Es Menschelt

Gern möchte ich hier eine mir entgegengebrachte Äußerung zur Diskussion stellen Sie wurde mir von einer Person entgegengebracht, die mir jahrelang gesagt hat, dass ich zu dick sei und ob ich nicht mal etwas abnehmen möchte und doch etwas tun soll. Jahrelang. Oft wurde ich mit Bedauern betrachtet, weil ich so dick war.

Als die Kilos nach der Operation anfingen zu purzeln und ich immer schlanker wurde, wurde ich bewundert und mir wurden Komplimente gemacht.

Jetzt knapp ein Jahr nach der Operation heißt es plötzlich: „Musst Du uns immer zeigen, wie sehr Du abgenommen hast? Das macht uns andere neidisch. Früher hast Du Dich immer hinter weiten Klamotten versteckt. Pullover hast Du immer bis über die Hände gezogen.“ (Bei der Aussage trug ich enganliegende Kleidung.)

Da mir das bei einer Feier – zwar unter vier Augen – gesagt wurde, habe ich auch keinen weiteren Aufstand gemacht. Mit Wut, Traurigkeit und sehr viel Fassungslosigkeit bin ich nach Hause gefahren. Was sollte das? Gut, der Neid wurde ja zugegeben, aber dennoch. Es hat mich verletzt.

Ist das nun übertrieben? Bin ich zu sensibel und sollte mich über den Neid freuen? Soll ich mich dem geäußerten Wunsch nach mehr Zurückhaltung beugen? Ich bin doch stolz auf meine neue Figur und das zeige ich gern. Sollte ich also darauf pfeifen, was andere denken und fühlen?

So bin ich eigentlich nicht. Ich wollte schon immer es allen recht machen.

Niemand soll sich in meiner Gegenwart schlecht fühlen. Sollte ich mich dann also fernhalten? Kann ich das?

Es wird immer Situationen geben, in denen wir aufeinandertreffen. Muss ich mich dann wieder verstecken und anders verhalten, als ich es möchte?

Ich empfinde das als nicht fair.
Ich bin glücklich und gleichzeitig betrübt, weil sich meinetwegen Menschen nicht wohl fühlen. Aber habe ich nicht das Recht, mich wohlzufühlen und das zu zeigen und zu leben?
Ich stecke da irgendwie fest in meinen Gedanken und Gefühlen.

Versteht ihr, was ich meine?
Habt ihr eine Meinung dazu?
Welche?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir das mitteilen würdet, damit ich vielleicht auch andere Sichtweisen in meine Welt mit einbauen kann.

Ich danke Euch!

Nähanleitung Schlauchschal

Material:
Jerseystoff – Kopfumfang x 20 cm
Fleecestoff – Kopfumfang x 20 cm

Kopfumfangtabelle:
Alter                                        Kopfumfang in cm
6 bis 9 Monate                    43 cm bis 45 cm
9 bis 12 Monate                  45 cm bis 47 cm
1 bis 2 Jahre                         48 cm bis 50 cm
2 bis 4 Jahre                         50 cm bis 52 cm
4 bis 8 Jahre                         52 cm bis 54 cm

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stift oder Kreide zum Markieren
Nadel & Faden
Stecknadeln oder Klammern
Lineal
Bügeleisen

Vorbereitung:
Zunächst schneidet ihr zwei gleichgroße Stoffstreifen zu. Achtet dabei auf Nahtzugabe von 0,5 bis 1 cm. Der Stoff sollte dehnbar sein. Diesen Schlauchschal könnt ihr aus zwei verschiedenen Stoffen nähen oder aber auch komplett aus Fleece oder Jersey.

Und los geht’s:
Die glattgebügelten Stoffe legt ihr rechts auf rechts (schönen Seiten aufeinander). Stellt mithilfe von Klammern oder Nadeln sicher, dass der Stoff nicht verrutschen kann. Näht nun beide Teile entlang der langen Seiten zusammen.

Nun wendet ihr den Schal, so dass ihr die schönen (rechten) Seiten seht.

Jetzt wird es etwas knifflig, aber ihr schafft das. Ihr legt den Stoff direkt aufeinander – am Besten Naht auf Naht und fangt etwas oberhalb davon an, nähfüßchenbreit die Stoffe zusammenzunähen. Dies macht ihr einmal ringsherum. Der Schal wird sich wie von selbst wieder auf die linke Seite drehen. Deswegen müsst ihr eine Wendeöffnung lassen. Verriegelt Nahtanfang und -ende gut, damit nichts reißt.

Sobald ihr den Schlauchschal wieder auf rechts gewendet habt, greift ihr zu Nadel und Faden und näht die Wendeöffnung per Hand zu. Diese könnt ihr aber auch mit der Nähmaschine schließen, wenn die Öffnung innenliegend ist und man diese so nicht sieht.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Gute.

P.S.: Solltet ihr Gefallen an dem Schlauchschaf gefunden haben, aber könnt nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.

Spiegeltür

Ich war mal wieder im Urlaub. Diesmal hat es uns nach Hessen verschlagen. Dort sind wir viel gewandert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diesmal körperlich sehr schnell müde wurde. Sehr schnell wurden meine Beine kraftlos und so hatte ich oft das Gefühl, mich nur Zentimeter für Zentimeter fortzubewegen. Auch war die Regeneration nicht einfach. Da hatte ich das Gefühl, dass es wieder gut geht und dann schlug der Hammer doch recht schnell zu. Das war alles insgesamt etwas komisch. Wir hatten dort aber eine schöne Zeit und solch ein Tapetenwechsel tut immer gut.

Im Schlafzimmer dort stand ein großer Kleiderschrank mit einer Spiegelfront. Bislang ist mir das in anderen Urlaubsdomizilen nicht weiter aufgefallen, aber wahrscheinlich wird das überall so gewesen sein. Jedenfalls bemerkte ich es diesmal sehr bewusst, als ich mich wieder anzog, und dabei fiel mir auf, dass a) mein Kleiderschrank zu Hause keinen Spiegel hat und b) unsere Ganzkörperspiegel, die wir haben, entweder in dunklen Ecken oder auf einer anderen Etage sind. Das musste sich ändern, denn ich stellte fest, dass ich mich super gerne im Spiegel anschaue, wenn ich mich anziehe. Wann war das das letzte Mal so? Ich kann mich nicht erinnern. Wenn ich mich angezogen habe, habe ich immer nur darauf geachtet, dass es passt, nicht spannt und den größten Teil meines Körpers bedeckt. Ach ja, und unauffällige Farben mussten es sein.

Heute sieht das anders aus: Farben und figurbetont, das ist mein Ding geworden.

Ich habe Spaß und Freude dabei, mir meine Sachen aus dem Kleiderschrank zu nehmen. Jetzt muss ich nur noch sehen können, wie es an mir aussieht. Ich bin zu meinem Mann geeilt und habe mir eine Spiegelschranktür für unseren Schlafzimmerschrank gewünscht. Das IKEA-System macht das ja recht unkompliziert möglich.

Nachdem wir also wieder zu Hause waren, sind wir gleich los, um meinen Wunsch zu erfüllen.

Gewünscht – getan. Auf zu IKEA und gar nicht lange gesucht, denn das Regal und das Fach habe ich schon zu Hause recherchiert. Wir sind auch – ohne Umwege über den obligatorischen HotDog – direkt wieder nach Hause gefahren und haben die Tür sofort montiert. Das geschah alles in einer super Geschwindigkeit. Die alte Tür brachte mein Mann auch gleich noch zur Entsorgung bei der BSR.

Ich drehe und wende mich, nur um mich von allen Seiten betrachten zu können. Ab und an erfolgt auch ein kleines Tänzchen, aber immer mit einem breiten Lächeln im Gesicht, weil mir gefällt, was ich da sehe– von Kopf bis Fuß und gut beleuchtet.

Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich beim Anblick meines Spiegelbildes jemals wieder Freude und Spaß hätte empfinden können. Total irre. Ich bin dafür sehr dankbar.

Nähanleitung Kopfkissen

Material:
Gewünschter Stoff in gewünschter Größe (hier: Baumwolle, 45x45cm)
Reißverschluss in passender Länger (hier: 45cm)
Kisseninlett in passender Größe (hier: 45x45cm)

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stecknadeln oder Klammern
Bügeleisen

Vorbereitung:
Ihr benötigt zwei gleichgroße Stoffstücke. Rechnet eine Nahtzugabe von 0,5 bis 1 cm dazu. Bügelt die Stoffstücke schön glatt.

Und los geht´s:
Nehmt ein Stoffquadrat und befestigt an einer Seite den Reißverschluss mit Klammern/Stecknadeln, bzw. mit einer Naht.

Wiederholt das mit dem anderen Stoffquadrat.

Um einen sauberen Abschluss zu bekommen, näht auf der anderen Seite noch einmal der Länge nach entlang.

Nun legt die schönen Seiten aufeinander und näht entlang aller Seiten.

Die Ecken solltet ihr vor dem Umkrempeln „entschärfen“. Nun dreht ihr den Bezug um und fertig ist der Kissenbezug.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde.

P.S.: Solltet ihr Gefallen am Kissenbezug gefunden haben, könnt aber nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.

Magen-Darm-Infekt

Mein Vater hatte seinen 70. Geburtstag. Dazu hat er Familie und Freunde eingeladen. Meine Mutter stand wie üblich, stundenlang in der Küche und war mit den Vorbereitungen beschäftigt. Sie hat wieder gezaubert und allen Gästen hat es sehr gut geschmeckt. Es war ein Brunch und so konnte sich jeder mit dem glücklich machen, was ihm so schmeckt.

Die Nachwehen dieser schönen Veranstaltung war ein Magendarminfekt, der alle Gäste erwischt hatte. In der Vorbereitung des Geburtstages wurde eine WhatsApp Gruppe eingerichtet, in die nun jeder schrieb, wer auch an Bett und Toilette gefesselt war. Die Inkubationszeit bei solchen Angelegenheiten ist recht kurz. Innerhalb weniger Tage (gefühlt waren es nur Stunden) lagen hier alle vier flach, bzw. hingen über den Toiletten und Eimern. Es war grauenvoll! Man kam mit der Reinigung und Desinfektion gar nicht so schnell hinterher, wie es nötig war. Und weil alle gleichzeitig betroffen waren, war es der absolute Horror.

In meiner Situation kann ich davon berichten, dass ich mich seit der Operation nicht mehr übergeben kann. Das ist mir schon früher mal aufgefallen, als ich es bewusst erzwingen wollte, weil es mir nicht gut ging. Ich dachte, dass ich mir so eine Erleichterung hätte verschaffen können. Hier dachte ich, dass eventuell der Muskel nicht mehr so stark sei, der dafür verantwortlich ist, aber nun hatte ich einen sehr starken und ausgeprägtem Würgereiz, der dennoch nicht zum Erbrechen führte. Die trotzdem verursachten Schmerzen waren grauenvoll. Zusätzlich hatte ich fürchterlichen Durchfall. Wer solch einen Infekt schon einmal hatte, weiß, wovon ich rede. Das schier unendliche Sitz auf der Toilette schmerzte auch ungemein an den Oberschenkeln. Der ganze Körper war so schwach und schlapp. Den einzigen Vorteil, den ich in dieser Situation hatte, war, dass ich das, was ich zumindest getrunken hatte, bei mir behalten habe, was andere nicht vergönnt war.

Diese Thematik ist sicherlich nicht so schön und alltäglich, gehört aber dazu. Ich gab mir große Mühe, nicht zu sehr in Details zu gehen, um niemanden ein schlechtes Gefühl zu vermitteln. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Ansonsten entschuldige ich mich dafür.

Gegen das Übelkeitsgefühl und den ständigen Drang, auf die Toilette gehen zu müssen, hatte ich Vomex genommen. Die machen auch etwas schläfrig, was die ganze Angelegenheit etwas erträglicher gemacht hat.

Nach zwei Tagen ging es mir und meiner Familie wieder besser. Kein schönes Erlebnis und an ist doch sehr froh und erleichtert, wenn es wieder vorbei ist.

Nähanleitung Kirschkernkissen für den Nacken (Nackenhörnchen)

Material:
Baumwollstoff
600g Kirschkerne (andere Körner wie Dinkel, Weizen oder Rapssamen sind auch möglich)

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stift oder Kreide zum Markieren
Nadel & Faden
Stecknadeln oder Klammern
Bügeleisen

Vorbereitung:
Nehmt Euren Stoff doppelt, indem ihr ihn rechts auf rechts legt. Fixiert ihn mit Nadeln oder Klammern, damit nichts verrutschen kann. Zeichnet Euch nun die Vorlage auf den Stoff.

Und los geht’s:
Ihr habt nun zwei Möglichkeiten. Entweder schneidet ihr Euch den Stoff vor dem Nähen schon aus oder ihr näht vor dem Ausschneiden bereits den Stoff zusammen. Egal für welche der Möglichkeiten ihr Euch entscheidet, bitte denkt an eine Nahtzugabe von 0,5 bis 1 cm. Auch müsst ihr eine Wendeöffnung lassen. Ich lasse diese immer oben am Nackenhörnchen, dann stört die Naht nicht direkt am Nacken. Verriegelt Nahtanfang und -ende gut, damit nichts reißt.

Wenn Ihr das Nackenkissen soweit zusammengenäht habt, dann wendet den Stoff.

Nun könnt ihr mit dem Befüllen beginnen. Ich nehme 600g Kirschkerne. Das Befüllen kann ein wenig knifflig sein.

Sobald das Nackenhörnchen gefüllt ist, greift ihr zu Nadel und Faden und näht die Wende-/Befüllöffnung per Hand zu

Bereits jetzt wäre das Kirschkernkissen schon fertig. Allerdings rutschen Euch die Kirschkerne nun entweder ganz in die eine oder ganz in die andere Richtung. Um dies zu verhindern näht ihr Begrenzungsnahten. Dazu legt ihr das Kirschkernkissen vor Euch hin und verteilt die Kirschkerne gut und gleichmäßig. Ihr markiert Euch die Mitte, lasst die Kirschkerne nach rechts und links in die Taschen fallen und näht eine Naht mittendurch. Dieses Prozedere wiederholt ich noch einmal rechts und links. So erhaltet ihr vier Kammern, in denen die Kirschkerne gleichmäßig verteilt sind. Achtet bitte darauf, dass die Kirschkerne nicht unter die Nadel geraten und das Nähfüßchen ausreichend Platz hat.

Fertig ist Euer Kirschkernkissen für den Nacken.

Gebrauchsanleitung:
Das Kirschkernnackenhörnchen zusammen mit einem Glas Wasser in die Mikrowelle legen und dieses bei 600 Watt für 60 Sekunden erwärmen.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde.

P.S.: Solltet ihr Gefallen an den Glücksschweinchen gefunden haben, aber könnt nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.

Stillstand

Seit einigen Wochen bemerke ich nun einen Stillstand meiner Abnahme. Immer wieder habe ich von Stagnation gelesen, aber auch, dass es dann wieder weiter ging

Bin ich mit 75 Kilo zufrieden?
Mein Gewicht hat sich aktuell hier eingependelt. Mal ist es ein Kilo mehr, mal sind es zwei Kilo weniger.
Reicht mir das?
Hier sind einige Fragen zu beantworten.
75 Kilo im Vergleich zu knapp 129 Kilo sind ein gewaltiger Unterschied. Ich bin 175 cm groß. Das ist Normalgewicht, ist es aber auch mein Zufriedengewicht?
Und welches wäre dies?
Habe ich mich in das Abnehmen zu sehr hinein gesteigert?
Kann ich damit aufhören?
Kann und sollte ich zufrieden sein?

Mir wird klar, dass die Ärzte Recht hatten. Der Körper hört von allein auf abzunehmen. Viele haben Angst, dass die Abnahme nicht mehr aufhört. Tut sie aber doch. Total erstaunlich. Sollte ich also darauf hören, was mir mein Körper sagt? Wie will ich ihn überstimmen? Kann ich das? 75 Kilo waren in meinen kühnsten Träumen nicht möglich gewesen. Niemals! Sollte es noch weniger sein? Wie viel weniger kann es noch sein?

Warum denke ich darüber nach? Das tue ich aus Angst. Aus Angst davor, dass ich wieder zunehme. Ich habe für mich beschlossen, nie wieder mehr als 80 Kilo zu wiegen. Reicht dafür ein Polster von fünf Kilo? Diese Frage ist sehr, sehr schwierig zu beantworten und lässt mich sehr nervös werden. Wäre ein größeres Polster dann nicht besser? Und was ist, wenn ich das dann erreicht habe? Reicht mir das?

Ist Magersucht etwa eine reale Gefahr?

Das will ich auf gar keinen Fall!

Ich möchte ein gesundes Leben mit einem gesunden Gewicht – dauerhaft Die 75 Kilo habe ich fast von allein geschafft. Die nächsten Minuskilo wären also wieder ein Kampf, für den ich bereit sein muss. Gar nicht so einfach, denn die Angst vor Süßigkeiten ist nicht mehr so groß. Ich habe mich immer mal wieder an Schokolade und Co. herangewagt, natürlich immer mit der Erwartung, dass es mich umhauen wird. Ja, ich reagiere auf die Zuckerzufuhr, aber nicht unbedingt mit dem angedrohten Dumping und Durchfall, sondern eher mit starken Blähungen. Die sind auch unangenehm. Sollte mir also so ein klassisches Dumping lieber sein, was mich wirklich abhält, Zucker zu essen? Vielleicht ja. Denn so verzichte ich nicht mehr zu 100 Prozent darauf. Gut, so ganz kann man das nie, weil (fast) überall Zucker enthalten ist. Ich bin in dieser Hinsicht großzügiger geworden. Nicht leichtsinnig, denn ich schaue schon hin, wie hoch der Zuckergehalt bei den Nahrungsmitteln ist. Wenn ich mich aber dazu entschließe, Schokolade, Kekse und Co. zu essen, erwarte ich einen hohen Zuckergehalt. Ich weiß, was mir bekommt. Schokolade und Kekse können problematisch werden, da sie mir durchaus Bauchschmerzen machen können. Was aber total lecker ist, sind Mentos und Tic Tacs.

Oft hadere ich nach dem Verzehr aber mit mir, da ich auch zuckerfreie Bonbons habe und ich mich dann frage, warum ich nicht diese gegessen habe oder überhaupt etwas anderes gemacht habe, wie z. B. einen Spaziergang oder einen Kaffee getrunken. Es passiert mir leider auch schon wieder öfter, dass ich mir etwas vom Bäcker hole, obwohl ich weiß, dass mir das Brötchen nicht bekommt und ich Bauchschmerzen haben werde. Für meine Ausbrüche könnte ich mich immer selbst bestrafen und schäme mich dafür. Hinzukommt, dass ich auch schon wieder öfter esse. Das war so lange okay, als dass es dann immer nur sehr kleine Portionen und Obst waren. Mittlerweile sind die Portionen wieder größer geworden und bestehen nicht ausschließlich aus Obst. Ich habe oft eine größere Auswahl an verschiedenen Mittagessen im Büro und greife recht schnell darauf zu. Das ist ganz großer Mist und ich verspüre den Druck, dass ich das ändern muss. Aber so wie es vorher auch schon immer war: das Problem ist mir bewusst, dass Vorhaben, dieses zu ändern, ist da, Motivation und Wille ist vorhanden, aber wenn es an die Umsetzung und den Startschuss geht, verzögere ich.

Dann kann ich mich selbst nicht ausstehen. Und dann holt mich wieder der Gedanke ein, ob ein Polster von fünf Kilo ausreicht?

Ich muss mir etwas einfallen lassen, was ich gut umsetzen kann. Denn mit Angst zu leben, ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Nähanleitung Drachenkostüm

Meine Schwester meldete sich bei mir und fragte mich, ob ich meinem Neffen einen Wunsch erfüllen kann, indem ich ihm ein Drachenkostüm zum Fasching anfertigen könnte. Nachdem die erste Panik verflogen war, konnte ich mich damit sachlich auseinandersetzen. Und letztlich war es ganz einfach. Meine Schwester hat mir ein passendes T-Shirt zukommen lassen und ich habe es einfach nur ein wenig gepimpt. Hier lasse ich Euch daran teilhaben, wie aus einem grünen T-Shirt mit einfachen Mitteln, ein kleiner Drachen entstehen kann.

Material:
T-Shirt in passender Größe und Farbe
Gelber Filzstoff
Pappe

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Bastelschere
Stift
Lineal
Stecknadeln oder Klammern

Vorbereitung:
Schneidet Euch ein Dreieck in gewünschter Größe aus der Pappe zurecht und übertragt dieses auf den Filzstoff.
Wenn ihr z. B. sechs Rückenzacken haben wollt, braucht ihr 12 Dreiecke.
Dann schneidet Euch noch ein ovales oder eiförmiges Filzstück zurecht.

Und los geht´s:

Die Dreiecke jeweils doppelt zusammennähen.
Das T-Shirt auf links drehen und die Mitte am Rücken mit Stoffklammern markieren.
Danach das T-Shirt wieder auf rechts drehen und die Dreiecke zwischen die Stoffklammern klemmen.

Nun das T-Shirt wieder auf links drehen und das T-Shirt am Rücken entlang der Mitte nähen. So werden die Dreiecke fixiert und man kann die Naht auch wieder lösen, wenn das Kostüm nicht mehr gebraucht wird.

Auf die Vorderseite näht ihr nun das ovale Filzstück und wer möchte stopft diese für einen 3D-Effekt etwas aus. Es geht aber auch ohne.

Fertig ist das Oberteil eines Drachenkostüms.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde.

P.S.: Solltet ihr Gefallen an diesem Drachenkostüm gefunden haben, könnt aber nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern eines an.

Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende, und es ist Zeit, einmal zurückzublicken. Sicher, man soll nicht in der Vergangenheit leben und das tue ich auch nicht. Aber, gerade in meiner Situation, denke ich immer mal wieder an vergangene Zeiten zurück.
Wie war deine Situation vor einem Jahr?
Was ist alles im vergangenen Jahr passiert?
Was wäre heute, wenn du die Operation nicht gemacht hättest?

Wenn ich an die letzten zwölf Monate denke, ist ja viel passiert. Noch am Anfang des Jahres war ich in der Vorbereitung der Magenoperation und hatte so meine Zweifel, ob mir diese Operation überhaupt genehmigt wird. Dann das Auf und Ab der Gefühle als das Warten los ging, die pure und tränenreiche Freude, als der Antrag genehmigt wurde. Die Aufregung vor der Operation und die auftretenden Zweifel Zeit nach der Operation im Krankenhaus, ob das der richtige Schritt war. So viele Tränen sind geflossen; Tränen der Anspannung, der Aufregung, der Erleichterung, der Zweifel und der Freude. Und sie haben mich das ganze Jahr über begleitet.

Meine Gefühle sind Achterbahn mit mir gefahren. Am Ende steht aber fest, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Ja, nicht immer ging es mir gut.

Ich musste auch viele Entbehrungen auf mich nehmen. So fällt es mir heute noch schwer, weiche, nicht durchgebackene Weizenmehlprodukte zu mir zu nehmen. Da streikt mein Magen sehr schnell. Somit sind Besuche in einem Fastfood-Restaurant, manchmal eben schnell was auf die Hand vom Bäcker, die Sonntagsbrötchen, eine Pizza etc. völlig ausgeschlossen. Davon hängt mein Leben nicht ab, aber manchmal ist es kompliziert.

Vor noch nicht allzu langer Zeit konnte ich auch keine Nudeln essen. Nicht essen bedeutet einfach, dass ich es nicht vertrage und wenn ich es doch gegessen habe, dann habe ich Bauchschmerzen bekommen, die durchaus länger anhalten können und ein richtiges Unwohlsein auslösen.

Viele Experimente habe ich gestartet, vieles musste ich ausprobieren. Und was heute nicht ging, geht vielleicht morgen oder auch nicht. Der Lern- und Experimentiervorgang ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Das wird mich wohl noch eine Weile begleiten. Aber das ist völlig in Ordnung.

Auch die Mengen und die Häufigkeit der Mahlzeiten haben sich geändert und entwickelt. Konnte ich nach der Operation nur flüssige Nahrung von maximal 150 ml zu mir nehmen, hat sich das mit der Zeit geändert. Ich kann wieder mehr essen. Manchmal erschreckt mich das und ich finde das nicht gut, aber der Gang auf die Waage und die Kontrolle durch diese, beruhigen mich dann wieder etwas. Irgendwie bekomme ich es immer wieder hin, dass ich am Ende der Woche doch zufrieden sein kann.

Auch auf die Familie hat diese Operation ihre Auswirkungen gehabt. Irgendwie hat man schon Rücksichtnahme gefordert, aber andererseits sollte keiner durch mich Einschränkungen haben. Das war und ist nicht immer ganz so einfach Dadurch habe ich mich doch sehr mit Essen und Nahrung beschäftigt und habe viele tolle Rezepte im Internet gefunden, die ich bereits gekocht habe und noch ausprobieren werde. Mein Publikum (Familie) ist begeistert und freut sich auf die Köstlichkeiten. Mir gelingt nicht immer alles, was mich dann wieder frustriert und an mir zweifeln lässt. Auch hier also ein auf und ab. Dennoch bleibe ich dran und mache immer weiter. Ich lasse mich nicht entmutigen.

Gedanklich muss ich mich davon befreien, immer alles perfekt machen zu wollen, bzw. das, was ich gemacht habe, als perfekt anzusehen. Für manche Dinge kann ich einfach nichts, wenn ich weiß, dass ich mich ans Rezept gehalten habe. Das fällt mir wirklich schwer, mich gedanklich da zu distanzieren.

Die Suche nach einem Psychotherapieplatz ist super schwer und ich bin da leider auch noch kein Schritt weitergekommen. Dabei merke ich hin und wieder sehr, wie gut mir wahrscheinlich eine Therapie helfen könnte.

So gut das Gesundheitssystem hier ist und ich froh bin, medizinisch gut versorgt zu sein, muss ich die Unterstützung bei der Suche nach einem Therapieplatz, bzw. die psychische Hilfe bei/nach solch einer Operation leider bemängeln.

Ich werde sicherlich früher oder später wieder einen Rappel bekommen und einen weiteren Versuch starten, aber das kostet Zeit, Kraft und Nerven.

In den USA scheint es anders zu laufen. Die sehen dort das Übergewicht, fast immer mit psychischen Problemen verbunden. Deshalb sind dort die Voraussetzungen, solch eine Operation genehmigt zu bekommen, ganz anders. Sehr häufig liegen die Probleme in der Psyche und deshalb ist eine Psychotherapie dort mit Bestandteil der Übergewichtsbehandlung. Schade, dass das bei uns nicht auch so ist. Ich denke, dass die Psyche eine ganz große Rolle spielt und eine Therapie vielen helfen würde, ihr Verhalten zu verändern.

Ich finde immer Projekte, die meine volle Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch nehmen. Immer wieder habe ich neue Ideen, die ich gern umsetzen möchte. Oft scheitert es an der Zeit, die dafür aufgebracht werden muss. Auch dieser Blog nimmt Zeit in Anspruch, und ich weiß, dass wenn ich noch mehr investieren würde, wäre ich eventuell erfolgreicher. Aber in erster Linie dient er dazu, ein wenig den Psychologen zu ersetzen und mir selbst vor Augen zu führen, was passiert ist, wie weit ich gekommen bin, was das alles bedeutet. Und ich möchte wirklich anderen damit Mut machen, diesen Weg zu gehen, wenn sie keinen anderen Weg mehr sehen. Denn ich würde nie jemanden zu dieser Operation raten, wenn er/sie nicht selbst schon so weit ist. Diese Entscheidung ist lebenseinschneidend und -verändernd. Und wer wirklich dazu bereit ist, der sollte das machen. Über alle Konsequenzen und Folgen kann man sich nicht bewusst sein, denn jeder tickt anders und der Verlauf ist nicht absehbar, die Veränderungen sind aber vorhanden.

Es macht wieder Spaß, in den Spiegel zu schauen, Klamotten aus vergangener Zeit anzuziehen, Kleidung in Größen zu tragen, die einem unmöglich erschienen, mobiler und schmerzfrei zu sein – überhaupt gesund zu sein… Es macht Spaß und bringt so viel Freude mit sich. Ja, an diese Gedanken muss man sich gewöhnen, weil sie sich so unreal anfühlen.

Ich bedaure nur eins, und das hat mir ein Bekannter auch gesagt, dass ich diesen Schritt nicht schon viel früher gemacht habe. (Der Leidensdruck war nur nicht hoch genug.) Ich habe das Gefühl, so viel verpasst zu haben. Das stimmt mich traurig und verursacht bei mir schlechte Gedanken. Vor allem habe ich meiner Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil ich so viele Möglichkeiten des Tobens und der guten Zeit mit ihr zusammen, verpasst habe.

Ich bin dankbar dafür, dass mir die Gelegenheit gegeben wurde, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, zu ändern und einen besseren und gesünderen Weg zu gehen. Und das innerhalb eines Jahres. Das ist nicht viel Zeit. Allen Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben, bin ich dankbar und ich liebe sie alle.

Solltet auch ihr diesen Weg gehen wollen, zögert nicht. Es ist die richtige Entscheidung. Du musst nur bereit dazu sein und etwas Mut aufbringen. Gerne unterstütze ich dich dabei und begleite dich, wenn du es möchtest.

Nähanleitung Greifball – mehrere Größen

Material:
Stoffreste (Plüsch, Baumwolle, Jersey, Cord, Jeans, …)
Füllmaterial (Watte, Füllwatte)
Evtl. Rassel zum Einlegen

Zubehör:
Nähmaschine
Schere oder Stoffschneider
Stift oder Kreide zum Markieren
Nadel & Faden
Stecknadeln oder Klammern
Bügeleisen

Vorbereitung:
Ihr braucht acht gleichgroße Schnittteile. Schneidet Euch diese aus dem gewünschten Stoff zurecht. Rechnet eine Nahtzugabe von 0,5 bis 1 cm dazu. Bügelt die Stoffstücke schön glatt.

Und los geht’s:
Überlegt Euch, wie der fertige Ball aussehen soll und legt Euch die Stoffstücke so zurecht. Ihr nehmt zwei Stoffstücke und legt sie rechts auf rechts (schönen Seiten), genau an den Enden und Kanten aufeinander. Näht diese beiden Stücke nun an einer Seite von oben bis unten aneinander. Den Anfang und das Ende solltet ihr gut vernähen, damit nichts auseinander geht. Klappt jetzt die beiden Stoffstücke auseinander. Nehmt nun das nächste Stoffstück und legt es wieder rechts auf rechts (schönen Seiten aufeinander) und näht diese wie beim ersten Mal von oben bis unten aneinander. Wiederholt diesen Schritt so oft, bis ihr beim letzten Stoffstück angekommen seid. Dieses näht ihr so, dass ihr ungefähr in der Mitte eine Lücke von ca. 3 cm als Wendeöffnung habt.

Nun legt ihr den Ball wieder rechts auf rechts und näht noch einmal über die Enden. So stellt ihr sicher, dass sich die Näht dort nicht öffnen. Überschüssiger Stoff (Nahtzugaben) kann abgeschnitten werden.

Wendet jetzt den Ball und füllt ihn mit dem Füllmaterial.

Sobald der Ball gut ausgestopft und schön rund ist, greift ihr zu Nadel und Faden und näht die Wende-/Stopföffnung per Hand zu.

Variante:
Wenn ihr möchtet, könnt ihr in der Mitte noch eine Rassel packen. Achtet darauf, dass die Rassel in der Mitte platziert wird.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen und alles Glück der Erde.

P.S.: Solltet ihr Gefallen am Greifball gefunden haben, könnt aber nicht nähen, dann schreibt mir eine Nachricht und ich fertige Euch gern die gewünschte Anzahl an.