Ich habe mich noch einmal mit der Thematik der verschiedenen Operationsmöglichkeiten beschäftigt, da ich immer mal wieder Fragen zu den Unterschieden der Varianten gestellt bekomme.
Beim Magenbypass wird zusätzlich zur Magenverkleinerung der Verdauungsweg verkürzt, sodass der Körper weniger Nährstoffe und Kalorien aus dem Essen aufnehmen kann.
Magenbypass und Magenverkleinerung (Schlauchmagen) bewirken zudem hormonelle Veränderungen, die den Appetit zügeln und den Stoffwechsel beeinflussen. Das kann sich auf die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes günstig auswirken.
Vor-/Nachteile Magenbypass
Ein Magenbypass ist aufwendiger und komplizierter als eine Magenband- oder Schlauchmagen-Operation. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „Bypass“ (Umgehung) ab, weil die Nahrung dann nicht mehr durch den ganzen Magen und Dünndarm wandert, sondern zum Großteil daran vorbeigeführt wird.
Bei einem Roux-en-Magenbypass wird ein kleiner Teil des Magens (etwa 20 Milliliter) abgetrennt. Dieser bildet dann eine Tasche (Pouch), die mit dem Dünndarm verbunden wird. Der restliche Teil des Magens wird zugenäht und ist nicht mehr mit der Speiseröhre verbunden. Die Nahrung gelangt dann direkt von der neu gebildeten Magentasche in den Dünndarm.
Damit die Verdauungssäfte aus Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und dem Restmagen weiterhin in den Darm gelangen können, wird der obere Dünndarm am Magenausgang an einer neuen Stelle an den Dünndarm angeschlossen.
Nebenwirkungen
Zwei häufige langfristige Folgen eines Magenbypasses sind das frühe und das späte Dumping-Syndrom. Bei einem frühen Dumping-Syndrom gelangt schnell eine größere Menge unverdauter Nahrung in den Dünndarm. Der Körper versucht, die ungewohnte Menge an Nährstoffen zu „verdünnen“, und es strömt plötzlich viel Wasser aus den Blutgefäßen in den Dünndarm.
So kann es zu Benommenheit, Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwitzen kommen. Ein frühes Dumping-Syndrom tritt vor allem nach der Aufnahme von sehr zuckerhaltigen Speisen auf, meist innerhalb von 30 Minuten.
Beim selteneren späten Dumping-Syndrom wird vom Körper zu viel Insulin freigesetzt, was zu einer Unterzuckerung mit typischen Beschwerden wie Schwindel, Schwäche und Schwitzen führen kann. Es kann ein bis drei Stunden nach dem Essen auftreten, insbesondere nach der Aufnahme von kohlenhydratreicher Kost.
