Alkohol ist ein sehr interessantes Thema.
Ich kann nicht sagen, dass ich keinen Alkohol vertrage, aber seit der Magen-OP stellt sich der vernebelte Zustand sehr viel schneller ein.
Sicher, es kommt ein wenig auf den Alkoholgehalt des einzelnen Getränkes an, aber dennoch geht es sehr viel schneller als vor der Operation.
Sehr lange habe ich mich nicht ran getraut, weil ich Angst vor der Wirkung hatte.
Die Ärzte haben immer gesagt, dass Alkoholkonsum möglich ist, dies sich aber verändern wird. Deswegen war ich da sehr ängstlich. Bei all sich gebotenen Gelegenheiten, wie Familienfeiern zum Beispiel, habe ich immer auf alkoholfreie Getränke zurückgegriffen. Schnell war dann alkoholfreier Wein auf dem Tisch. Oft wurde dies von vielen belächelt und als Traubensaft bezeichnet, aber ich fand ihn wirklich lecker und ich fand nicht, dass er wie „einfacher“ Traubensaft schmeckte.
Irgendwann kam dann aber doch der Tag und die Gelegenheit, und ich hatte den Mut, ein Glas Alkohol zu trinken. Leider erinnere ich mich nicht mehr daran, was es war. Das liegt nun schon eine Weile zurück. Ich weiß aber schon noch, dass der Alkohol sehr schnell seine Wirkung zeigte. Gut, nun kann es natürlich auch damit zusammenhängen, weil ich davor eine sehr lange Pause hatte. So genau kann ich das also gar nicht beschreiben. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich durchaus Alkohol trinken kann, ich davon keine Bauchschmerzen bekomme oder es mir auf eine andere Art und Weise schlecht damit ging. So konnte ich die Angst davor ablegen.
Dennoch gehört Alkohol nicht zu meinem täglichen Verzehr.
Vor einigen Wochen war ich mit meiner Familie mexikanisch essen. Wenn ich schon beim Mexikaner sitze, gehört ein Caipirinha für mich dazu. Hui machte es am Köpfchen. Das war sehr schnell sehr lustig – aber eben auch sehr lecker. So lecker, dass ich noch einen zweiten getrunken habe und mein Mann dann direkt alle Zutaten dafür eingekauft hat. So kann ich jederzeit, wenn ich Lust und Appetit darauf verspüre, einen Cocktail haben.
Vor ein paar Tagen habe ich es allerdings übertrieben. Mein Mann und ich waren mit dem Hund spazieren. Erst haben wir einen Trödelmarkt besucht und weil das Wetter an diesem Tag so schön mitspielte, sind wir noch durch den Park gelaufen. Dort tat sich plötzlich ein Biergarten auf, und wir haben uns spontan dazu entschlossen, dort eine Rast einzulegen.
Ich hatte so gute Laune, dass ich mir einen Aperol Spritz gönnte.
Was soll ich sagen … auch dieser verfehlte seine sofortige Wirkung nicht.
Als wir dann wieder zu Hause waren, hatte ich Lust auf einen weiteren Drink und so trank ich einen Caipirinha. Und weil eben noch eine halbe Limette übrig war, dachte ich mir, ich könnte noch einen Caipirinha trinken.
Das konnte ich dann aber ganz plötzlich nicht mehr. Mir ging es gar nicht gut.
Selbstverständlich hatte ich zwischendurch auch etwas gegessen. Ich bekam so schreck-liche Bauchschmerzen, wie schon lange nicht mehr. Leider ist es mir seit der OP nicht mehr möglich, mich zu übergeben. Mir war fürchterlich schlecht und da musste ich durch.
So lag ich gut und gern eine Stunde zusammengerollt auf der Couch und habe versucht, das alles durchzustehen.
Immer wieder ereilten mich Gedanken an Essen, was in mir solch einen Ekel auslöste, was gleich wieder den nächsten Schub an einem Bauchkrampf in mir auslöste.
Nach einer guten Stunde ging es mir dann wieder einigermaßen gut. Die Bauchschmerzen waren zwar weg, aber ich war völlig fertig. Das hat wieder einmal so viel Kraft und Energie gekostet, dass ich danach richtig fertig und kaputt war.
Ich konnte dann aber recht schnell ins Bett gehen und bin schnell eingeschlafen.
Nach solchen Attacken, egal, durch was ausgelöst, kann ich doch meist recht gut schlafen, was mir meine Energie wieder zurückbringt und ich am nächsten Morgen aufwache und ich nichts mehr von Krämpfen oder Schmerzen spüre.
Mein Fazit ist jedenfalls, dass ich Alkohol trinken kann, wenn ich es möchte, aber darauf achten muss, wie viel und es nicht mischen sollte. Habe ich mit Wein angefangen, sollte ich auch dabei bleiben.
Lustigerweise wird immer noch alkoholfreier Wein gekauft, angeboten und getrunken – nur nicht mehr unbedingt von mir. Man hat also doch ein wenig Gefallen an dieser Alternative (diesem Traubensaft) gefunden.
