Überall Haare

Immer, wenn ich zu den Blutuntersuchungen ins MVZ gegangen bin, habe ich dann noch ein Gespräch mit einer Ärztin geführt, die mir einige Fragen zu meinem Wohlbefinden und zu meinem Gewicht gestellt hat.
Jedes Mal stellte sie mir auch die Frage, ob ich an mir einen verstärkten Haarwuchs feststellen würde. Das habe ich meist verneint, da ich eher mit dem Haarausfall zu tun hatte und als ich dieser wieder legte und meine Haare wieder wuchsen, war ich ja grundsätzlich total glücklich darüber.

Nun ist mir aber doch etwas aufgefallen, was ich damit in Verbindung bringen könnte.
Ich habe das Gefühl, dass die Haare im Intimbereich, an den Beinen und unter den Achseln sehr schnell nach einer Rasur nachwachsen.
Kaum habe ich mich rasiert, sind die Haare bereits zwei Tage später wieder so lang und präsent, dass die nächste Rasur fällig ist. Das war vorher nicht so.

Es war mir gar nicht so sehr aufgefallen, denn vor der Operation habe ich immer nur Klamotten angezogen, die Beine und Arme bedeckt haben und mir um Körperbehaarung gar nicht so viele Gedanken gemacht. Da ich nun aber kurze Hosen und Tops trage, ist es mir schon unangenehm, Stoppeln zu präsentieren.

Die Operation liegt nun ein Jahr und fünf Monate zurück. Was habe ich nicht alles an Veränderungen miterlebt und durchmachen dürfen. Dies gehört nun auch zu den Erfahrungen, die ich gesammelt habe.
Einerseits ist das lästig, aber auch irgendwie spannend, was der Körper da so erlebt und wie sehr man das bewusst wahrnimmt. Auch hier bin ich gespannt, ob sich das wieder verändern wird, wie bei den Haaren.

Nähanleitung Buchstabenanhänger

Material:
Jeansstoff
Baumwollstoff
Füllmaterial (Watte, Füllwatte)
Federring

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stift oder Kreide zum Markieren
Stecknadeln oder Klammern

Vorbereitung:
Entweder suchst Du Dir im Internet Buchstaben in einer für Dich passenden Schriftart aus oder Du versuchst es mit Deinem Schreibprogramm. Als dritte Möglichkeit bleibt Dir noch die Freihandzeichnung. Das kommt auf Deine Kreativität und Dein Geschick an.
Zusätzlich brauchst Du einen kleinen Streifen mit den Maßen 5x3cm.

Und los geht´s:
Dein Design bringst Du nun auf den von Dir gewählten Stoff auf und schneidest diesen 2x aus. Nun nähst Du die beiden Stoffe (links auf links) zusammen.
Lass oben eine Öffnung für das Befüllen und den Anhänger.
Nun stopfst Du den Buchstaben mit dem Füllmaterial aus, steckst den Anhängerstreifen in die Öffnung und nähst ihn fest.

Fertig ist der Anhänger.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde

P.S.: Solltet ihr Gefallen an solch einem Anhänger gefunden haben, könnt aber nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.

Nähanleitung Einstecktuch

Material:
Baumwollstoff
Jerseystoff
Leinen

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stift oder Kreide zum Markieren
Nadel & Faden
Stecknadeln oder Klammern
Lineal
Bügeleisen

Vorbereitung:
Je nach Beschaffenheit des verwendeten Stoffs brauchst Du eine oder zwei Lagen. Schneide die benötigte Anzahl in 25x25cm Quadrate.

Und los geht´s:
Hast Du nur eine Stofflage versäubere die Kanten und schon ist das Tuch fertig.
Hast Du zwei Lagen, lege die Stoffe rechts auf rechts (schöne Seiten) aufeinander und nähe ringsherum. Lasse eine Wendeöffnung. Achte darauf, dass die Wendeöffnung nicht zu nah an einer Ecke.
Nach dem Wenden bügle das Tuch schon in Form und schließe die Wendeöffnung mit Nadel & Faden.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde

P.S.: Solltet ihr Gefallen an dem Einstecktuch gefunden haben, könnt aber nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.

Besuch in der Stadt

Stell Dir vor: Draußen sind 35° im Schatten und Du musst in die Stadt zum Einkaufen, bzw. zum Optiker.

Wenn ich nur Lebensmittel einkaufen gehe, habe ich meist ein Top, eine kurze Hose und ein paar Latschen an – zumindest bei diesen Temperaturen.
Nun bin ich aber mit meinem Mann zum Optiker gegangen, da wollte ich nicht ganz wie Schlumpi aussehen.
Shopping macht ja so unendlich viel mehr Spaß. Früher habe ich mir die ein- und dieselbe Klamotte immer in unterschiedlichen Größen bestellt, in der Hoffnung, dass eine passt. Heute kann ich bei einer Größe bleiben, mit der relativen Sicherheit, dass die Klamotte passt. Manches sieht nicht so aus wie abgebildet, okay, aber das ist mittlerweile eher die Ausnahme geworden. Es ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich war so häufig so deprimiert, wenn die komplette Bestellung wieder zurückgegeben werden musste.
Ich hatte mir ein sehr langes Oberteil gekauft. Eine Art Hoodie-Kleid – dünnes, leichtes Material mit einer Kapuze. Sehr angenehm zu tragen. Vor der Operation wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, solch ein Teil ohne eine Hose darunter zu tragen, da die Oberschenkel immer aneinander gerieben und sich wund gescheuert hätten. Auch nicht bei 35°. Bei so hohen Temperaturen habe ich nun allerdings überlegt und beschlossen, keine Hose darunter anzuziehen und bin das Risiko wunder, schmerzender Oberschenkelinnenseiten eingegangen.

Locker, leicht und beschwingt konnte ich durch die Stadt laufen. Es war toll. Es mag sich merkwürdig anhören, aber für mich eine völlig unbekannte Erfahrung. Die Oberschenkel rieben nicht aneinander. Unfassbar!
Wenn ich also keine Hose oder Strumpfhose anziehen möchte unter einem Kleid, dann muss ich das nicht mehr tun.

Ich hatte mir mal sogar extra solche Oberschenkelschoner angeschafft. Die sehen aus, wie sehr breite Strumpfbänder – geholfen haben sie mir allerdings nicht. Auf den verschiedensten Internetplattformen geben Frauen ihre Erfahrungen und Tipps weiter, wie sie diese Problematik mit Deodorant angegangen sind usw.

All das gehört nun der Vergangenheit an. Das ist so toll! Was ich allerdings immer noch nicht mag, ist, wenn ich sitze oder liege, dass dann Haut auf Haut liegt und sie aneinanderklebt. Beim Schlafen habe ich immer die Decke zwischen den Beinen und für den Tag habe ich nun immer ein Tuch dabei, was ich benutzen kann, denn ich schlage meine Beine zu gern übereinander.

Grundsätzlich mag ich meine Beine aber nicht zeigen, denn vor der Operation waren sie zu dick und nun hängt die Haut recht herunter und schlägt an den Knien Falten. Alles was ich anziehe, muss also mindestens Knie lang sein oder aber eben dann doch wieder eine Hose. Damit bin ich aber absolut fein.

Wieder einmal zeigt sich eine Thematik, an die vor der Operation nicht gedacht wurde. Wie denn auch?! Ich freue mich dann immer, wenn ich solche Veränderungen wahrnehmen kann. Das bereitet mir Freude und ein Glücksgefühl.

Nähanleitung Wimpelgirlande

Material:
Baumwollstoff
Musselin
Stoff, der gefällt
Schrägband

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stift oder Kreide zum Markieren
Nadel & Faden
Stecknadeln oder Klammern
Lineal
Bügeleisen
Vorlagen für die Form(en)

Vorbereitung:
Form(en) für die Wimpel vorbereiten – auf Pappe übertragen und ausschneiden. Je nach Art und Beschaffenheit des Stoffes brauchst Du zwei Lagen je Wimpel.

Und los geht´s:
Lege den Stoff rechts auf rechts (schöne Seiten) aufeinander und nähst sie ringsherum zusammen. Lass eine Wendeöffnung, die Du auch nicht verschließen brauchst, wenn Du sie oben lässt. Dann verschwindet sie im Schrägband.
Nimm nun alle fertigen Wimpel und positioniere sie so, dass immer etwas Abstand entsteht.
Lege das Schrägband herum. Achte darauf, dass der Wimpelstoff genau vom Schrägband umschlossen ist.
Nun nähst Du das Schrägband an den Wimpeln fest.
Du solltest am Anfang und am Ende der Girlande etwas Schrägband überstehen lassen.
Dies dient zur Befestigung.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde

P.S.: Solltet ihr Gefallen an solch einer Girlande gefunden haben, könnt aber nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.

Auf und ab

Gar nicht so einfach hier den richtigen Anfang zu finden. Durch Disziplinlosigkeit habe ich in den letzten Wochen drei bis vier Kilo zugenommen. Ja, ich fand das nicht schön, konnte mich damit aber irgendwie abfinden. Irgendwann war es dann so weit, dass ich mich doch recht streng in eine Richtung bewegte, die mir nicht mehr gefiel und ich die Notbremse ziehen musste.

Ja, ich war sehr nachlässig. Zu viel gegessen habe ich nicht, ich habe nur einfach immer gegessen – also doch zu viel – und die falschen Dinge habe ich zu mir genommen. Ständig habe ich etwas gegessen und dabei war es egal, ob Zucker oder eher etwas Herzhaftes.

Die süßen Mentos haben es mir leider besonders schwer angetan. Die kann ich Stangenweise verputzen. Ich habe es so gehandhabt, dass ich von Montag bis Freitag auf Süßigkeiten, Snacks und Knabbereien verzichte. Samstags war und ist der Tag der Waage und der Belohnung. Am Samstag konnte ich mir alles gönnen, worauf ich Lust hatte und was ich vertrug. Denn selbst, wenn ich Pizza hätte essen wollen, wäre das nicht gegangen.

Aber ich habe es mir gegönnt und mich somit für meine Disziplin belohnt. Mein „All-you-can-eat-Fress-Tag“ war geboren. Dann fing es an, dass ich am Sonntag genauso verfahren bin. Mit der Ausrede, es sei ja schließlich Wochenende. Ich kann mich ja die ganze Woche zusammenreißen und eben an zwei Tagen sündigen. Nach einer Weile kam dann auch noch der Montag hinzu, denn die Tage mit Disziplin Waren ja schließlich noch in der Überzahl. Hinzu kam, dass die Waage gar nicht so sehr gemeckert hatte, wie ich befürchtet hatte und schon war mein schlechtes Gewissen beruhigt und ich habe immer weiter gemacht. Zwischendurch noch meine Scheibe Knäckebrot mit Käse, eine Stange Mentos oder zwei oder drei…, Obst, Filinchen und und und. Die Liste kann sehr lang werden.

… und dann war es mir plötzlich sehr bewusst und zu viel auf der Waage. Panik und Angst machte sich breit. Das war zu viel. Du warst fett! Lass es nicht schon wieder so weit kommen! Sieht man es schon? Sind die Klamotten etwa schon wieder enger geworden? Ich habe mich mal wieder selbst enttäuscht! Mit dem Gedanken, dass ich es nicht schaffen werde, habe ich die nächste Woche auf Zucker, Süßigkeiten, Snacks und Zwischenmahlzeiten verzichtet. Es war hart.

Mein Körper hat mir mit ganz klaren Zeichen gesagt, dass er diesen Entzug nicht gut findet. Kribbeln und Nervosität machten sich breit. Der Kopf tat sein Übriges dazu, in dem er immer wieder ans Essen gedacht hat – immer und immer wieder.

Ich bin eisern und standhaft geblieben. Glaubt mir, das war nicht immer einfach, eigentlich fast nie. Aber ich musste da durch. All die Arbeit und die Qualen der letzten Monate kann ich doch nicht aufgeben wegen einer Stange Mentos. Das wäre doch mehr als albern.

Ich habe mich also zusammengerissen und jeder Attacke, jedem Wunsch nach Essen, jedem Gedanken, der kam und mir versichert hat, dass es nicht schlimm wäre, wenn ich nachgeben würde, widerstanden. Auch das Argument, dass es ja keiner mitbekommen würde und es ein Geheimnis bleiben würde, konnte mich nicht überreden.

Es kam nun also wieder der Samstag, der Tag, an dem ich mich immer kontrolliere und mir die Wahrheit über mein Verhalten gnadenlos entgegengebracht wird.
Das erste Piepen für das Einschalten der Waage, das nächste Piepen für das Startsignal und das letzte Piepen für das Ergebnis. Nie gucke ich auf die Anzeige, bis die Messung nicht vorbei ist. Erst nach dem letzten Piepen schaue ich nach unten und entscheide, ob ich mit der Zahl zufrieden bin, denn oft habe ich die Zahl von der Woche davor nicht mehr vor Augen.
Diesmal wusste ich aber, dass es ein richtig guter Erfolg war, denn die Anzeige gefällt mir sehr.
Ich habe mich sehr gefreut und mich richtig stolz gefühlt, dass ich das wieder in den Griff bekommen habe.
Eine weitere Woche voller Disziplin hat die zugenommenen Kilo wieder ganz verschwinden lassen – trotz des Belohnungstages, der diesmal aber nicht so ausschweifend ausgefallen ist.

Es klappt also. Ich bin froh und erleichtert darüber. Selbstverständlich soll das nun keine Dauereinrichtung werden, aber es zeigt mir, dass wir nicht mal über die Stränge geschlagen habe, ich nicht den Kopf in den Sand stecken muss. Es lässt sich wieder beheben. Man muss sich das alles nur bewusst machen.

Natürlich habe ich auch mit meinem Mann darüber gesprochen. Der sagte mir, dass ich mir eine Zahl setzen soll, die mein Maximalgewicht ist. Auf gar keinen Fall soll und darf es mehr werden. Und sollte die Waage doch einmal darüber liegen, müssen sofort Maßnahmen eingeleitet und ergriffen werden, damit das wieder korrigiert wird. Das nehme ich mir zu Herzen und empfinde das als sehr hilfreich. Mal schauen, ich bin sehr gespannt, wie sich das alles weiter entwickeln wird.

Planschen im Pool

Es ist der zweite Sommer nach meiner Magen-Bypass-Operation und in meiner Familie beginnt die Geburtstagssaison.

Meine Nichte beginnt Mitte Juni und dann geht es bis Mitte August in einem maximal Zwei-Wochen-Rhythmus Schlag auf Schlag so weiter.

Bei meinen Eltern im Garten gibt es einen großen Pool. Und was liegt näher, als diesen voll und ganz im Hochsommer bei mehr als 30° zu nutzen. Gern werden dann auch alle Familienfeiern zu meinen Eltern verlegt, damit im Pool geplanscht werden kann. Also darf bei den Besuchsvorbereitungen, Badehose, Bikini und Badeanzug nicht vergessen werden.

Spätestens nach Kaffee und Kuchen gibt es dann kein Halten mehr und mindestens die Kinder springen ins kühle und erfrischende Nass.

Am Geburtstag meiner Mutter habe ich es mir auch nicht nehmen lassen und bin mit meiner Tochter (20), meinem Sohn (12) und meinem Neffen (5) planschen gegangen. Jeder Vorsatz, die Haare nicht nass werden zu lassen, war innerhalb von Sekunden hinüber. Ist ja auch Blödsinn. Planschen und Rumblödeln macht auch viel mehr Spaß, wenn man nicht auf trockene Haare achten muss. Also wurden Bälle hin und her geworfen. Wasserschlacht fanden statt, kleine Neffen wurden durch die Luft geworfen und wer frech wurde, wurde untergetaucht. Es hat einfach viel Spaß gemacht.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal davor im Pool war.

Auch wenn das ein ganz privater Platz ist, habe ich mich geschämt, mich zu zeigen. Meinen unförmigen Körper zu präsentieren, war mir peinlich. Den Spaß habe ich immer anderen überlassen. Jetzt aber nicht mehr. Ich bin selbstbewusst genug geworden.

Ich glaube, die Kinder fanden es auch toll, vor allem meine Tochter. Wie viele Gelegenheit habe ich verstreichen lassen und somit verpasst. Wenn ich daran denke, wird mir ganz traurig ums Herz und Wehmut tritt auf.

In einer ruhigen Minute im Pool kam sie plötzlich zu mir geschwommen, umarmte mich, kuschelt sich an mich und sagte: „Mama!“

Ich kann gar nicht beschreiben, was da alles mit und in mir passiert ist.

Als ich später daran zurückdachte, sind mir fast die Tränen gekommen. Auch heute geht es mir noch so. So viele Gedanken überfallen mich dann. Die meisten haben leider etwas mit Bedauern zu tun, denn es tut mir so leid, dass ich so viele Chancen und Gelegenheiten verpasst habe, in denen sie gern mit Mama etwas unternommen hätte, Mama aber einfach nicht in der Lage dazu war.

So viele Gelegenheiten werde ich auch nicht mehr mit ihr bekommen.

Die Selbstkasteiung bringt mir die verlorene Zeit nicht zurück, das weiß ich und es ist auch nicht so, dass ich ausschließlich in der Vergangenheit lebe, aber diese Momente lassen mich denken: „Hättest du es doch schon viel früher gemacht.“

Was will ich damit zum Ausdruck bringen?

Nein, niemanden werde ich damit zum Schritt einer solchen Operation überreden. Vielleicht ist es aber eine Entscheidungshilfe. Das Übergewicht schränkt die eigene Bewegung ein und beeinträchtigt eventuell auch das Umfeld.

Denn wie heißt es so schön: „Der Wille ist stark, das Fleisch ist schwach…“

Die Trägheit der letzten Jahre muss ich hier da noch überwinden. Körperlich bin ich dazu absolut wieder in der Lage. Das ist so schön und befreiend, endlich das zu tun, was ich möchte und mich dafür auch nicht mehr zu schämen. Das ist so, als wenn man richtig kräftig und tief ein- und ausatmen kann. Eine große Last ist abgefallen.

Ringgröße von 57 auf 52

Mein leidiges Thema mit meinem Ehering hat nun endlich ein Ende gefunden. Man nimmt nicht nur an Bauch, Beinen, Po und im Gesicht ab, nein, auch Handgelenke und Finger werden schmaler.

Nach meinem Empfinden war das kein schleichender Prozess, sondern das war von gestern auf heute so. 🙂 Ganz plötzlich sind mir beinahe alle Ringe einfach so von den Fingern gerutscht.

Da ich nicht wusste, wie viel ich noch abnehmen werde, habe ich meinen Ehering auf dem Mittelfinger getragen. Obwohl er dort etwas fester saß und nicht drohte, sofort zu rutschen oder abzufallen, sollte das nicht die endgültige Lösung sein.

Der erste Besuch beim Juwelier hatte zwar eine geringe Verkleinerung des Ringes bewirkt, und ja, er saß in dem Moment und für eine kurze Zeit wieder etwas fester auf dem Ringfinger, aber leider blieb es nicht so. Der Juwelier sagte mir, dass für die notwendige Verkleinerung, die vorgenommen werden müsste, der Ring eingeschickt und neu gemacht wird. Ich habe das so lange wie möglich hinausgezögert, denn wann hört die Abnahme auf? Ständig den Ring verkleinern zu lassen … darauf habe ich keine Lust.

Der Zeitpunkt war nun aber also gekommen und ich habe meinen Ring abgegeben und er wurde eingeschickt. Nach ca. 14 Tagen hatte ich meinen Ring wieder. Er passt perfekt. Er sah aus wie neu … er war neu. Er wurde eingeschmolzen und komplett neu kreiert. Die Gravur wurde auch neu gemacht. Preislich war das wirklich tragbar.

Der Kracher ist die aktuelle Größe. Als ich mir damals den Ring kaufte, brauchte ich die Größe 57. Verkleinert wurde er nun auf die Größe 52.

So richtig viel Ahnung von Ringgrößen habe ich nicht. Ich weiß, dass es Designer gibt, die in geraden Größen arbeiten, also 48, 50, 52 etc. und andere Designer arbeiten mit ungeraden Größen 49, 51, 53 etc.

Anmerkung: Mein Ring ist eine Maßanfertigung, deswegen kommt der Wechsel von einer ungeraden zu einer geraden Größe zu Stande. Es ist wirklich heftig, was sich auch da getan hat. Wenn ich meine Hand flach auf den Tisch lege, bilden sich bei allen Fingern eine Lücke zwischen den untersten Fingergliedern. So ist es tatsächlich schwierig, Krümel und andere Kleinigkeiten vom Tisch in die Handfläche zu wischen. Durch die Fingerlücken fällt alles durch. 🤭

Hornhaut

Weiter geht es mit Dingen, die vor einer magenverkleinernden Operation nicht thematisiert werden, weil es einfach nicht geht, alles zu erwähnen und oder an alles zu denken bzw. zu bedenken. Selbst die Ärzte wissen icht, wie weitreichend die Veränderungen sein können.

Jeder ist so individuell wie eine Schneeflocke und die Zusammenhänge zu erkennen, ist einfach nicht möglich. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass eine Inkontinenz (Verlinkung herstellen) mit Übergewicht zu verbinden ist.

Mit der Zeit und wenn man sich genau beobachtet, fallen mir immer mehr Veränderungen an mir selbst auf.

So habe ich mit meinem hohen Gewicht doch verstärkt Hornhaut an den Füßen produziert. Spätestens nach drei Wochen musste ich mich da immer einer Behandlung unterziehen. Ich bin nun 29 Monate (ein Jahr und fünf Monate) post OP und habe in dieser Zeit bislang zweimal meine Füße in dieser Hinsicht behandeln müssen. Die Füße sind einfach nicht mehr dieser hohen Last ausgesetzt und so kommt es, dass weniger Hornhaut produziert wird.

Natürlich ist dies kein Grund für oder gegen solch eine Operation. Das ist mir klar und hätte mich auch nicht beeinflusst. Das ist kein Entscheidungskriterium.

Ich will damit nur zeigen, welche Auswirkungen solch eine Operation haben kann, bzw. solch ein Gewichtsverlust. Wie gesagt, das muss so nicht bei jedem sein, aber möglich ist es. Mit Sicherheit bemerke ich auch nicht alles, was sich bei mir verändert hat, aber die Dinge, die mir an mir selbst auffallen, benenne ich hier.

Welche Veränderungen habt ihr an Euch festgestellt und bringt diese mit der Operation in Verbindung? Was ist Euch aufgefallen? Schildert es mir doch gern in den Kommentaren.

Inkontinenz

Vor über einem Jahr habe ich mich einer magenverkleinernden Operation unterzogen und mir einen Magenbypass legen lassen. Es wird eine etwa 15 bis 20 ml kleine Magentasche (Magenpouch) am Mageneingang gebildet. Der größte Teil des Magens wird verschlossen und bleibt in seiner unveränderten Lage im Bauch.

Der Dünndarm wird durchgeschnitten. Die oberen Abschnitte vom Zwölffingerdarm und vom oberen Teil des Leerdarms werden umgeleitet. Hier fließen die Verdauungssäfte aus der Bauchspeicheldrüse und die Gallensäuren zusammen. Der Teil des Darms, der unterhalb dieser Durchtrennung liegt, wird hochgezogen und mit der Magentasche verbunden.

Alle Nahrungsmittel und Getränke geraten somit durch den kleinen Magen auf direktem Wege in diesen Abschnitt des Darms.

Es findet eine Veränderung der Hormone statt.

Wer unter Diabetes und/oder Sodbrennen leidet, wird von dieser OP-Variante besonders profitieren, da sich beide Leiden durchaus in Luft auflösen können. Auch können sich Schilddrüsenwerte verbessern.

Mein Leidensdruck war irgendwann einfach so hoch, dass ich nur noch diese Operation als Ausweg für mich sah. Letztens las ich einen Kommentar: „Warum OP? Hast Du keinen Willen?“ Wenn es doch nur so einfach wäre. Wer sich nicht selbst in dieser Situation befindet oder auch nur annähernd sich damit beschäftigt, kann das nicht verstehen. Ich mache diesen Menschen keinen Vorwurf. Auch mir ging es so. Vor Jahren hat eine Freundin, sich einer Magenoperation unterzogen. Ich war davon nicht begeistert, weil auch ich dachte, dass sie faul ist, keinen Willen hat, sich nicht anstrengen möchte und den Weg des geringsten Widerstandes gehen will. Einige Jahre später fand auch ich mich in dieser Situation wieder und ich habe nur noch diesen Weg wählen können. Ich habe so viel gemacht und versucht, mich so sehr angestrengt und gekämpft, aber dennoch immer wieder verloren und versagt. Ja, manchmal sehe ich noch heute meine Operation als eine Kapitulationserklärung, aber mir blieb nichts anderes mehr übrig, als mich für diesen Weg zu entscheiden. Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Ich würde es immer wieder tun. Wenn man sich für eine Operation entscheidet, bedeutet es nicht, dass alles ganz einfach wird. Der Weg zum Operationssaal ist lang und man hat so einige Hürden zu überwinden.

Warum schreibe ich das alles? Niemals würde ich versuchen, jemanden zu einer Magenoperation zu überreden, aber ich möchte jeden dazu ermutigen, diesen Schritt zu gehen, wenn man sich damit schon auseinandergesetzt hat und selbst auch diesen Weg gehen möchte oder für sich gehen muss. Diese Entscheidung muss für sich selbst getroffen werden. Ich kann sagen, dass es absolut richtig war für mich. Es ist einfach zu viel Zeit vergangen, in der ich mich nicht wohl gefühlt und mich verachtet habe. Nein, selbstverständlich sind mit solch einer Operation nicht alle Selbstzweifel weg und die absolute Zufriedenheit ist eingekehrt, daran arbeite ich noch. Aber Stück für Stück merke ich Veränderungen an mir – die körperlichen sind recht schnell zu merken und zu sehen – auch von anderen. Es gibt aber auch vieles, was meine Mitmenschen nicht sehen können. Da spreche ich nicht nur von psychischen Dingen, die unweigerlich auch kommen. Zum Beispiel spreche ich hier von einer Inkontinenz, unter der ich vor der Operation durchaus litt. Okay, ich bin Mutter und habe ein Kind bekommen und ja, daher kann auch eine Inkontinenz entstehen und vor der Operation hätte ich mein Übergewicht auch nicht unbedingt damit in Verbindung gebracht. Aber heute tue ich das. Gut, wenn ich ganz nötig auf die Toilette muss, die Blase richtig voll ist und ich dann husten oder niesen muss, passiert es mir heute noch. Seit einiger Zeit beobachte ich aber, dass es mir nicht mehr ständig passiert, wie noch vor der Operation. Ich vermisse es nicht! Es ist mir nur jetzt einmal aufgefallen.

Niemand kann einem vor der Operation sagen, welche Veränderung erwartet werden können. Dafür sind sie ja auch zu unterschiedlich. Ich habe Beiträge gelesen, in denen stand, dass solch eine Operation gar nicht geholfen hat und keine Abnahme erfolgte. Für mich nicht vorstellbar, aber wenn man nicht selbst drin steckt…

In meinen bisherigen Beiträgen habe ich geschildert, was sich bei mir alles verändert hat und wie wohl ich mich nun endlich wieder fühle. Ich habe die richtige Entscheidung getroffen und bin so froh darüber. Hätte ich gewusst, welch positive Veränderungen mich erwartet hätten, hätte ich es schon viel früher gemacht. Ja, es ist nicht immer alles ein Zuckerschlecken, aber das ist es ja nie.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, wer sich für diese Operation entscheidet, braucht einen starken Willen. Es sind einige Unwegsamkeiten zu überwinden, was die Antragstellung betrifft. Wenn man aber an die richtigen Stellen gelangt, die einem helfen und unterstützen, lohnt sich oft die ganze Mühe und Arbeit.

Gern bin auch ich dazu bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.