Urlaub auf Mallorca

Bereits im Winter, noch vor der Operation haben wir diesen Urlaub gebucht. Erst war er für Ostern angedacht, haben uns aber dann doch für den Sommer entschieden, weil die Operation anstand und wir nicht wussten, wie es mir gehen wird. Mallorca ist zwar europäisches Ausland, aber hätte ich doch schnell ärztliche Hilfe benötigt, hätte das eventuell schwierig werden können – gerade bei einer solch speziellen Angelegenheit, wie einer Magenoperation. Ein weiterer Aspekt war das Essen. Was kann ich essen? Kann ich das essen, was mir dort angeboten wird? All diese Fragen haben uns zu der Sommerurlaubsentscheidung geführt. Eine sehr gute Entscheidung. Wir haben uns also eine Finca gemietet, die auch über einen eigenen Pool verfügt und nicht weit vom Strand entfernt ist. Das Warten auf diesen Urlaub hat sich auch deswegen gelohnt, weil ich 40 Kilo abgenommen habe und das alles ganz anders genießen kann. Ich habe mir ganz wundervolle und hübsche neue Bademode gekauft. Einen Badeanzug und einen high-waist-Bikini – beides in auffallenden Farben und Mustern. Ich fühle mich pudelwohl darin. Das wäre ohne die Operation undenkbar gewesen.

Auch trage ich aktuell ausschließlich Tops. Gut, meine Oberarme sind nicht der Brüller, aber es gibt viele Menschen, bei denen nicht alles perfekt ist. Wenn mein Mann Fotos von mir macht, nehme ich nun Positionen ein, die auffällig sind und nicht mehr stocksteif. Und am besten noch die Tasche vor den Körper als Versuch, sich dahinter zu verstecken. Ich zeige mich und finde mich schön. Das ist so unterschiedlich wie Tag und Nacht.

Es gibt aber auch einiges, das nachteilig ist, bzw. schwierig. Zu Hause habe ich mir über die letzten Monate so einige Lebensmittel angeschafft, so dass ich mir jederzeit immer eine passende Mahlzeit zubereiten kann. Das ist auf der Insel nicht ganz so einfach, weil es hier nicht alles gibt, bzw. ich es nicht finde. So muss ich etwas improvisieren. Ich verhungere nicht und komme ganz gut über die Runden. Wasser gibt es hier auch in 1,5 bzw. 2 l Flaschen. Da achte ich darauf, dass es pro Tag mindestens eine Flasche ist. Das klappt ganz gut und sie ist mein ständiger Begleiter.

Unser Urlaub gestaltet sich abwechslungsreich. Mal ein Strandtag, mal ein Pooltag und dann auch noch ein Sightseeingtag in einem Städtchen oder die Umgebung/Insel erkunden. So haben wir uns hier einen Canyon angeschaut, der durch Serpentinen zu erreichen war. Nachdem wir das Auto abgeparkt haben, mussten wir noch ein wenig klettern, um den Canyon voll und ganz sehen zu können. Früher hätte ich mich nicht getraut, die Felsen noch weiter hochzuklettern. Das hat etwas mit dem Gewicht zu tun. Ich hatte Angst, mich nicht nach oben zu bekommen, bzw. eben auch wieder unbeschadet nach unten zu kommen. Es war aber diesmal fast ganz leicht. Meine Höhenangst ist geblieben, aber die Felsen haben einen Sturz verhindert.

Es war ein schönes Erlebnis.

Auf Mallorca ist es im Hochsommer generell sehr warm. Mehr als 30° sind immer drin. So kam es, dass mein Mann eine sehr schöne Badebucht ausfindig gemacht hat. Diese war allerdings vom Parkplatz aus, nur mit einem 20 bis 30-minütigen Spaziergang zu erreichen. Dennoch sind wir losgelaufen. Der Hinweg ging kontinuierlich bergab, was für den Rückweg bedeutete, dass wir wieder bergauf zum Auto laufen mussten.

Solche Strecken habe ich schon immer geschafft. Ich bin immer gelaufen. Zwar meistens den anderen hinterher, in meinem eigenen Tempo, aber ich habe es geschafft. An Geschwindigkeit habe ich nicht zugelegt, aber am Ziel angekommen, brauche ich nicht mehr so lange für die Regeneration, bzw. bin ich im Allgemeinen danach nicht so kaputt. Gut, zwei Tage später hatte ich doch einen Muskelkater in den Waden, aber den fand ich nicht schlimm. Auch hat dieser mich nicht daran gehindert, eine Treppe mit mehr als 180 Stufen zu gehen. Ich bin zwar am Ziel aus der Puste, erhole mich aber viel schneller als früher und ich trage es nicht so lange in den Knochen mit mir herum. Das ist wirklich ein sehr schönes Gefühl.

Vor ein paar Tagen gab es am Pool eine kleine Challenge: Liegestütze.

Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass ich diese nicht kann. Trotzdem ich einiges an Gewicht abgenommen habe, konnte ich noch nicht einmal eine Frauenliegestütze machen. Meine Arme sind einfach zu schwach.

Früher ging das problemlos. Das Tragen von schweren Einkauftüten scheint wohl meine Muskeln nicht erhalten zu haben. 🙂

Da muss ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen, damit wieder Kraft in meine Arme kommt.

Habt ihr einen Tipp, wie ich das schaffen könnte?

Ich wäre über Eure Hilfe froh und dankbar.

Sei die Heldin Deiner eigenen Geschichte

138 Tage ist die Operation nun her und heute zeigt mir meine Waage ein Gewicht an, das ich das letzte Mal 2003 gesehen habe. Vor über 20 Jahren, und ich war schwanger, habe ich 40 Kilo weniger gewogen.

Ich bin völlig baff!

Weiß das nicht richtig einzuordnen

Mein Mann sagt immer zu mir, dass er stolz auf mich ist und er Respekt vor mir und meiner Leistung hat. Ich kann das nicht so verstehen. Aus meiner Sicht leiste ich nichts. Für mich passiert das irgendwie einfach so.

40 Kilo… Wenn man mal so darüber nachdenkt, ist das ein kleiner Mensch. Ich freue mich wirklich über diesen Verlust, kann meiner Freude aber nicht richtig Ausdruck verleihen.

Die Erwartung war, dass mir alles leichter fällt und sich eine gesteigerte Lebenslust einstellt. Allerdings ist das leichter gesagt als getan. Ich weiß nicht, warum mir das so schwerfällt. Es müsste doch eigentlich das leichteste von der Welt sein. Mir passen Klamotten in kleineren Größen, ich kann mich besser bewegen, ich bin nicht mehr so schnell außer Atem, bzw. erhole mich viel schneller. Ich fühle mich attraktiver und schaue mich gerne im Spiegel an und dennoch ist nicht alles locker und leicht. Ob es daran liegt, dass ich hängende Hautlappen sehe oder doch nicht alle Klamotten so passen, die ich mir bestelle oder vielleicht an den Rückenschmerzen und dem Schwindel, der mich ständig begleitet? Auch mit dem Essen klappt es noch immer nicht vollständig. Fleisch schmeckt häufig noch sehr komisch – gerade, wenn ich es 15- bis 20-mal gekaut habe. Oft ist es dann so, dass es seinen Geschmack so sehr verändert hat, dass ich es nach dem zweiten Bissen schon nicht mehr mag. Momentan lebe ich eher vegetarisch. Obst und Gemüse mag ich am liebsten. Brot kann ich ab und zu auch schon wieder essen, aber auch nur in kleinen Mengen.

Für meine Familie ist das auch nicht immer ganz einfach, weil sie ständig denken, dass es mir schlecht geht, was so nicht stimmt. Ja, ich habe mit der einen oder der anderen Situation zu tun, aber es geht mir nicht schlecht. In meinem Gesicht sieht man mir die Freude über all das Erreichte nicht an. Ich selbst merke auch, dass meine Stimmung zu wünschen übriglässt. So richtig toll finde ich das alles nicht. Keine Ahnung, was da mit mir los ist. Ich will meine Familie nicht mit runterziehen und wenn ich das tue, tut es mir sehr leid. Mal schauen, wie ich das in den Griff bekomme.

Knapp verfehlt

Manchmal macht mein Körper es schon extrem spannend. Als meine Abnahme startete, habe ich mir mehrere Ziele gesetzt. Da waren z. B.

20 Kilo Abnahme,
25 Kilo Abnahme,
endlich wieder unter 100 Kilo wiegen und
30 Kilo Abnahme.

Das aktuelle Ziel sind 90 Kilo auf die Wage zu bringen. Ich gehe einmal pro Woche, immer am Samstagmorgen nach dem Aufstehen auf die Toilette und dann nackt auf die Waage. Im Vergleich zur letzten Woche habe ich 900 Gramm abgenommen. Das ist super und ich freue mich wirklich über jedes Gramm weniger auf der Anzeige. Aber … 90,1 Kilo! Das ist doch … Da könnte man doch verrückt werden. Da muss ich wohl noch etwas warten. Es ist nicht so, dass davon etwas abhängt und/oder ich eine Wette zu laufen habe, die ich gewinnen will, aber eine gewisse Vorfreude stellt sich ein und so entwickelt sich dann eine entsprechende Erwartung. Und wenn diese dann nicht erfüllt wird, stellt sich so etwas wie Enttäuschung ein, die natürlich totaler Blödsinn ist. Wie gesagt, 900 Gramm weniger, sind ein tolles Ergebnis.

Aktuell habe ich die Abnahmeziele von 20, 25 und 30 kg geschafft. Ebenso wiege ich unter 100 Kilo. Eine Abnahme von 40 Kilo wäre momentan realistisch. Viel fehlt nicht mehr dazu. Aber das Hauptziel ist ein gesundes Gewicht und verbunden damit ein gesundes und leichtes Leben. Spaß und Freude soll es mir wieder bringen.

Mal schauen, wie ich dann noch weitere Ziele definieren kann und sich diese realisieren lassen.

BMI 29

Heute war mal wieder Wiegetag. 91 Kilo! Mist! Das eine fehlende Kilo hätte es auch noch sein können bis zum glatten Zehner. Aber gut. Nein, ich freue mich sehr über eine Abnahme von 2,1 Kilo innerhalb einer Woche. Das ist mega gut – fast schon ein bisschen zu viel des Guten.

Jedenfalls trage ich immer ganz artig jede Woche das Wiegeergebnis in meine beiden Apps ein. Die WeightDrop-App zeigt mir an, was ich abgenommen habe, was bis zum Zielgewicht noch übrigbleibt und den aktuellen BMI. Ich habe keine Ahnung, wie lange es schon her ist, dass ich einen BMI beginnend mit einer zwei hatte. Angefangen hatte ich mit einem BMI von 42. „Normal“, bzw. bei einem gesunden Gewicht liegt der BMI zwischen 18 und 25.

Ich bin von allem sehr beeindruckt, muss ich ganz ehrlich zugeben. Der Weg ist der richtige und ich sollte noch nicht von ihm abweichen.

Manche Sachen sind aber etwas kritisch zu sehen, und da meckere ich auf sehr hohem Niveau – Mount-Everest-Niveau.

Zum Beispiel meine Fingerringe … Sie sind mir alle zu groß geworden. Meinen Ehering trage ich mittlerweile auf dem Mittelfinger, da ich große Angst habe, diesen beim Hände waschen einfach zu verlieren. Zu meinen Spitzenzeiten saß er sehr eng am Ringfinger und ich bekam ihn ohne Seife nicht ab. Mein Mann sagt, dass wir den Ring kleiner machen sollten, ich will aber noch abwarten, wie klein er gemacht werden muss. Wenn ich schon bei Schmuck bin, freue ich mich wahnsinnig darüber, dass mich meine Ketten nicht mehr strangulieren, sondern locker um den Hals liegen. Es gibt schon sehr viele Annehmlichkeiten. Allerdings muss ich meinen Kleiderschrank wieder auffüllen, da ich ihn in letzter Zeit immer leerer mache.

Da habe ich mich noch vor nicht allzu langer Zeit darüber gefreut, dass ich Klamotten aus vergangener Zeit wieder anziehen kann, weil ich wieder „hineingeschrumpft“ bin und nun sind mir selbst diese schon zu groß geworden. Und noch kleinere Klamotten aus vergangener Zeit habe ich dann nicht mehr aufgehoben. Nie im Leben hatte ich damit gerechnet, dass ich mich mit dieser Thematik jemals hätte, wieder beschäftigen müssen. So zeigt sich mal wieder, dass man nie etwas ausschließen sollte.

Ich finde das alles schön und genieße das alles, bin nur überrascht und auch überwältigt von allem.

Das Auge isst mit

Essen ist für mich weiterhin ein sehr großes Thema. Eigentlich könnte man ja denken, dass man sich mit einem so kleinen Magen da keine Platte machen braucht. Das Gegenteil ist der Fall. Meine Gedanken drehen sich aktuell noch mehr darum als früher vor der Operation. Damals habe ich einfach gegessen, was mir vorgesetzt wurde, was alle aßen oder ich eben in die Finger bekam. Heute ist es komplett anders. Nicht mehr ganz so einfach. Warum? Viele Dinge, gerade Zucker will ich nicht mehr essen. Da lasse ich die Finger von und mache einen großen Bogen darum. Ich habe mir noch nie so intensiv die Inhaltsstoffe und die Nährwerte der einzelnen Produkte angesehen, wie jetzt. Ich habe auch große Angst vor dem Dumping, deswegen muss der Zuckerwert sehr niedrig sein. Man sieht den Produkten ihren Zuckeranteil nicht sofort an. Da gibt es große Überraschungen, wenn man genau hinschaut. Ich weiß, das ist keine neue Erkenntnis, aber wenn man sich damit etwas genauer beschäftigt, kommt man aus dem Staunen an der ein oder anderen Stelle nicht mehr heraus. Ich dachte mir, ein Müsliriegel könnte nicht schlecht sein. Als ich genauer hinsah, war mehr als 20 g Zucker/ 100 g enthalten. Wow! Ein anderer Müsli Riegel ohne Zuckerzusatz hatte dagegen nur 1,7 g Zucker pro 100 g. Den kann ich mir tatsächlich gönnen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Auf Kalorien achte ich aktuell nicht so sehr, da ich so wenig esse, dass diese nicht auch noch eine Rolle spielen sollten. Und dann vertrage ich nicht alles. Weiche Weizenprodukte wie Brot und Brötchen sind nicht gut für meinen Magen. Damit kommt er einfach nicht klar und meldet sich dann mit Schmerzen und Übelkeit.

Meine Mahlzeiten werden momentan durch TikTok stark inspiriert. Dort werden viele einfache und schnell zuzubereitende Gerichte vorgestellt. Diese kann ich meist sofort und völlig unkompliziert nachmachen. Meist schmecken sie mir auch richtig gut. Ich habe mir dann auch noch angewöhnt, mir mein Essen hübsch anzurichten. Mir ist es wichtig geworden, auf solche Dinge zu achten und mein Essen nicht einfach nur zu verschlingen. Genuss, mit mehr als einem Sinn, ist wichtig.

Als meine Mutter ihren Geburtstag feierte, kam Essen von einem Caterer. Es wurde einiges an Fingerfood geliefert, darunter einige Salate. Diese Salate wurden in kleinen Gläsern angerichtet – gerade so viel, wie man sich wahrscheinlich auf einen Teller tun würde. Es waren unterschiedliche Salate, so konnte man sich durchprobieren. Ich fand das jedenfalls eine tolle Idee. Der Caterer wollte die Gläser nicht wieder zurückhaben, so habe ich mir einige davon mit nach Hause genommen. Seither richte ich mir darin die ein oder andere Mahlzeit zu. Zum Beispiel mein Frühstück aus Obst, Haferflocken, Chiasamen, Milch und Joghurt; fürs Büro tue ich Melonenstücke dort hinein oder portionieren mir einen Salat darin. Bei den geringen Mengen, die ich esse, was mich nicht immer glücklich macht, möchte ich wenigstens, dass es hübsch aussieht. Ich erfreue mich daran, wenn ich mein Essen so zu- und vorbereite und es dann essen kann. Meine Tochter meinte, das sei fancy. Gut, dann ist das so. Schon bei der Zubereitung freue ich mich auf den Verzehr. Einfach, weil ich mich damit beschäftigt habe und mir Zeit dafür genommen habe.

Auch esse ich „das Beste“ nicht mehr zum Schluss, sondern gleich am Anfang, da ich nicht weiß, wann der Schluss kommt. 🙂

Blutergebnisse

Vor einigen Tagen bekam ich vom MVZ einen dicken Brief mit meinen ersten postoperativen Blutergebnissen. Die Auswertung umfasste sechs Seiten. Da musste man lange gucken, um alles zu verstehen. Ein, zwei Tage später rief mich eine Ärztin aus der MIC-Klinik an, um mit mir meine Ergebnisse auszuwerten und zu besprechen. Insgesamt war sie recht zufrieden gewesen. Einen leichten Mangel an Vitamin B 12 und Vitamin K weise ich auf. Vitamin K soll ich durch Tabletten bzw. Nahrung aufnehmen. Bei Vitamin B12 riet sie mir vorerst zu Tabletten, wobei der Mangel auch durch eine Drei-Monatsspritze ausgeglichen werden kann. Ich habe mir Vitamin B12-Trinkampullen und Tabletten gekauft. Für die Anzahl der Trinkampullen werde ich beides am Tag nehmen, um den Mangel schnellstmöglich wieder auszugleichen. Danach dann nur noch einmal täglich die Tablette. Das werde ich so bis zur nächsten Blutuntersuchung machen. Sollte der Mangel dann noch immer vorhanden sein, werde ich mir die Spritze verabreichen lassen. Bevor bzw. am selben Tag der Blutabnahme habe ich einen Fragebogen des Adipositaszentrums ausgefüllt und eingereicht. Hier sollte ich Fragen zu meinem allgemeinen Befinden und eventuellen Beschwerden angeben. Meine größten Probleme bestehen darin, dass ich noch immer sehr stark unter dem Haarausfall leide und mich der ständige Schwindel nervt. In dem Telefonat wurde auch darauf eingegangen. Gegen den Haarausfall kann man nichts machen. Das sollte sich wieder regulieren. Um mein Haar aber zu stärken, hat mir die Ärztin Biotin und Zink empfohlen. Vor einiger Zeit hatte ich mir schon Biotin und Kollagen für die Stärkung besorgt. Jetzt nehme ich also noch zusätzlich Zink dazu. Ich muss abwarten, was mir das alles bringt.

Zum Schwindel erklärte sie mir, dass dieser von eventuell zu wenig Flüssigkeit kommen könnte. Ich sagte ihr, dass ich mindestens zwei Liter Wasser täglich trinken würde. Danach schilderte sie mir, dass Schwindel bei der Geschwindigkeit der Abnahme recht normal sei, weil der Körper stark arbeiten müsse. Bei ausreichender Flüssigkeitsaufnahme sollte sich das aber mit der Zeit wieder legen. Ich werde gespannt abwarten. Jetzt werde ich erst einmal meine Tabletten sortieren und mir einen neuen Zeitplan erstellen. Es ist gar nicht so einfach, 10 bis 12 Tabletten zu organisieren.

06:00 Uhr Einnahme von Schilddrüsentablette und Pantoprazol
08:30 Uhr Multivitamintablette
09:30 Uhr Vitamin B 12
10:00 Uhr erste Eiweißkapsel
11:30 Uhr Biotin
13:00 Uhr Kollagenkapseln
14:00 Uhr Zink
15:00 Uhr erste Calziumkapsel
16:00 Uhr Vitamin K
20:00 Uhr zweite Calziumkapsel
21:00 Uhr zweite Eiweißkapsel

Einige Präparate sehen gleich aus, bzw. verliert man den Überblick, welche Tablette was ist. Gerade dann, wenn man wie ich, die Tabletten in einem Tablettendispenser hat. Alle Uhrzeiten, der Einnahmen habe ich mir als Erinnerung im Handy eingetragen. Und damit ich weiß, welche Tablette dann aktuell an der Reihe ist, habe ich mir ihr Aussehen dazu geschrieben. Gut, am Ende des Tages muss ich sie alle genommen haben, aber nicht alle Präparate sollen gemischt werden, und außerdem möchte ich meinem Körper auch etwas Zeit geben, die Inhaltsstoffe verarbeiten zu können.

Wie macht ihr das? Lasst mir gerne einen Kommentar mit euren Routinen und Erfahrungen da.

Sich zu ändern ist unheimlich schwer

Ich glaube, ich hatte mein erstes Dumping. Ich bin nun 15 Wochen post OP und habe mir einen Becher geschnittenes Obst gekauft. Dies schnabulierte ich im Büro als kleine Zwischenmahlzeit so vor mich her, als ich plötzlich heftige Bauchschmerzen bekam und ich sehr schnell die Toilette aufsuchen musste. Der Kreislauf blieb stabil, was wiederum gegen ein Dumping sprechen würde. Mir ging es jedenfalls danach wieder besser. Ich war allerdings schon von dieser Spontanität sehr überrascht und beeindruckt. Das ging alles sehr sehr schnell.

Einige Tage später habe ich noch einmal solch einen Obstsalat gegessen, bei dem sich diese Situation nicht wieder einstellte. Vielleicht war es doch etwas ganz anderes, wofür ich allerdings keine Erklärung habe.

Es ist schon bemerkenswert, wie sehr man auf die kleinsten Kleinigkeiten achtet. Früher hatte ich all diesen Dingen, wenn sie denn überhaupt aufgetreten sind, überhaupt keine Beachtung geschenkt. Doch jetzt ist alles anders.

Habt ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht? Was war bei Euch los?

Beschwerden

Mit einigen Beschwerden habe ich allerdings leider noch immer zu tun. Da ist an erster Stelle der Haarausfall zu nennen. Es ist wirklich der absolute Wahnsinn, was ich mir da täglich ausbürste. Das belastet mich so sehr, dass ich mich fast gar nicht mehr traue, die Haare zu kämmen oder zu waschen. Es sind wirklich Strähnen, die ich mir da rausziehe. Der Haarausfall kann viele Gründe haben. Das kann zum einen mit der Narkose zusammenhängen als auch mit der ganzen Hormonumstellung. Ich habe Stimmen gehört und gelesen, die da sagten, dass der Haarausfall drei Monaten nach der Operation einsetzt. Er würde drei Monate kommen, drei Monate bleiben und drei Monate gehen. Das hört sich verdammt schlimm an. Mich belastet das wirklich sehr. Ich hatte meinen Mann gebeten, mir meine Haare etwas abzuschneiden, da meine Spitzen ganz furchtbar trocken waren. Er schlug dann vor, doch etwas mehr abzuschneiden, um meine Haarwurzeln von meinen doch recht schweren Haaren etwas zu entlasten. Nach einem ausgiebigen Gespräch darüber haben wir entschieden, dass er mir die Haare nicht schneidet. Ich bin dann ein paar Tage später zum Friseur gegangen. Dort habe ich mir meine Haare gute 20 bis 25 cm abschneiden lassen. Sie sind noch immer so lang, dass ich mir einen Zopf machen kann. Grundsätzlich habe ich wirklich kein Problem damit, mir meine Haare zu schneiden. Sie wachsen schließlich wieder nach. Und beim Friseur war auch alles gut. Danach ging es mir aber nicht ganz so gut. Es gibt schon so viele Veränderungen. Die abgeschnittenen Haare waren auch alle blond. Diese blonden Haare haben das Grau am Oberkopf etwas kaschiert. Jetzt sind alle Haare grau und ich fühle mich plötzlich gealtert. Die kurzen grauen Haare lassen mich gut und gerne zehn Jahre älter wirken. Das ist nicht schön. Durch die Abnahme wirke ich doch jünger. Ich kann mir aber momentan die Haare weder färben noch bleichen. Noch mehr belasten will ich sie aktuell nicht. Das wäre nicht gut. Die Friseurin hätte das auch nicht befürwortet. Aus diesem Grund trage ich meine Haare also weiterhin als Zopf. Die Friseurin war aber auch eine ganz Liebe. Sie hat meine Sorgen verstanden und war auch ganz vorsichtig. Seit vielen Jahren bin ich den Produkten von Kérastase verfallen. Teurer Spaß, aber ich finde die Produkte ganz toll und habe davon einiges zu Hause. So habe ich mir jetzt auch ein Shampoo für feines Haar (Genesis) gekauft.

Mal schauen, wie lange ich mich mit dieser Thematik auseinandersetzen muss, und hoffe, dass es ein baldiges, gutes Ende nehmen wird.

Wovon ich dann und wann geplagt bin, ist Schwindel. Gut, wenn ich mich einen Moment in gebückter oder gehockter Haltung befinde, kann ich das verstehen. Manchmal ist es aber so, dass wenn ich ganz normal gesessen habe und dann aufstehe, ich mit dem Schwindel zu tun habe. An einer zu geringen Wassermenge kann es meiner Meinung nach nicht liegen, da ich täglich mindestens zwei Liter Wasser trinke. Bei meinem nächsten Arztkontakt werde ich das mal ansprechen und fragen, woran das liegen könnte.

Tja, und dann sind da noch meine Rückenschmerzen. Die erstrecken sich von der Rückenmitte bis zum Lendenwirbelbereich. Von dort aus zieht es manchmal ordentlich in den linken hinteren Oberschenkel hinein. Damit war ich beim Orthopäden, der mir bestätigte, dass das mehr oder weniger „normal“ sei, dass sich alle Bänder wieder neu sortieren müssen nach der Abnahme und dabei eben Schmerzen verursachen können. Mir wurde Krankengymnastik verschrieben, die ich auch schon absolviert habe. Es gab sehr angenehme Massagen und Tipps, wie ich mit dem Aufbau von Bauchmuskeln, den Schmerzen im Rücken entgegenwirken kann. Daran muss ich noch arbeiten. Zu Hause steht ein Hula-Hoop-Reifen, der auf seinen Einsatz wartet. Mal schauen, ob das was bringt. Denn jede Art von Bewegung ist besser als gar keine Bewegung.

Bürosituation

Eben war es noch ein Kompliment, und nun kommt es fast schon einer Kritik nahe. Seit ich wieder arbeite, bekam ich von meiner Kollegin jedes Mal, wenn wir uns auf dem Flur begegneten, Bewunderung und Komplimente entgegengebracht. Es hieß immer, wie toll ich abgenommen hätte. Daraus entstand meist ein Gespräch darüber, wie es mir damit geht und wie schwer es ihr fallen würde, abzunehmen und darüber, dass sie es eigentlich aufgegeben hat, da sie zu alt dafür sei und ihr Alter für ihr Gewicht verantwortlich sei. Heute war es so, dass sie mir sagte, dass ich jetzt aber etwas machen müsse, denn ich sei ja schon schlank genug. Das wiederholte sie sogar noch zweimal. Keine Ahnung, ob ich mich darüber aufregen soll oder ob es sich überhaupt lohnt, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden. Ein bisschen geärgert hat es mich schon, zumindest aber verwundert. Irgendwie fand ich das blöd. Wahrscheinlich denke ich darüber noch einen Moment nach und dann ist es auch wieder gut. Wie schnell sich das ändern kann.

Zudem, zu „hohen“ Alter kann ich nur sagen, dass das nicht stimmt. Meine Kollegin ist 50 Jahre alt und ich kenne Menschen, die diese Magenoperation mit 60 haben machen lassen. Sie nehmen ab und fühlen sich immer wohler damit. Die Lebenslust und -freude ist wieder vorhanden. Deswegen kann ich nur sagen, dass es ein „zu alt dafür“ nicht gibt. Allerdings muss man es wollen. Bekanntlich lässt sich dann vieles schaffen, wenn der Wille da ist.

Wenn ich aber schon einmal im Büro bin, dann bleibe ich doch gleich mal dort und berichte etwas über meinen Alltag dort und wie sich dieser gestaltet.

Ich kann sagen, dass es besser läuft, als ich befürchtet hatte. Meine Angst war ja, dass ich wieder in den alten Trott verfalle und in meine besonderen Situationen gelange und dann wieder rückfällig werde. Ab und zu habe ich eine kleine, gesunde Zwischenmahlzeit, die aus Obst besteht. Das kommt nur dann vor, wenn das Frühstück sehr klein ausgefallen ist, weil mein Magen nicht mitgespielt hat. Mein Mittagessen bringe ich mir in aller Regel mit und kann es mir gegebenenfalls in der Mikrowelle warm machen. Ich habe aber auch einige Töpfchen Kartoffelpüree in meiner Schublade. Selten kommt es auch mal vor, dass ich losgehe und mir eine asiatische Sauer–Scharf–Suppe hole. Das ist aber wirklich die absolute Ausnahme. Meine 2 l Wasser trinke ich auch jeden Tag im Büro. Hier habe ich festgestellt, dass mir das Trinken im Büro leichter fällt, als zu Hause. Im Büro steht die Flasche immer griffbereit auf dem Tisch. Zu Hause bewege ich mich viel und habe die Flasche leider nicht immer im Blick. Schaffe aber dennoch meine Trinkmenge irgendwie. Nachdem ich gegessen habe, mache ich mich immer auf den Weg für einen Spaziergang. Mein Büro liegt direkt an der Spree – das nutze ich aus. Es kann aber auch vorkommen, dass ich ein paar Besorgungen mache. Das aber auch meist alles zu Fuß.

Aktuell kann ich also sagen, dass alles bestens läuft. Ich hoffe, dass mir das noch lange erhalten bleibt.

Sucht bleibt Sucht

Darüber sollte man sich bewusst sein. Wie jede andere Sucht, ist die Esssucht auch eine Sucht. Der Unterschied z. B. zur Alkohol– oder Drogensucht ist, dass hier bei der Genesung nicht auf Nahrung verzichtet werden kann. Das ist schon recht schwierig. Der Alkoholiker muss ganz auf Alkohol verzichten, der Esssüchtige muss sich auf gesunde Lebensmittel konzentrieren. Es gibt keinen gesunden Alkohol. Oder nur eine kleine Menge Drogen, wie eine kleine Portion zum Abendessen. Es gibt auch andere Süchte, deren Entzug nicht „nur“ mit Verzicht arbeiten können, zum Beispiel Workaholics. Letztlich ist es ja so, dass alles, was mehr als „normal“ gemacht oder konsumiert wird, eine gewisse Sucht ist. Nur manche werden gesellschaftlich geachtet oder gefeiert und andere werden eben verachtet und missbilligt. Das kann man gut finden oder auch nicht, aber kann man es ändern? Wahrscheinlich nicht. Man kann sich aber dazu Gedanken machen und darüber nachdenken. Ob es einem hilft… Ich weiß es nicht genau. Es ist nur so: viele Süchtige sind und bleiben es. Wenn sie der einen Sucht abgesprochen haben, haben sie sich eine andere Sucht gesucht, um sich abzulenken. Nicht bewusst ausgewählt, sondern hineingerutscht, weil sie von ihrer Ursprungssucht wegkommen wollen, beziehungsweise Ablenkung brauchen. Vergleichbar mit einer Übersprungshandlung. So kann es passieren, dass der Alkoholiker plötzlich süchtig nach Schokolade wird und Drogensüchtige sich dem Sport voll und ganz hingeben und so eine neue Sucht entstehen kann.

Die ständige Kontrolle des Gewichts und das Zählen von Kalorien kann zu einer Magersucht führen. Ich würde nicht sagen, dass ich schon so weit bin, aber hier muss man aufpassen und drauf achten.

Mir hat mal jemand erzählt, dass er früher morgens und abends auf die Waage stieg, um sein Gewicht zu kontrollieren. Nachdem er das für sich realisiert hatte und merkte, in was für einer Zwangssituation er sich da befand, konnte er damit sofort aufhören. Seit Jahren geht er nicht mehr auf die Waage und will sein Gewicht nicht wissen. Er merkt anhand seines Körpergefühls, ob alles im grünen Bereich sei. Das bewundere ich, aber da bin ich noch lange nicht. Mein Körpergefühl hat mich immer im Stich gelassen. Deswegen habe ich solche Ausmaße angenommen. Ich möchte und brauche die Kontrolle durch die Waage. Die Frage ist, wie sehr ich mich davon beeinflussen lasse und was es mit mir macht.

Ich finde es auch nicht verkehrt, dass das angezeigte Gewicht dann eine Reaktion hervorruft. Wenn es einen aber verrückt macht und man nie zufrieden mit seinem Gewicht ist, welches einem dann angezeigt wird, bin ich auch dafür, die Waage nicht mehr zu benutzen.

Nach meinem Körpergefühl kann ich aber noch nicht gehen. Das ist noch nicht vorhanden. Dazu ist alles noch viel zu frisch und noch nicht eingespielt genug.

Vielleicht kommt es irgendwann einmal. Aber noch ist mir die Waage nicht lästig. Aktuell gehe ich gern drauf. Klar wäre es doof, wenn wieder eine größere Zahl dastehen würde, aber damit kann ich dann arbeiten und weiß, wo ich stehe.t dort so hinein.