Wann lerne ich es endlich? Warum lerne ich nicht endlich, dass mir gewisse Dinge, Speisen, Lebensmittel einfach nicht gut tun?
Was heißt, nicht gut tun?
Sie tun weh!
Sie verursachen Schmerzen.
Sie verursachen Übelkeit
Sie verursachen Unwohlsein.
Ich weiß es eigentlich ganz genau.
Ich esse es trotzdem.
Warum?
Wer kann mir das sagen?
Wer kann mir das erklären?
Ich sehe es vor mir. Ich weiß, dass es mir nicht gut tut. Ich weiß, dass es mir schlecht gehen wird, wenn ich es esse.
Ich weiß aber auch, dass es mir schmeckt.
Und darauf kommt es an. Ich möchte es schmecken. Ich möchte es lecker finden.
In dem Moment, in dem ich es mir in den Mund stecke, ist alles gut und wunderbar. Es schmeckt so gut, dass ich noch weitermache. Noch tut nichts weh. Vielleicht bleibt es ja so. Die Hoffnung ist da. Das tut es noch ein paar Minuten lang. Und dann schlägt er doch zu, der Hammer.
Das Sättigungsgefühl schlägt in Bauchschmerzen um.
Wenn ich Glück habe, passiert nichts weiter.
Wenn ich kein Glück habe, wird es schlimmer und schlimmer. Das kann sich zu einer ausgewachsenen Übelkeit entwickeln, die den Wunsch in mir auslöst, mich übergeben zu wollen. Das könnte mir eine Erleichterung verschaffen, denn ob ich will oder nicht, mich beschleichen, dann auch noch Gedanken an Essen. So wird aus Übelkeit sogar Ekel. Jetzt habe ich ein riesiges Problem. Seit der Magen-OP kann ich mich nicht mehr übergeben. Es ist mir einfach nicht mehr möglich.
Vor ca. 1,5 Jahren hatte ich eine Magen-Darm-Verstimmung. Mir war so schlecht – die ganze Familie war davon betroffen. Der Würgereiz war da, aber es war nicht möglich, mich zu übergeben.
Ich brauche mir dann also den Finger nicht in den Hals stecken, um zu versuchen, mir Erleichterung zu verschaffen.
Leider muss ich dann dadurch. Wie schaffe ich das?
Ich lege mich hin, kauerte mich zusammen, wenn es mir gut tut, schließe die Augen und warte darauf, dass es mir wieder besser geht.
Meist dauert das so ca. eine Stunde.
Danach geht es mir dann wieder besser. Allerdings bin ich dann richtig geschafft. Solche Aktionen kosten richtig viel Kraft und Energie. Ich bin dann fertig und total kraftlos.
Solch blöde Aktionen fahre ich meist am Abend, so dass ich dann recht schnell ins Bett gehen kann, um mich dann von den Strapazen zu erholen.
Die Nachtruhe macht dann alles wieder gut und ich kann den Akku wieder aufladen.
Am nächsten Morgen merke ich dann nichts mehr von dem Quatsch am Abend zuvor.
Ist das gut?
Ich weiß es nicht.
Als ich diesen Blog angefangen habe, wollte ich eigentlich Tipps geben, wie man sich nach einer Magen-OP verhalten sollte.
Dieses Verhalten ist definitiv kein Tipp von mir. Sich sehenden Auge und wohlwissend, was passieren wird, in solche Lagen zu bringen, ist einfach dumm und kann man nun wirklich nicht weiter empfehlen.
Warum schreibe ich das dann auf? Nun, in erster Linie soll dieser Blog mir helfen, mit gewissen Dingen und Situationen umzugehen. Und manchmal kann man das nur, indem man es aufschreibt. So erhoffe ich mir, meine Gedanken dazu, zu verschriftlichen und daraus für mich Schlüssel zu ziehen, die mir helfen und mir gut tun.
Was ist also mein Fazit daraus?
Auf der einen Seite bin ich dumm, dass ich das immer wieder mache. Ich hasse mich regelrecht dafür. Bringt mich das weiter?
Nein, sicher nicht. Hat es noch nie. Also muss was anderes her. Mein Mann hatte die Idee, dass ich mir aufschreibe, was ich gegessen habe und wie es mir danach ging. Eigentlich ja nichts Neues. Ich muss wirklich die Disziplin aufbringen, das gewissenhaft zu machen, wenn ich herausfinden möchte, was und wie viel davon ich essen kann und mir gut tut, bzw. ab welchem Punkt ich mir selbst Schaden hinzufüge.
