Be bright. Be happy. BE YOU

Mein Chef hatte Geburtstag. Er ist 60 Jahre alt geworden.
Aufgrund seiner langen Zugehörigkeit und seiner verschiedenen Posten, die er in den letzten Jahrzehnten innehatte, wurde für ihn ein Empfang gegeben. Dazu wurde mit sehr offiziellen und förmlichen Karten eingeladen. Es bedurfte einiger Organisationen dieser Veranstaltung.

Ganz spurlos ging das auch nicht an mir vorbei, denn es stellte sich die Frage, was ich denn anziehen sollte für diese Gelegenheit. Der Empfang war von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr angesetzt. Es musste schon mal keine Abendgarderobe sein. Allerdings musste ich in meine Überlegungen mit einbeziehen, dass ich bis 14:00 Uhr im Büro arbeiten muss.

In den letzten Monaten war ich selbstverständlich schon auf einigen Festen und Feiern, wie z. B. die Taufe meiner Nichte. Hier passten mir noch vorhandene Klamotten, die ich in der Vergangenheit getragen habe. Mittlerweile sind mir diese aber zu groß geworden und da die Freude am Shoppen ja wieder da ist, hatte ich mir bereits vor einiger Zeit eine Hose und ein Oberteil gekauft, die sich gut kombinieren ließen und für diesen Anlass perfekt waren. Die Hose stand fest, die Schuhe auch. Ich liebe ja Schuhe von Tamaris, weil ich die einfach nur bequem finde. Und dieser Trotteur hat einfach sehr gut gepasst.

Nun ist es ja so, dass ich aktuell eher sehr eng anliegende Kleidungsstücke trage. Ja, sie betonen meine neue Figur, aber ich fühle mich auch sehr wohl darin. Hinzukommt, dass durch das enganliegende ich das Gefühl habe, dass meine überschüssige Haut komprimiert wird. Gerade Hosen, die weiter geschnitten sind, geben den Oberschenkeln mehr Bewegungsfreiheit. Finde ich momentan nicht so schön Allerdings konnte ich nicht in einer Leggins auf dem Empfang meines Chefs auftreten.

Zusätzlich habe ich den Glauben entwickelt, dass mich weite Klamotten verstecken. Aber bitte probiert es mal aus. Ich zog also diese Hose an und ein etwas weiter geschnittenes Oberteil. Dieses habe ich vorn ganz leicht und locker in den Hosenbund gesteckt. Ich habe eine andere Person im Spiegel gesehen. Die locker sitzenden Klamotten haben meine Figur noch stärker betont. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich sah so gut aus und ich habe mich so gut, so beschwingt gefühlt.
Bis über beide Ohren habe ich mein Spiegelbild angegrinst.
Meine Tochter bat mich um ein Foto von meinem Outfit, da ich das Haus vor ihr verlasse. Auch sie war absolut begeistert.

Was meint ihr, mit wie viel Selbstvertrauen und auch Selbstliebe ich ins Büro gefahren war. Hatte ich das schon einmal? Keine Ahnung! Wenn ja, ist es so lange her, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Das war unglaublich. Ich war den ganzen Tag auf den Absatzschuhen unterwegs und mir haben selbst abends die Füße nicht weh getan.

Vorsichtshalber hatte ich noch ein Paar flache Schuhe mitgenommen, die waren aber überhaupt nicht notwendig. Einfach nur toll. Nicht nur meine Seele, sondern auch meine Füße müssen diese schwere Last nicht mehr tragen.

Der Empfang selbst war gut. Es waren viele Leute da, die ich kannte. Meinen Hauptgesprächspartner hatte ich allerdings im Mann eines Arbeitskollegen gefunden. Unsere Hunde boten viel und abwechslungsreichen Gesprächsstoff. So war es dann doch gar nicht so langweilig, wie ich anfangs befürchtet hatte.

Aber auch hier hatte ich Selbstvertrauen in mich und es beschlich mich nicht der Gedanke, was andere eben eventuell über mich denken könnten. Es wäre mir auch egal gewesen. Noch vor wenigen Monaten undenkbar.

Dieses, mein neues Leben, hat so viel verändert, wofür und worüber ich wirklich dankbar und glücklich bin.

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