esse nun ganz artig meinen Brei.

Das Bücken ist eine kleine Herausforderung. Der Bauch zieht sich/fällt immer nach vorne und das kann unangenehm sein. Deswegen ist hier mein Tipp: Immer in die Knie gehen. Sonst kann ich aber nur Positives berichten. Es geht mir gut und ich fühle mich immer besser und besser.

Sich jeden Tag belohnen

Sich jeden Tag zu belohnen, ist eine schöne Sache. Mein Mann hat mich darauf gebracht. Wie mache ich das? Ich gehe jeden Tag auf die Waage. Genauer gesagt jeden Morgen. Bevor ich das tue, gehe ich vorher noch auf die Toilette. Auf die Waage steige ich nackt. Mit einem Piep-Geräusch signalisiert sie mir, dass die Messung beendet ist. Erst dann gucke ich auf das Display. Täglich habe ich circa ein Kilo abgenommen. Nach der ersten Woche waren es insgesamt 7,5 Kilo. Meine täglichen Insgesamterfolge habe ich auch immer meine Familie kund getan.

Meine Tochter fragte mich, ob ich es denn auch merken würde, dass ich schon abgenommen habe? Das musste ich verneinen. Ich denke, das wird auch noch dauern. Gerade die Menschen in der näheren Umgebung werden es erst später merken, bzw. sehen. Früher war es immer so, dass alle erstaunt sagten, wie sehr die Kinder schon gewachsen sind. Mir ist das immer nur aufgefallen, wenn die Hosen plötzlich und quasi über Nacht 5 cm zu kurz waren. Ich denke, dass ich das auch an den Klamotten merken werde. Momentan laufe ich in sehr weiten Hosen und Pullover durch die Gegend. Mein Schrank ist leider mit Klamotten voll, die mir nicht mehr richtig passen. Monate vor der Operation habe ich die immer gleichen Klamotten angezogen. Ich freue mich schon darauf, wenn ich also ein älteres Teil anziehe und es wieder passt oder einfach nur besser/lockerer sitzt.

Während ich hier so genießend auf meiner gemütlichen Couch sitze, habe ich auch noch die Urlaubsplanung zu erledigen. Ich bin ein Mensch, der gerne organisiert und die dazu entsprechenden Listen schreibt. So auch eine Kofferpackliste. Wir werden im Sommer nach Mallorca fliegen und ich denke, dass ich vorher noch ein bis mehrmals schön shoppen gehen werde, um die passende Kleidung für Pool und Meer zu haben.

Meine täglichen Erfolge schreibe ich auch immer auf. In der App WeightDrop kann man seinen Gewichtsverlust in einem guten Verlauf dokumentieren. Es wird einem die Gesamtabnahme und der aktuelle BMI angezeigt. Ich könnte jedes Mal heulen, wenn der BMI wieder einen Punkt weniger anzeigt. Eine weitere gute App ist Lifesum. Hier kann man zur täglichen Gewichtsaktualisierung auch eintragen, was man so gegessen und getrunken hat. Die verbleibenden Kalorien interessieren mich aktuell noch nicht so sehr, da ich weit darunter bleibe mit Naturjoghurt, Zucchini- und Möhrensuppe. Diese App lässt sich auch mit der Health-App des iPhones verbinden. So können getätigte Schritte gleich noch mit dokumentiert werden. Auch diese halten sich noch in Grenzen, aber das ist völlig okay.

Am fünften Tag nach der Operation hat mir die Waage ein Minus von 600 g angezeigt. Ich war tatsächlich ein wenig enttäuscht darüber. Allerdings war ich auch froh, dass es dennoch ein Minus war. Die Erwartungen sind hoch und wenn man die Tage vorher davon verwöhnt war, dass die Waage immer mindestens ein Kilo weniger anzeigte, dann entwickelt sich daraus ein gewisser Anspruch. Gleichzeitig weiß ich, dass es Zeiten geben wird, in der das Gewicht stagnieren wird. Das muss man auch überstehen und darf einen nicht entmutigen.

Oft ist es ja dann so, dass am nächsten Tag, dann wieder eine größere Abnahme verzeichnet wird und es weiter geht.

Habt ihr Eure Abnahme auch dokumentiert? Wie habt ihr das gemacht?

Die ersten Tage zu Hause

Ich kam an einem Mittwochabend wieder nach Hause. Die Freude bei den Kindern und beim Hund war groß. Wir haben einen recht großen und jungen Hund, der sich immer sehr freut, wenn jemand nach Hause kommt. Aus Angst davor, dass er an den frisch operierten Bauch springt, musste er erst einmal in seine Ecke gehen, um sich wieder zu beruhigen. Als ich so weit war, konnten wir uns ganz in Ruhe auf der Couch begrüßen.

Mein Mann und die Kinder haben aus Rücksicht auf mich außerhalb gegessen. Das war so weit okay, wollte ich dann aber für die Zukunft nicht mehr so handhaben. Ich mag es, mit der Familie an einem Tisch zu sitzen. Ich kann die Argumentation verstehen, dass mir keiner etwas vor essen möchte, wenn ich verzichten muss – gerade, wenn bei mir mal wieder die Gelüste nach „normalem“ Essen aufsteigen – aber letztlich haben wir uns darauf geeinigt, dass ich den Tisch verlassen werde, wenn ich nicht damit umgehen kann. Der Gedanke getrennt zu essen, gefiel mir einfach nicht. Egal, in welcher Konstellation. Wie doof wäre es gewesen, wenn ich im Wohnzimmer auf der Couch oder im Schlafzimmer im Bett gelegen hätte, mit dem Wissen, dass alle anderen gemeinsam am Tisch sitzen und essen. Ich hätte mich sehr ausgeschlossen gefühlt. Deswegen haben wir diese Vereinbarung getroffen.

Grundsätzlich bin ich ein sehr aktiver Mensch. Gerade wenn ich zu Hause bin, kann ich mich nicht die ganze Zeit nur an einem Ort befinden und die Beine hochlegen. Zu Hause gibt es immer etwas zu tun. Immer! Und nun musste ich damit zurechtkommen, dass ich nichts machen soll. Nichts! Sehr schwer für mich. Einfach nur liegen und wieder gesund werden. Wenn mein Mann gesagt hat, dass er einkaufen gehen würde, bin ich mitgegangen, denn moderate Bewegung brauchte ich ja.

Am ersten Tag zu Hause sind wir auch zum Arzt gefahren, da ich eine Krankschreibung brauchte. Der Klinikleiter der MIC hat in seinen Vorträgen immer wieder gesagt, dass man sich – je nach Möglichkeit – drei bis vier Wochen krankschreiben lassen sollte. In Internetforen und in der Selbsthilfegruppe haben viele geschrieben, dass sie bis zu sechs Wochen zu Hause geblieben sind. Das wollte ich auch. Vor allem, da mein Arbeitgeber überhaupt nichts dagegen hat.

Nun weiß ich auch, dass Ärzte nicht von Anfang an sechs Wochen krankschreiben. Ich bin aber zum MVZ Windscheidstr., dem Kooperationspartner der MIC-Klinik, in dieser Sache gefahren, weil die dort viele Adipositaspatienten haben, die sich alle operieren lassen. Der Professor hat eine Krankschreibung für 14 Tage ausgestellt. Auf Nachfrage, ob es nicht länger sein könnte, bekam ich die Antwort: „Erst einmal 14 Tage. Eventuell können wir noch eine Woche verlängern. Aber der Professor schreibt Patienten der MIC-Klinik generell nur maximal drei Wochen krank!“ Ich war über diese Aussage doch sehr erstaunt. „Generell!“ Also sind alle Patienten gleich?! Sehr interessant. Aber was will man machen? Man ist ja irgendwie ausgeliefert. Jedenfalls fiel mir keine bessere Lösung ein. Ich hatte dann noch bei meiner Hausärztin nachgefragt. Da wurde mir gesagt, dass ich eine Woche krankgeschrieben werden würde, mit der Begründung, dass ich nicht die erste Patientin mit einer bariatrischen Operation bei Ihnen sei und man darüber verwundert sei, dass es mir so schlecht gehen würde. Dass es mir schlecht gehen würde, habe ich nie gesagt. Ich wollte einfach nur ausreichend Zeit haben, mich an mein neues Leben und die Umstellungen zu gewöhnen. Ich habe an dieser Stelle auf mehr Unterstützung gehofft.

Nach diesen herben Enttäuschungen habe ich mich dann zu Hause an den Herd gestellt und eine Zucchinisuppe gekocht. Gleich in größerer Menge für die nächsten Tage. Für die Abwechslung habe ich mir dann auch noch eine Möhrensuppe gekocht. Beides esse ich nun immer im Wechsel. Zum Frühstück gibt es entweder einen Eiweißshake oder Joghurt mit etwas Fruchtmus. Um die 150 ml zu essen, benötige ich circa eine halbe Stunde. Einmal habe ich recht schnell gegessen. Das funktioniert auch problemlos mit dem Schlucken. Allerdings merkte ich dann plötzlich, wie mir der Bauch weh tat. Ich bin dann eine ganze Weile herumgelaufen, denn sitzen und liegen waren noch unangenehmer. Seither benutze ich eine kleine Schale und einen kleinen Löffel, um besser portionieren zu können.

Zweimal am Tag gehe ich auch mit dem Hund raus. Sicherlich nicht so lange, wie vor der Operation, denn da muss man vorsichtig sein. Wie schon erwähnt, ist mein Exemplar noch recht wild und ich in der Bewegung ziemlich eingeschränkt. Man merkt halt doch immer erst, wenn man eine Einschränkung hat, wie gut es einem sonst geht.

Beim ersten Spaziergang blieb ich auch nur in unserer Wohnanlage. Der Hund war ganz irritiert. Er lief so brav und artig neben mir, wie nur sehr selten. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht so recht wusste, was los ist. Das haben wir insgesamt also sehr gut gemeistert. Die Erholung auf der Couch danach war dann aber durchaus notwendig. So steigere ich meine Aktivitäten langsam immer weiter. Hausarbeiten erledige ich noch keine weiter, aber auch das wird wieder kommen. Mein Bauch signalisiert mir tatsächlich was geht und was nicht. Auch wenn es zu viel wird. Wenn ich mich bücke, dann zieht der Bauch runter und das kann durchaus unangenehm sein. Das Aufstehen war an den ersten Tagen auch nicht so einfach. Die Bauchmuskulatur wollte da nicht so richtig mitmachen.

Worauf wirklich geachtet werden muss und damit hat man auch richtig zu tun, ist das Trinken. Mein Mann hat sich im Vorfeld auch sehr viele Gedanken gemacht und mir ein super Hilfsmittel besorgt. Eine Zwei-Liter-Trinkflasche. Dazu dann noch alle Sorten von Meßmer Cold Tea, für den Geschmack. Jeden Morgen bereite ich mir eine Trinkflasche mit zwei Liter Wasser und einem Teebeutel zu. Normalerweise soll man pro 500 ml einen Teebeutel benutzen, aber der Geschmack ist mir dann zu intensiv. Mit dieser Trinkflasche behält man seinen Verbrauch sehr gut im Blick. Ich präsentiere abends immer ganz stolz die leere Flasche, wenn ich es geschafft habe. Als Flüssigkeit kannst Du auch die Suppen und alle anderen Getränke, wie zum Beispiel Tee, zählen. Machen sie im Krankenhaus auch. Ja, es sind viele Toilettengänge, aber die halten Dich in Bewegung und Du weißt, dass Du Dir und Deinem Körper etwas Gutes tust. Es braucht am Anfang etwas Übung, die Gewöhnung geht aber ganz schnell.

Zeit nach der Operation im Krankenhaus

Der erste Tag nach der Operation in der Klinik war okay. Ich hatte gehofft, dass mir zum Frühstück eine Suppe gebracht werden würde, dem war aber nicht so. Ich bekam aber eine Kanne Früchtetee. Eine Schwester hat mir wieder etwas Blut abgenommen und der Arzt kam zur Visite. Diese war allerdings sehr kurz. Er sagte mir, dass alles nach Plan und gut gelaufen sei.

Gegen 10:00 Uhr kam mein Mann zu Besuch. Das war schön. Etwas Abwechslung tat gut. Ich hatte mir zwar einige Sachen zur Beschäftigung mitgebracht, aber dazu kommt man nicht, wenn man sich nur schwer bewegen und nur wenig sitzen kann. Gemeinsam mit ihm bin ich ein paar Schritte durch das Krankenhaus und dessen Garten gelaufen. Danach war ich doch recht erschöpft. Über seinen Besuch hatte ich mich aber sehr gefreut. Als er wieder weg war, kam die Physiotherapeutin, die mit mir Atemübungen machte. Das Ganze wurde mit einem Gerät gemacht und diente dazu, dass das übrig gebliebene Gas aus dem Körper transportiert wird und die Lungen gut durchlüftet werden.

Wer kennt es nicht, wenn man Schmerzen im Oberkörper hat, neigt man dazu, flacher zu atmen, und dann besteht die Gefahr, dass man eine Lungenembolie bekommt, die einen unschönen Ausgang haben kann. Zusätzlich zu diesen täglichen Physiotherapieterminen habe ich einen Atemtrainer bekommen. Mit diesem sollte ich mehrmals pro Stunde üben, die Bälle durch Einatmen oben zu halten. Der Fernseher im Zimmer diente dazu perfekt als Erinnerung, denn immer, wenn es eine Werbeunterbrechung gab, konnte ich trainieren.

Zum Mittagessen bekam ich dann endlich meine erste Tasse klare Brühe (150 ml). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich seit 41,5 Stunden nichts mehr gegessen und meine letzte Mahlzeit war ein Salat. Allerdings muss ich zugeben, dass ich keinen Hunger verspürte. Es war nur so, dass in den Werbeunterbrechungen immer Speisen und leckeres Essen präsentiert wurde, was gewisse Gelüste und Neid aufkommen ließ. Mir ging es nicht um das Angebotene selbst, vielmehr um das Essen als Tat. Und plötzlich stiegen Zweifel in mir auf, ob das alles so richtig war, was ich da entschieden und gemacht habe. Das war total doof und ich wusste gar nicht, wie mir geschieht, denn damit hätte ich nicht gerechnet.

Das hat mich wirklich kalt erwischt. Ich wusste auch gar nicht, was ich machen soll. Gott sei Dank ging der Gedanke so schnell, wie er gekommen war. Blöd nur, dass er immer wieder kam. Da braucht es noch nicht einmal die visuelle Stimulation. Wichtig ist, dass man darüber spricht. Mein Mann hat mir dabei ungemein geholfen.

Vor einigen Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört – einfach so – von jetzt auf gleich. Das fiel mir anfangs nicht schwer. Ab und an gelüstet es mich aber doch nach einer Zigarette und dann war ich immer froh, dass ich nicht mehr rauchen muss, dass ich mich davon befreit habe. Und so ging ich das hier auch an. Allerdings mit dem zusätzlichen Gedanken, das ist ja nur für eine bestimmte Zeit so ist, die vorbei geht und sich dann wieder alles ändern wird. Hilfreich ist auch, dann einen Schluck Wasser oder Tee zu trinken. Es geht auch, einen zuckerfreien Halsbonbon zu lutschen. Hilft auch gegen die Schmerzen im Hals. 😉

Ich war nur so überrascht, dass mich diese Gedanken so plötzlich überfielen. Allerdings muss ich aber auch ganz ehrlich zugeben, dass ich mir zwar sehr viele Gedanken zu dieser Operation und dem Vorhaben gemacht habe – wirklich viele. Ich habe mich gut darauf vorbereitet, war einkaufen, habe mich belesen, habe Eiweißshakes getrunken und so weiter. Worauf Dich aber keiner vorbereitet, ist das, was Dich wirklich nach der Operation erwartet und was die Psyche dabei für eine Rolle spielt. Sicherlich muss das nicht bei jedem so sein. Das ist bestimmt ganz individuell, ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich nicht allein bin.

Das Abendessen bestand aus einer weiteren Tasse klare Brühe. Die warme Speise tat auch richtig gut. An diesem Tag habe ich knapp zwei Liter Flüssigkeit zu mir genommen. Damit war nicht nur ich sehr zufrieden – die Schwestern auch. Deswegen wurde mir dann auch zur Nacht hin, eine Braunüle gezogen. Das war schon eine Erleichterung. Das Ziehen der anderen wurde mir für den nächsten Tag versprochen. Die zweite Nacht verlief recht ruhig.

Der dritte Tag in der Klinik startete damit, dass mir die Pflaster am Bauch entfernt wurden. Zum Frühstück gab es Naturjoghurt mit einem Mangomus – für den Geschmack. Darüber war ich sehr überrascht, denn ich habe mit einer klaren Brühe gerechnet. Knapp eine Stunde später kam der Arzt wieder zur Visite und verkündete mir, dass ich heute schon nach Hause gehen könne, wenn ich es denn möchte. Begründet hat er es damit, weil die Flüssigkeitsaufnahme bei mir so gut klappt und ich mich bewege. Am Nachmittag, um 15:00 Uhr, würde noch eine Ernährungsberatung stattfinden und danach könne ich gehen. Ich habe sofort meinen Mann angerufen und ihm diese freudige Botschaft mitgeteilt. Einige organisatorische Dinge mussten noch erledigt werden und dann hat er mich nach der Ernährungsberatung abgeholt.

Bei der Ernährungsberatung ging es darum, dass wirklich streng darauf geachtet werden soll, in den ersten zwei Wochen nach der Operation, nur flüssige Speisen zu sich zu nehmen. Ab der dritten Woche dann breiig. Es gab noch ein paar Tipps, wie zum Beispiel Kartoffeln mit Quark zu essen, weil das gut verdaulich ist. Geachtet werden soll auch auf die Eiweißzufuhr mit einem Shake. Ab der vierten Woche kann wieder „normal“ gegessen werden. Hierbei ist auf die Portionsgröße zu achten, beziehungsweise auf das Sättigungsgefühl. Essen und Trinken sollten immer eine halbe Stunde voneinander getrennt sein. Am Ende gab es noch ein kleines Heft mit hilfreichen Informationen und einigen Rezeptideen. Dann gab es noch den Hinweis, dass mit den Supplementen eine Woche nach der Operation begonnen werden soll. Bei mir also am Montag. Nach der Ernährungsberatung bin ich dann in mein Zimmer gegangen und habe darauf gewartet, dass ich abgeholt werde. Lange sollte es nicht dauern und mein Mann hat mich abgeholt und mich nach Hause gebracht.

Tag der Operation

Ich wurde an einem Montag operiert. Somit kam am Freitag vorher der Anruf aus der Klinik, wann ich am OP-Tag da sein soll. Ich habe mich tatsächlich darüber gefreut, dass ich um 07:00 Uhr dort sein sollte. Warum? Das war für mich das Zeichen, dass ich auch eine der ersten sein werde. Warum sollte man mich sonst so früh dorthin bestellen, wenn ich erst spät operiert werden soll?

Ich bin am Montag um 05:00 Uhr aufgestanden, da ich noch duschen und meine Haare waschen musste. Gegen 06:00 Uhr hat mich mein Mann dann in die Klinik gebracht. Die Klinik für MIC ist eine tolle Klinik. Beim Betreten kommt man an eine Rezeption und man wird sehr freundlich empfangen. Man fühlt sich dort nicht, als würde man ein Krankenhaus betreten. Die Dame am Empfang sagte mir, in welchen Stock ich fahren muss. Dort angekommen, begrüßte mich eine Krankenschwester und brachte mich in mein Zimmer. Nach einigen Minuten des Wartens kam sie dann wieder zum Aufnahmegespräch. Es wurde eine Bestandsaufnahme meines Körpers gemacht, ob ich sichtbare blaue Flecken und/oder Wunden hätte. Tatsächlich habe ich einen Tag vorher einen großen Teller fallen lassen und das hat mir eine kleine Schnittwunde am rechten Knöchel verschafft.

Natürlich wurde ich noch einmal gewogen. Sie überreichte mir dann ein OP-Hemd und eine OP-Unterhose, welches ich beides gegen 08:00 Uhr anziehen sollte. Ich hatte also noch ein wenig Zeit, um meine Sachen auszupacken und diese auch strategisch gut zu sortieren, denn nach der Operation werde ich wohl nicht ganz so beweglich sein. Kurz vor 09:00 Uhr öffnete sich dann die Zimmertür und zwei Schwestern betraten den Raum mit den Worten: „So, jetzt geht es los!“ Ich habe noch schnell eine Nachricht nach Hause geschickt und dann das Handy weggepackt.

Ein wenig verblüfft war ich darüber, dass ich mich ins Bett legen sollte, da mir immer gesagt wurde, dass ich selbst in den OP-Saal laufen würde. Mir wurde dann aber gesagt, dass ich im Bett bis zum Vorbereitungsraum gebracht werde und von dort aus dann selbst laufen würde. Ein wenig verwundert wäre ich ja schon gewesen, mit dem offenem OP-Hemd durch die Klinik zu spazieren. Außerdem, wie sollte ich nach der Operation wieder zurück in mein Zimmer kommen?

Es ging rechts und links durch die Gänge, in einen Fahrstuhl und wieder rechts und links. Dann kam ich in den Narkose-Vorbereitungsraum und wurde dort von zwei sehr freundlichen Damen empfangen. Die eine stellte sich als Narkose-Schwester vor und die andere als diejenige, die mich im Aufwachraum begrüßen wird. Beide haben mir ihren Namen genannt, die ich aber sofort wieder vergessen habe. Diese Aufregung. Beide fingen dann an, an mir herumzuarbeiten. Jede nahm sich eine Hand und platzierte eine Braunnüle. Ich hasse diese Dinger! Ich bin schon kein großer Freund, des Blutabnehmens, aber diese Dinger – furchtbar! Aber was muss, das muss. Dann bekam ich noch ein paar Elektronen auf dem Brustkorb geklebt und wurde verkabelt. Natürlich durfte auch der Sauerstoffsättigungsclip am Zeigefinger nicht fehlen. Ein Hütchen für die Haare habe ich auch bekommen.

So lag ich dann also da und unterhielt mich mit der einen Schwester über Gott und die Welt. Dann wurde ein Patient aus dem OP an mir vorbei geschoben. Plötzlich stand die Anästhesistin vor mir und begrüßte mich. Superfreundlich! Total nett. Sie erklärte mir nun auch ein paar Dinge, die ich zwar verstanden, aber nicht behalten habe. Sie sagte mir, dass es im Saal gleich recht hektisch von statten gehen würde. Ich nickte einfach nur. 09:30 Uhr – es war so weit. Ich bekam eine warme Decke umgelegt und ging in den OP-Saal. Dort war eine Liege, auf die ich mich legen sollte. Und dann ging alles ganz schnell und gleichzeitig. Es wurde an meinen Beinen hantiert. Fußstützen spürte ich an meinen Fußsohlen. Gleichzeitig wurden meine Arme auf Stützen fixiert und wieder der Sauerstoffsättigungsclip angebracht. Dann wurde ich gefragt, ob das mit den Füßen so okay sei. Kaum bejahte ich das, wurden schwere Matten auf meine Beine gelegt. Der OP-Tisch war übrigens so konzipiert, dass man die Beine spreizen konnte. Das passierte nun auch gleich noch. Während all das geschah, hat mir die Anästhesisten eine Sauerstoffmaske über Nase und Mund gelegt. Dann sagte sie mir, dass mir nun ein Schmerzmittel gegeben werden würde, dass im Kopf leicht schwummerig macht. Gleichzeitig wurde der OP-Tisch ein wenig schräg hochgefahren, so dass die Beine nach unten gingen und der Kopf nach oben. Das Schmerzmittel merkte ich dann auch recht schnell und dann hörte ich nur noch, wie die Anästhesistin sagte, dass wir jetzt anfangen würden. Den kleinen Moment, den ich noch mitbekommen habe, fand ich nicht so schön, aber das war wirklich nur ganz kurz. Weg war ich.

Irgendwann hörte ich Stimmen und merkte, dass wieder an mir herumgefummelt wurde. Ich hatte nur einen Gedanken: „Wie spät ist es?“ Es war 13:00 Uhr. Mein Blutdruck war wohl etwas erhöht, aber bevor da mit Medikamenten gearbeitet wurde, hatte er sich wieder beruhigt. Als ich dann wieder in meinem Zimmer ankam, war es 14:00 Uhr. Ich hing am Tropf, und man sagte mir, dass der erste Toilettengang mithilfe einer Schwester sein muss. Ich schlief erst einmal weiter. Gegen 15:00 Uhr wollte ich dann tatsächlich auf die Toilette gehen, weil ich die Hoffnung hatte, dass mir dann die Braunülen gezogen werden. Ich habe mich geirrt. Leider nicht. Aber so durfte ich dann allein aufstehen und konnte nun endlich zu Hause anrufen und Bescheid geben, dass alles gut gelaufen ist.

Mir wurde auch Wasser auf den Tisch gestellt, das ich jederzeit trinken durfte. Nun hatte ich im Vorfeld gelesen und gehört, dass man nach der Operation 1,5 Liter Wasser trinken soll. Also, ran an die Bouletten. Als ich am Abend die eine Flasche (0,7 L) fast leer hatte, fragte ich die Schwester, ob ich noch eine Flasche haben könne. Das verneinte sie, denn nach dem Eingriff gibt es nur einen Liter, weil sonst zu viel Druck auf die Nähte entstehen könnte. Okay, verstanden.

Von dem mir gesetzten Tubus, hatte ich ein wenig Halsschmerzen und einen recht trockenen Mund. Dagegen wurde mir dann Lutschpastillen gegeben, die gut geholfen haben. So verging die Zeit. Die Schwestern kamen regelmäßig in mein Zimmer, um nach dem Rechten zu schauen, mir einen neuen Tropf anzuschließen oder vorsorglich ein Schmerzmittel zu verabreichen. Etwas schwierig fand ich das in der Nacht, da ich durch den Besuch immer geweckt wurde. Die erste Nacht war auch deswegen recht schwierig, weil ich wegen der Braunülen in den Händen immer vorsichtig war und Angst hatte, dass ich damit irgendwo gegen stoße oder hängen bleibe. Ich hätte mich auch auf die Seite drehen können, aber das ging schmerztechnisch nicht. Der ganze Bauch zog sich dann immer so in eine Richtung (Schwerkraft eben) und das war unangenehm. So blieb ich eben auf dem Rücken liegen. Gehört aber dazu.

Ich kann nur sagen, dass jeder Arzt, jede Schwester, jedes Personal immer mega freundlich waren und geholfen haben, wo sie konnten. Sollte bei mir noch einmal ein minimalinvasiver Eingriff erforderlich sein, gehe ich wieder in die MIC-Klinik.

Eine handvoll Tage noch

Jetzt sind es noch fünf Tage bis zur Operation. Die letzten Vorbereitungen laufen. Ich habe viele und lange Listen angefertigt und Stück für Stück abgearbeitet.

Persönliche und private Dinge, die ich zu Hause brauche, habe ich aus dem Büro schon mitgenommen. Im Büro ist auch so weit alles klar. Mailverteiler wurden verschickt, einige Dokumente schon vorbereitet. Hoffentlich kümmert sich jemand um meine Pflanzen. Morgen ist mein letzter Tag im Büro. Jetzt müssen nur noch alle Geräte ausgeschaltet werden und dann kann ich die Tür hinter mir schließen. Für welche Zeit? Das wird sich zeigen. Vier Wochen werden es aber mindestens werden.

Zu Hause muss ich auch noch einige Dinge vorbereiten, damit sie ohne mich klarkommen. Ich werde den Kühlschrank auffüllen, alle Sachen griffbereit hinlegen und so viele Aufgaben wie möglich vorher erfüllen, damit jeder alles findet.

Dann muss ich noch den Koffer packen und hoffen, dass mich die Aufregung nicht übermannt. Leider fühle ich mich manchmal total überfordert und dann weiß ich einfach nicht mehr, was ich machen soll. Passiert mir das im Büro, mache ich die Schublade auf und nasche, um mich zu beruhigen und einen klaren Kopf zu bekommen. Das sollte jetzt aber vorbei sein.

Beim Erstellen dieser Listen habe ich gemerkt, dass ich doch immer nervöser wurde. Also so freudig nervöser. Es kribbelt im Bauch. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und könnte bei jeder Gelegenheit heulen und so geht es mir bei dem Gedanken an die Operation auch. Ich bin so dankbar dafür, dass mir diese Chance gegeben wird. Ich will sie auch nutzen.

Zur Organisation gehört, dass Kinder und Tiere gut versorgt sind. Da wir nicht wussten, zu welcher Uhrzeit am OP-Tag ich im Krankenhaus sein soll, haben wir vorsorglich den Jüngsten schon einen Tag vorher bei den Großeltern untergebracht. Die Älteste muss früher aufstehen, um sich um den Hund zu kümmern. So muss jeder irgendwie ins Rad greifen und seinen Beitrag leisten.

Gespräch mit meiner Mutter

Gut 11 Tage vor meiner Operation hatte ich noch ein Gespräch mit meiner Mutter. Diese wollte mich unbedingt vorher noch einmal sehen und sprechen. Ich habe meine Eltern von Beginn an darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich diese Operation machen werde, aber richtig ausführlich darüber gesprochen haben wir nicht.

Als wir uns trafen, wollte sie einfach noch einmal alles von mir wissen. Was ich genau machen lasse und wie sich das alles so gestaltet. Sie hatte durchaus auch Sorge um meine Psyche.

Ich war gute sechs Stunden bei ihr und es war toll. Das Gespräch war wirklich gut. Im Vorfeld hatte ich doch ein wenig Bedenken, ob dieses Gespräch eventuell in eine Richtung gehen könnte, die Zweifel in mir aufkommen lassen könnten. Aber das genaue Gegenteil war der Fall. Ich habe nur Unterstützung und positive Worte mitgenommen und war sehr dankbar, dass wir das noch mal gemacht haben.

Wünsche an Aktivitäten

Ich möchte gern aktiver werden und erhoffe mir, dass durch die Operation viele Dinge möglich sind und werden. Hier ist eine erste Liste mit meinen Aktivitäts-Wünschen, die ich gern machen möchte, wenn ich weniger wiege. Sie ist noch nicht abgeschlossen und somit ausbaufähig. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, was ich davon gemacht habe.

  • Bubble-Fußball
  • Frisbeegolf
  • Go-Kart
  • Golf spielen
  • Jumphouse
  • Karussellfahren
  • Kartoffelrutsche auf Karl´s Erdbeerhof
  • Reiten
  • Skifahren
  • Stand-up-Paddeling (SuP)
  • Thermenbesuch
  • Wasserski

Die ersten Wochen nach der Operation

  • Nahrungsaufnahme nach der OP:
  • 1. Woche: flüssig
  • 2. Woche: flüssig bis breiig
  • 3. Woche: breiig
  • ab 4. Woche: normaler Kostaufbau
  • Viel trinken – mindestens 1,5 Liter pro Tag
  • Portionsgröße bis 150ml
  • Kaffee mit Milch (wenn überhaupt)
  • Keine kohlensäurehaltigen Getränke
  • Nichts Blähendes

Zeitplan für Vitamineinnahme

TageszeitErgänzungsmittelAnmerkung
MorgensMultivitaminHochdosiert
VormittagsEisen (1x)Wenn nicht im Multivitaminpräparat ausreichend vorhanden.
NachmittagsKalzium (1x – 500mg) 
SpätKalzium (1x – 500mg) 
ZusätzlichVitamin D (1x pro Woche)20.000 Einheiten
 Vitamin B12 (1x pro Monat) 

Kofferpackliste für den Krankenhausaufenthalt

Am besten nimmst Du einen Rollkoffer, denn nach der Operation sollte das Tragen von schweren Taschen/Dingen vermieden werden.

Notwendig:

  • Unterlagen für den Krankenhausaufenthalt
  • Einweisung Krankenhaus
  • Bequeme und locker sitzende Kleidung
  • Unterwäsche
  • Socken, die sich leicht anziehen lassen
  • Toilettenartikel (Zahnbürste, Zahncreme, Deo, Haarbürste, Creme)
  • Handtuch
  • Bademantel
  • Hausschuhe
  • Nachtwäsche
  • Medikamente, die Du regelmäßig einnimmst

Zusätzlich:

  • Handy
  • Laptop/Notebook
  • Tablet
  • Lange Ladekabel
  • Kopfkissen
  • Beschäftigung gegen eventuelle Langeweile (Schreibblock, Stift)
  • E-Book/Buch
  • Kopfhörer
  • Brille & Brillenetui
  • Patientenverfügung